Augenprothese – nach alten Regeln der Kunst

Augenprothese – nach alten Regeln der Kunst

So fortgeschritten die Prothetik auch sein mag – Augenprothesen werden nach wie vor in aufwändiger Handarbeit angefertigt. Der Grund: Es geht um mehr, als nur darum, ein Auge zu ersetzen.
Fällt das Wort Prothese, denkt man unwillkürlich an Kunstbeine oder -hände, an modernste Hightech-Konstruktionen, die man heute sogar mit einem 3D-Drucker herstellen kann. Das Gebiet der Prothetik hat sich in den vergangenen Jahrzehnten enorm verändert, jedoch nicht im Bereich der Augenprothese.

Augenprothesen werden nach wie vor von Okularisten von Hand angefertigt

Augenprothesen werden immer noch, wie vor mehr als 150 Jahren, in feinster Handarbeit hergestellt. Zu kompliziert ist die Arbeit der Okularisten, wie man die Fabrikanten der Augenprothesen nennt, als dass man sie einfach einer x-beliebigen Maschine überlassen würde. Es geht um nichts Geringeres, als um die Wiederherstellung der Gesichtsharmonie – und das ist nicht so einfach. Das Kunstauge muss nicht nur der Augenhöhle angepasst werden, es muss auch der Form, der Farbe und Grösse des anderen Auges entsprechen. Selbst die feinen Äderchen im Auge werden exakt nachgebildet. Schliesslich soll das Kunstauge so lebendig wie möglich wirken. Und es soll sich auch, was aber nur beschränkt möglich ist, ganz natürlich bewegen können.

Für die Betroffenen ist das wichtig. Sie müssen nämlich nicht nur den Verlust eines Auges und des damit verbundenen Sehvermögens verkraften, sondern auch befürchten, dass ihr Gesicht nicht mehr das ist, was es einmal war. Mit der Augenprothese versuchen die Okularisten den Schaden möglichst klein zu halten. Das Kunstauge erfüllt demnach vor allem ästhetische Aspekte. Was die wenigsten jedoch wissen: Es gibt auch medizinische Gründe, weshalb man bei Verlust seines eigenen Auges ein Kunstauge tragen sollte.

Prothese immer tragen

Eine leere Augenhöhle droht tatsächlich zu schrumpfen. Ausserdem besteht die Gefahr, dass sich die Lider eindrehen. Es ist deshalb ratsam, sich bei Verlust eines Auges ein Kunstauge einsetzen zu lassen. Dabei hat man die Wahl zwischen einem Glas- und einem Kunststoffauge – wobei Experten in den meisten Fällen zu einem Glasauge raten. Es handelt sich dabei um die teurere Variante, sie kostet bis zu 650 Franken. Im Normalfall übernimmt die Krankenkasse die Kosten. Doch warum ist ein Glasauge besser? Die glatte Oberfläche macht den Unterschied. Dank dieser bildet sich auf dem Glasauge ein durchgängiger Tränenfilm. So fühlt sich das Glasauge nie trocken an. Zudem ist Glas sehr widerstandsfähig, wodurch es sich nicht so schnell abnutzt. Kunststoff hingegen ist nicht glatt und auch nicht widerstandsfähig. Des Weiteren gibt es Personen, die eine Allergie gegen Kunststoff entwickeln können, was bei Glas nicht der Fall ist. Aus diesen Gründen wird Kunststoff eher selten eingesetzt – meistens dann, wenn die Gefahr besteht, dass das Glas schnell zerbricht. Zum Beispiel bei Personen mit Greiff-Beeinträchtigungen oder bei Parkinson-Patienten, die stark zittern.

Doch egal, wofür man sich entscheidet: Ein Kunstauge sollte man jeden Tag mit Wasser und einer speziellen Lösung reinigen, um etwaige Ablagerungen wie Schleim zu entfernen. Allerdings wird – aus den genannten medizinischen Gründen – dazu geraten, das Kunstauge immer, auch nachts, zu tragen. Und wenn man dennoch mal auf die Prothese verzichten will, sollte man sie in einem trockenen Behälter aufbewahren. Die Nutzungsdauer beträgt übrigens ein bis zwei Jahre. Danach muss eine neue Prothese her.

