Aktiv mit Multifokallinse statt Brille

Aktiv mit Multifokallinse statt Brille

Ungefähr ab dem 45. Lebensjahr tritt die sogenannte Alterssichtigkeit auf. Leider trifft sie früher oder später jeden. Aber hinnehmen müssen wir sie nicht. Multifokallinsen korrigieren diese Alterserscheinung und ermöglichen einen Alltag ohne Brille.

Je älter wir werden, desto mehr Flüssigkeit verliert unsere Linse und desto unelastischer wird sie. Damit verliert sie auch die Fähigkeit zu fokussieren. Das zeigt sich im Alltag immer dann, wenn wir versuchen, etwas Kleines zu sehen. Das Lesen des Menükarte im Restaurant oder das Einfädeln des Garns ins Nadelöhr entpuppen sich als ziemlich mühselig. Um die kleinen Dinge scharf sehen zu können, müssen diese weiter weggehalten werden. Und irgendwann ist die Alterssichtigkeit so weit vorangeschritten, dass der Arm nicht mehr lang genug ist – und spätestens dann muss eine Lesebrille her.

Aktiv und unabhängig

Menschen werden immer älter – aber altern gleichzeitig auch gesünder. Gerade wer im Kopf noch lange nicht so alt ist, wie es die Augen und die Zahl im Ausweis vorgeben, möchte gerne aktiv bleiben. Egal ob nach einer Operation des Grauen Stars oder einfach so – der Wunsch unabhängig zu sein, bezieht sich auch auf die Brille und wird immer grösser. Multifokallinsen können diesen steigenden Anspruch an die Lebensqualität erfüllen.

Informieren und beraten lassen

Auf vista.ch finden Sie weitere ausführliche Informationen zum Thema Linsenaustausch und haben die Möglichkeit, bei Interesse online einen Beratungstermin zu vereinbaren.

Die Lösung: Multifokallinsen

Glücklicherweise gibt es eine Alternative zur Lesebrille: Sogenannte multifokale Speziallinsen machen die Sehhilfe auf der Nase überflüssig. Eine Multifokallinse wird anstelle der eigenen, alten Linse ins Auge implantiert und ermöglicht so das scharfe Sehen in verschiedenen Distanzen.

Genaue und individuelle Abklärung ist Pflicht

Doch eine Multifokallinse ist nicht für alle geeignet. Neben der multifokalen Speziallinse gibt es noch einige weitere Linsentypen, die auf unterschiedliche Berdürfnisse eingehen. Um diese Bedürfnisse genau zu ermitteln, werden in einem persönlichen Beratungsgespräch Gewohnheiten, Hobbys und die eigenen Ansprüche an das Sehen abgeklärt. Zusätzlich werden wichtige diagnostische und augenärztliche Untersuchungen durchgeführt. Basierend auf den Ergebnissen und dem Gespräch wird dann die passendste Möglichkeit empfohlen.

Linsentypen

Es gibt unterschiedliche Linsentypen, die verschiedene Ansprüche erfüllen. Einen kleinen Überblick finden Sie hier:

Standardlinse

Die Standardlinse stellt eine gute Sicht in die Ferne oder in die Nähe her. Die Alterssichtigkeit und eine eventuell bestehende Hornhautverkrümmung werden mit diesen Linsentypen nicht korrigiert. Daher ist in der Regel nach der Operation eine Lesebrille oder eine Gleitsichtbrille erforderlich.

Asphärische Linse

Asphärische Linsen verfügen über eine Einstärken-Korrektur. Die spezielle asphärische Optik der Kunstlinsen führt zu einer Kontrastverbesserung – die Sehleistung bei schlechten Lichtverhältnissen und die generelle Sehqualität ist besser. Auch bei diesem Linsentyp ist weiterhin eine Lese- oder Gleitsichtbrille nötig.

MiDi Linse

Im Gegensatz zur asphärischen Linse ermöglicht die MiDi Linse eine gute Sicht ohne Brille schon ab PC-Distanz. Für bequemes Lesen ist weiterhin eine abgeschwächte Lesebrille notwendig.