Jedes Kunstauge wird individuell hergestellt

Florencia Figueroa

Jeder bekommt sein individuelles Auge

Die älteste Augenprothese ist ein künstlicher Augapfel, der in einem Grab im heutigen Iran gefunden wurde und schätzungsweise 4800 Jahre alt sein soll. Er wurde aus Teer und Tierfett angefertigt. Und im Mittelalter gab es sogenannte Vorlegeaugen, die die leeren Augenhöhlen verdeckten. Die ersten Augen aus Glas wurden im 17. Jahrhundert in Venedig produziert, wobei sich der Markt bald nach Paris verschob. Diese Kunstaugen wiesen aber keinen guten Tragekomfort auf. Eine lange Tradition hatten Kunstaugen allerdings bei den Puppenherstellern. Auf die Idee, sich dieses Wissen für Menschen zunutze zu machen, kam der Arzt Heinrich Adelmann 1832. Es war aber der Glasmacher Ludwig Müller-Uri, der das Kryolithglas erfunden hat. Es wird bis heute für die Herstellung von Glasaugen eingesetzt, weil es die besten Eigenschaften mitbringt und sich optimal verarbeiten lässt. Kryolithglas wird in speziellen Glashütten hergestellt. Die Augen aus Kunststoff gehen auf das Jahr 1881 zurück. Doch egal, ob Kunststoff oder Glas – bei Augenprothesen handelt es sich stets um Einzelanfertigungen.

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Mensch oder Maschine?

Warum draussen spielen für Kinderaugen so wichtig ist

Warum draussen spielen für Kinderaugen so wichtig ist

Kuchen backen im Sandkasten, Purzelbäume schlagen auf der Wiese, Verstecken spielen im Wald, … was Ihr Kind draussen spielt, ist egal – hauptsache es verbringt täglich mindestens 45 Minuten im Tageslicht. Das Sonnenlicht und der Blick in die Weite sind für die Entwicklung der Augen, die innere Uhr und den Gemütszustand enorm wichtig.

Tageslicht ist für Kinderaugen extrem wertvoll. Das natürliche Licht regt die Netzhaut an und produziert dadurch mehr Dopamin. Der Botenstoff Dopamin verhindert, dass der Augapfel zu sehr in die Länge wächst. Ein zu langer Augapfel ist der Grund, weshalb sich das Licht nicht auf der Netzhaut bricht, sondern davor und deshalb zur Kurzsichtigkeit führt.

Der Blick in die Weite

Kinder spielen draussen

Draussen schweift der Blick automatisch ins Weite

Früher hiess es: “Halt dein Buch weiter weg!” oder “sitz nicht zu nah vor dem Fernseher!”. Heute hören die Kinder eher: “Du hältst dein Smartphone viel zu nah vor den Augen!” oder “Setz dich weiter weg vom Computer!”  Der Blick ins Weite beugt Kurzsichtigkeit vor. Die Botschaft der Eltern ist über Generationen hinweg dieselbe geblieben – der Abstand ist zu nah und das ist schädlich für die Augen. Das Auge passt sich an die ständige Nahsicht an, was einen starken Reiz auf das Längenwachstum des Augapfels auslöst. Dies kann wiederum zu Kurzsichtigkeit führen. Spielt das Kind aber draussen in der Natur, schweift sein Blick automatisch regelmässig in die Weite, was der Kurzsichtigkeit entgegenwirkt.

Falls Sie das Gefühl haben, Ihr Kind sieht nicht gut, zögern Sie nicht lange und vereinbaren Sie einen Termin beim Augenarzt.

Sonnenlicht für die innere Uhr

Kleine Kinder können noch keine Uhr lesen und die grösseren interessiert die Uhrzeit meist nicht wirklich. Nicht so schlimm – die Kinder können sich auf ihre innere Uhr verlassen. Je mehr Zeit sie draussen verbringen, umso besser wird ihre innere Uhr eingestellt.
Das Sonnenlicht wird über unsere Photorezeptoren im Auge aufgenommen. Die Lichtinformation wird an das Gehirn und von dort an alle weiteren Organe weitergeleitet.
In der heutigen Zeit leben wir häufig im Konflikt mit zwei Uhren: der inneren und der äusseren, die wir mit der künstlichen Beleuchtung geschaffen haben. Die Folgen wirken sich oft auf die Gesundheit aus. Kinder sind noch weit weniger an die Uhrzeit gebunden als die meisten Erwachsenen und sollten deshalb von ihrer inneren Uhr profitieren können – und diese laden sie am besten draussen im Tageslicht auf.

Gute Laune

Gute Laune

Draussen spielen tut auch dem Gemüt gut.

Nicht zuletzt kurbelt das Tageslicht die Vitamin D-Produktion an, lässt die Augen weniger schnell ermüden als Kunstlicht und sorgt für gute Laune, weil die Produktion des Botenstoffs Serotonin angeregt wird. Serotonin ist quasi unser Wohlfühlhormon.
Im Freien ist es tagsüber 20 bis 200 Mal so hell wie drinnen – also Kinder und Erwachsene ab nach draussen und Lebensfreude aufsaugen so viel es geht. Die sonnenarmen Monate kommen schneller, als uns lieb ist.

Corine Glatt

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Wie und was Babys sehen

Wie und was Babys sehen

Was sehen Babys mit ihren Kulleraugen? Ab wann können sie sehen und wie gut? Die wichtigsten Schritte in der Sehentwicklung von Babys im Überblick.

Für die meisten Menschen ist das Sehen selbstverständlich – wer noch nie Probleme mit den Augen oder eine Fehlsichtigkeit hatte, kann es sich auch nicht anders vorstellen. Und auch wenn es uns oft so vorkommt, da wir uns nicht an die ersten paar Jahre unseres Lebens erinnern: Die volle Sehkraft ist nicht von Anfang an vorhanden, sondern entwickelt sich erst in den ersten Monaten unserer Kindheit.

Vor der Geburt

Entgegen früheren medizinischen Annahmen können wahrscheinlich auch schon ungeborene Babys sehen, denn die Augen entwickeln sich bereits sehr früh. Zwischen dem zweiten und dem siebten Monat der Schwangerschaft werden die Augen noch durch die geschlossenen Lider geschützt.

Ab dem siebten Schwangerschaftsmonat kann der Fötus die Augen öffnen. Viel zu sehen gibt es im Mutterbauch nicht, das Ungeborene ist aber vermutlich in der Lage zwischen hell und dunkel zu unterscheiden – es nimmt also beispielsweise starkes Sonnenlicht wahr, das auf den Mutterbauch scheint.

Was Babys sehen

Die Augen von Babys sind bereits nach der Geburt funktionsfähig. Allerdings sehen Babys nur verschwommen. Es dauert rund ein Jahr, bis sich die Sehstärke über den Nahbereich hinaus entwickelt und die Sehfähigkeit ungefähr jener von Erwachsenen entspricht.

Grimassen schneiden ist gut

Zuerst reagieren die Neugeborenen auf den Nahbereich, also auf alles, was bis zu 30 Zentimeter von ihnen entfernt ist. Den Rest sehen sie nur unscharf. Die Distanz entspricht ungefähr der Entfernung zum Gesicht von Mama oder Papa, wenn das Kind auf dem Arm gehalten wird. Dass wir beim Anblick eines Babys fast automatisch Grimassen schneiden, hat übrigens einen Grund – das weckt nämlich die Neugier und den Nachahmungstrieb der Kleinen – ein wichtiger Schritt in der frühkindlichen Entwicklung.

Was Monat für Monat geschieht

Zwischen dem zweiten und dritten Lebensmonat werden Farbtöne immer spannender. Je strahlender die Farben und kreativer Formen, desto aufregender.

Im vierten Monat intensiviert sich die Hand-Auge-Koordination. Mit der Folge, dass auch die Wahrnehmung der Räumlichkeit und Tiefe zunimmt.

Ab dem vierten Monat werden Versteckspiele interessant. Das Kleinkind fängt an zu realisieren, dass es Dinge gibt, die nicht oder nur teilweise sichtbar sind. Auch dies ist ein wichtiger Schritt der frühkindlichen Entwicklung.