Torische Linse

Liegt eine Hornhautverkrümmung vor, kann diese mit einer torischen Kunstlinse ausgeglichen werden. Die torische Linse erlaubt in der Regel ein sehr gutes Sehen in die Ferne ohne Brille.

Multifokallinse

Multifokallinsen erlauben gutes Sehen ohne Brille für mehrere Distanzen – ganz auf die Bedürfnisse jedes einzelnen Patienten zugeschnitten. Zusätzlich zur guten Fernsicht wird die Alterssichtigkeit und eine allfällige Hornhautverkrümmung korrigiert.

Das könnte Sie ebenfalls interessieren:

Schlupflider – wenn das Lid zur Last wird

Wenn sich das Augenweiss verfärbt: Das sollten Sie wissen

Wenn sich das Augenweiss verfärbt: Das sollten Sie wissen

Unsere Augen können einiges über unsere Gesundheit aussagen, das ist nichts Neues. Manche haben bei sich selbst vielleicht auch schon einmal eine Verfärbung des Augenweiss festgestellt und sich gefragt: Ist das gefährlich?

Augenweiss rot

Wie bei anderen Bereichen des Körpers gilt für das Auge, und insbesondere für das Augenweiss, Veränderungen genau zu beobachten und je nach dem mit einem Arzt zu besprechen. Veränderungen oder Verfärbungen des Augenweiss können harmlos sein aber auch auf ernsthafte Erkrankungen hinweisen. Wir haben die verschiedenen Verfärbungen und Ursachen zusammengetragen:

Wenn sich das Augenweiss gelb verfärbt

Augenweiss gelb verfärbt

Eine Gelbverfärbung ist bei jüngeren Personen keine Seltenheit und meist harmlos.

Wenn sich die weisse Bindehaut gelb verfärbt, kann das ein Hinweis auf verschiedene Krankheiten, aber auch lediglich ein vorübergehendes, harmloses Phänomen sein. Gerade bei jüngeren Leuten kann es nach einer längeren Essenspause zu dieser Verfärbung kommen, die dann häufig auch in den Handinnenflächen zu beobachten ist. Dies wird durch eine Stoffwechselstörung der Leber ausgelöst, die verschwindet, sobald der Körper wieder Nahrung erhält. Sollte die Verfärbung allerdings länger als einen Tag andauern, ist es ratsam, einen Arzt zu konsultieren. Denn folgende Krankheiten können auch hinter der Gelbfärbung stecken:

  • Erkrankungen der Leber: Bei einer Gelbfärbung sind häufig Krankheiten wie Leberzirrhose, Hepatitis, Leberentzündungen, Fettleber oder auch Leberkrebs Verursacher. Auch übermässiger Konsum von Medikamenten oder Alkohol kann die Leber schädigen und eine Verfärbung des Augenweiss erklären.
  • Erkrankung der Galle: Auch eine geschädigte Galle kann der Grund für die gelbliche Färbung sein. Schuld sind dann Gallensteine oder ein Gallenstau.
  • Stoffwechselerkrankung: Die Ursache kann ebenfalls in der Erkrankung «Morbus Meulengracht» liegen. Diese Stoffwechselerkrankung verläuft häufig harmlos, jedoch kann der gelbbraune Gallefarbstoff Bilirubin nicht ausreichend umgebaut und ausgeschieden werden.
  • Stress und Co.: Bei körperlichem Stress können die Bilirubinwerte steigen. Auch bestimmte Medikamente zur Behandlung von Blutarmut können als Nebenwirkung eine Verfärbung der Bindehaut hervorrufen.