Die Sehschärfe nimmt  bei gesunden Augen in der Regel in den ersten 6 Lebensjahren immer weiter zu, was das Diagramm verdeutlicht. Ab dem neunten Monat zeigt sich dann die bleibende Augenfarbe des Babys. Zur etwa selben Zeit wird das räumliche Sehen noch stärker. Jetzt sieht das Baby auch weit entfernte Spielzeuge und verlangt danach. Das Entdecken weit entfernter Gegenstände macht das Baby zudem neugierig auf Krabbeln, Kriechen und Laufen. Das Sehen-Lernen eines Babys kann durchaus unterstützt werden. Dabei wichtig sind Bilder und Spielsachen in bunten Farben, die das Baby neugierig machen.

Gregor Szyndler

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Gut aussehen – ästhetische Behandlungen im Gesicht

Gut aussehen – ästhetische Behandlungen im Gesicht

„Ich wollte immer manuell tätig sein und ich bin detailverliebt.“ Mit so einfachen Worten kann Robert Katamay erklären, warum er ophthalmologischer Chirurg werden wollte. „Aber es war ein langer Weg mit ein paar interessanten Umwegen“, fährt der Oberarzt der Vista Klinik fort. Die Ausbildung führte ihn von Wien über Basel in die USA zurück nach Binningen.

Wenn es um Operationen des Grauen Stars, an der Augenhöhle, dem Lid, den Tränenkanälen und dem Gesichtsbereich rund um die Augen geht, gilt er als ein renommierter Experte. „Es bereitet mir sehr viel Freude, meinen Patienten helfen zu können, denn die visuelle Welt ist für uns Menschen extrem wichtig. Das Auge hat aber noch eine zweite, sehr grosse Bedeutung. Der optische Eindruck ist für unser Leben bedeutend. Als erstes schaut man sich in die Augen und dieser erste Blick ist entscheidend für den Eindruck, den die Menschen voneinander bekommen“, sagt Robert Katamay.

Ästhetische Aspekte sind immer von Bedeutung

Die meisten Patientinnen und Patienten kommen mit einem klar definierten Leiden in die Vista Klink. Dazu gehören Fehlstellungen des Lids und Tränenwegverschlüsse ebenso wie Beschädigungen des Lids durch Unfälle oder Tumore“, erklärt Robert Katamay sein Tätigkeitsgebiet. „Bei einem Eingriff gibt es immer auch den ästhetischen Aspekt zu berücksichtigen und der Übergang zur rein ästhetischen Chirurgie ist fliessend.“

Aesthetische Sprechstunde in der Vista bei Dr. Robert Katamay

Robert Katamay führt plastische Eingriffe rund um das Auge durch

Es gibt viele Patienten, die unter den Veränderungen im Augenbereich des Gesichts leiden, die durch das Alter oder durch eine familiäre Disposition hervorgerufen werden können. Ein Hautüberschuss am Oberlid kann zu einem Schweregefühl und zu einer Ermüdung führen. Eine solche funktionelle Einschränkung des Auges können wir korrigieren. Andere Patientinnen und Patienten leiden beim Blick in den Spiegel wegen des müden, älteren scheinenden Gesichtsausdrucks. Auch ihnen möchte ich helfen.“

Minimalinvasive Eingriffe – sanfte Resultate

Der erfahrene Augenchirurg hat den (selbst-)kritischen Blick auf die ästhetische Chirurgie bewahrt. „Die Wahrnehmung, was normal, was schön und wünschenswert ist, ist sehr subjektiv. Ärzte, die sich ganz auf Schönheitschirurgie spezialisiert haben, laufen Gefahr, dass sich ihr Massstab verschieben könnte, weil sie täglich Vergleichsbildern begegnen, die sich bereits von der Norm abheben.”

Die Aufteilung seiner Tätigkeiten in der Vista Klinik sei ideal. „Ich verbringe einen grossen Teil meiner Zeit mit medizinischen Patienten. So laufe ich sicher nicht in Gefahr, die Balance und den Blick für die Norm zu verlieren. Als Arzt muss ich den Wunsch des Patienten nachvollziehen können und ich werde einen Eingriff nur dann durchführen, wenn ich ihm damit etwas Gutes tun kann.“

Laser, Botox und Hyaluronsäure ersetzen das Skalpell

Als Spezialist für ophthalmologische und okuloplastische Chirurgie führt Robert Katamay plastische Eingriffe im und rund um das Auge durch. Der häufigste Eingriff ist die Oberlidstraffung. Eine optimierte Schnittführung und der Gebrauch besonders schonender moderner Instrumente ermöglichen, dass üblicherweise bereits eine Woche nach der Operation keine sichtbare Narbung und Schwellung mehr bemerkt werden.

Eventtipp:

Besuchen Sie zu diesem Thema das Referat „Gut aussehen – ästhetische Behandlungen im Gesicht“ am 5.9.2019, um 19.00 Uhr, im Bürgerlichen Waisenhaus Basel. Teil der Vortragsreihe Einblick rund ums Auge.
„Es ist wie mit dem Rahmen um ein schönes Bild. Das Gesicht muss zu den Augen passen. Mimische Falten spielen eine entscheidende Rolle, wie eine Person wahrgenommen wird. Wunderschöne Oberlider kommen nicht zur Wirkung, wenn eine tiefe Zornesfalte stört.“ Zur Verringerung solcher Falten sind injizierbare Substanzen sehr beliebt. „Wir bieten eine solche Behandlungen in einer speziellen Sprechstunde mit angenehmen Ambiente an“, sagt Robert Katamay.

Unter allen minimalinvasiven ästhetischen Behandlungsverfahren ist der Gebrauch von Muskelrelaxanzien zur Anpassung des Tonus eines Muskels an den Tonus der Haut am bekanntesten. Dieses injiziert Robert Katamay mit extrem dünnen Nadeln. Man geht nach Hause oder zur Arbeit, als wäre nichts gewesen. Eine solche Behandlung hält fünf bis sechs Monate an und man kann selber entscheiden, ob man die Behandlung auffrischen möchte.

Hyaluronsäure bietet die Möglichkeit, einen Substanzverlust der Haut aufzufüllen. „Diese körpereigene Substanz ist in der Haut mit zunehmendem Alter weniger vorhanden. Mit einer Injektion können wir die Haut polstern und kleine Täler ausgleichen. Die Hyaluronsäure wird in die Haut eingebaut und die Wirkung hält ein bis zwei Jahre an.“

Immer öfter setzt Robert Katamay zur Hautstraffung im Gesichts- und Halsbereich den Laser ein, der die Haut glättet und strafft, ohne Narben zu hinterlassen. Auch feine Fältchen, Pigmentflecken und andere störende Hautveränderungen bringt er mit dem Laser zum Verschwinden.

Fadenlifting liefert erstaunliche Ergebnisse

Eine weitere Methode ist das Fadenlifting, das immer mehr an Bedeutung gewinnt. Über einen einzigen Einstich werden feine Fäden aus resorbierbarem Material unter die Haut gezogen. Diese Fäden haben ganz feine Widerhaken. „Damit kann man die Haut ein paar Millimeter entgegen der Schwerkraft bewegen. So können zum Beispiel abgesunkene Augenbrauen wieder in die frühere Position gebracht und dort fixiert werden, ohne dass ein chirurgischer Eingriff nötig ist“, erklärt Robert Katamay. „Der Faden löst sich in den kommenden sechs Monaten langsam auf. Während dieser Zeit wächst das Hautgewebe an und stabilisiert sich in der gewünschten, vorteilhaften Position.“

Das Fadenmaterial löst zudem die Bildung von Kollagengewebe aus, wodurch die Haut wieder an Festigkeit gewinnt. „Bei feinen, durchscheinenden Augenlidern erzielen wir mit dem Fadenlifting ganz tolle Resultate. Auch bei der Verjüngung der Kinnlinie und der Reduktion der sogenannten Marionettenfalten im Mundwinkel, die durch das Absinken der Wangen unvorteilhaft wirken, spielen Fäden die entscheidende Rolle. Mit dem Fadenlifting können abgesunkene Wangen sanft wieder in ihre ursprüngliche Position gebracht werden.“

Dr. Robert Katamay

Oberarzt und Stellvertretende Leitung Lid- und Tränenwegschirurgie der Vista Klinik

In Österreich aufgewachsen schloss Robert Katamay 2005 sein Medizinstudium in Wien ab. Danach forschte er an der Uni Basel auf seinem heutigen Spezialgebiet, der Ophthalmologie – und er wurde Augenarzt. Fast zwei Jahre widmete er in den USA den Studien im Gebiet der Immunologie des Auges.

Seit 2011 arbeitet er für die Vista Klinik in Binningen, wo er unter seinem Mentor Armin Koestinger die Ausbildung zum okuloplastischen Chirurgen abschloss. Robert Katamay ist verheiratet, Vater von drei Kindern und er lebt mit seiner Familie im Baselbiet.

Zu Beginn jeder Behandlung will Robert Katamay seine Patientinnen und Patienten im persönlichen Gespräch kennenlernen und mit ihnen die Wünsche und Erwartungen, die Möglichkeiten und die Grenzen eines Eingriffs detailliert besprechen. „Das Risiko muss vor jeder medizinischen Intervention, und sei sie noch so klein, seriös abgeklärt werden. Der Nutzen muss das potenzielle Risiko deutlich übertreffen. Bei uns in der Vista Klinik bieten wir die modernsten Methoden an und wir verfügen über die beste Technologie. Deshalb können wir für viele Probleme sehr sichere Behandlungen anbieten.“

Hans Peter Schläfli

Netzhaut: Wenn sich der Glaskörper abhebt Hintere Glaskörperabhebung

Netzhaut: Wenn sich der Glaskörper abhebt Hintere Glaskörperabhebung

Der Glaskörper ist eine gallertartige Masse, die das Auge ausfüllt. Er besteht zu etwa 98 Prozent aus Wasser und liegt zwischen Linse und Netzhaut. Folglich durchquert das von der Linse gesammelte Licht auf seinem Weg zur Netzhaut den Glaskörper.
Der Flüssigkeitsverlust des Glaskörpers ist eine normale Alterserscheinung. Ist somit jeder von uns irgendwann von einer Glaskörperabhebung betroffen?
Dr. Theo Signer: Der Glaskörper hebt sich nicht bei allen Individuen von der Netzhaut ab. Bei kurzsichtigen Augen und auch bei Zustand nach Kataraktoperation kommt die Abhebung deutlich häufiger vor.
Wie nehmen Betroffene eine Glaskörperabhebung wahr?
Dr. Theo Signer: Betroffene sehen Mücken, Fäden und Rauchschwaden, die sich im Auge bewegen, im Dunkeln gelegentlich sogar Blitze. Der durch die Abhebung entstandene Zug auf der Netzhaut kann zu Rissen führen. Risse wiederum stellen ein Risiko für eine Netzhautablösung dar. Diese führt zu Schattenbildung mit Gesichtsfeldeinschränkung und Sehschärfenverminderung.

Eventtipp:

Weitere Fragen beantwortet Dr. Theo Signer nach seinem Vortrag «Netzhaut: Wenn sich der Glaskörper abhebt», am Dienstag, 27. August 2019, um 19 Uhr im Bürgerlichen Waisenhaus. Teil der Vortragsreihe Einblick rund ums Auge.
Ist die Abhebung schmerzhaft?
Dr. Theo Signer: Nein, absolut nicht.

Wann müssen Betroffene den Augenarzt aufsuchen?
Dr. Theo Signer: Mücken, Blitze oder Schatten sind Zeichen einer Netzhautablösung. Falls diese auftreten oder sich in ihrer Intensität verändern, sollte innerhalb 24 Stunden ein Augenarzt aufgesucht werden. Dabei muss die Pupille erweitert werden, damit man die periphere (äussere) Netzhaut gut untersuchen kann. Falls keine Netzhautdefekte vorliegen, werden Kontrollen nach einer und nach vier Wochen nochmals angeordnet.

Lässt sich eine Glaskörperabhebung rückgängig machen, beziehungsweise heilen? Wie sieht genau die Behandlung aus?
Dr. Theo Signer: Der Glaskörper lässt sich nicht mehr anlegen. Das heisst, dass er zeitlebens abgelöst bleibt. Wichtig ist, dass der Ablösungsprozess kontrolliert wird. Eine Heilung gibt es nicht und braucht es auch nicht. Es müssen nur die möglichen Folgen wie Netzhautlöcher oder Ablösung behandelt werden.