Wenn sich das Augenweiss blau verfärbt

Auch eine bläuliche Verfärbung des Augenweiss kann auftreten und sollte unbedingt von einem Fachmann inspiziert werden, wenn sie nicht von allein wieder verschwindet. Mögliche Krankheiten, die die bläuliche Verfärbung verursachen können, sind:

  • Glasknochenkrankheit: Erscheint das Augenweiss blau, kann das an einer Verfärbung der Augenlederhaut, auch Sklera genannt, liegen. Die blauen Skleren sind eines der Symptome für eine Osteogenesis imperfecta oder auch Glasknochenkrankheit. Typisch für diese Erkrankung ist zudem eine erhöhte Knochenbrüchigkeit – daher die Bezeichnung Glasknochenkrankheit.
  • Erbliche Gendefekte: Albinismus kann ebenfalls eine Ursache für eine bläuliche Verfärbung sein. Zusätzlich sind Haare und Haut weiss bis hellgelb, weshalb diese Erkrankung schnell identifiziert sein sollte.
  • Eisenmangel: Wenn zu wenige, zu kleine und zu blasse rote Blutkörperchen im Körper vorhanden sind, kann dies blau verfärbte Augen hervorrufen. Die häufigsten Ursachen sind ein hoher Blutverlust oder ein nutritiver Eisenmangel.

Wenn sich das Augenweiss rot verfärbt

Hyposphagma

Ein Hyposphagma verschwindet meist ohne Behandlung von alleine wieder

Diese Verfärbung dürfte den meisten von uns schon einmal begegnet sein. Die Rötung kann verschiedene Ursachen haben und ist in den meisten Fällen harmlos. Der häufigste Grund sind trockene Augen, das heisst, das Auge wird nicht ausreichend mit Tränenflüssigkeit befeuchtet und kann so leichter gereizt werden. Dies passiert häufig, wenn man lange vor dem Bildschirm sitzt und die Augen müde werden.

Manchmal, etwa nach grosser Anstrengung oder heftigem Niesen kommt es zu Einblutungen unter der Bindehaut. Dieses sogenannte Hyposphagma zeigt sich als hellroter Fleck im Auge und verschwindet meist ohne Behandlung nach ein bis zwei Wochen wieder.

Eine weitere Ursache für eine Rotfärbung kann eine Bindehautentzündung sein, die entweder durch Viren oder durch Bakterien ausgelöst wird, sie taucht aber mit weiteren Symptomen wie verklebten und schmerzenden Augen auf. Natürlich können auch andere äussere Einflüsse wie Staub, Rauch, Chlorwasser, Pollen oder klimatisierte Luft eine kurzfristige Reizung und damit eine Verfärbung auslösen.

Braune und blaue Flecken im Augenweiss – was ist das?

Leberfleck im Auge

Im Alter nimmt die Häufigkeit für Leberflecken zu – auch im Auge

Nicht nur ganzflächige Verfärbungen, sondern auch punktuelle Veränderungen des Augenweiss sind häufig. Bei den kleinen braunen Flecken handelt es sich häufig um einfache Leberflecke, also Ansammlungen von dunklem Pigment. Besonders im Alter nehmen diese Flecken zu. Wie bei allen Leberflecken sollte darauf geachtet werden, ob sie sich verändern: werden sie zum Beispiel dunkler, grösser oder stehen sie vor, kann ein Bindehautmelanom vorliegen. Neue oder ungewöhnliche Flecken zeigen Sie am besten Ihrem Augenarzt.

Die Ursache für blaue Flecken im Augenweiss ist meist ganz einfach: Die Lederhaut des Auges ist an einigen Stellen so dünn, dass sie bläulich durchsichtig ist. Das ist entweder angeboren, die Folge einer Lederhautentzündung oder aber eine Veränderung, die altersbedingt ist.

Es muss also nicht immer eine schlimme Krankheit hinter der Verfärbung stecken, aber in jedem Fall sollten Sie beobachten, wie sich das Augenweiss verändert. Und falls Sie einmal eine Person sehen, die ein sehr dunkles, fast schwarzes Augenweiss hat, wundern Sie sich nicht – auch diese Stelle des Körpers lässt sich tätowieren – jedoch kann dieser Schönheitstrend ganz schön ins Auge gehen.

Katja Hackmann

Haben Sie Fragen ...

… oder sind Sie unsicher, weil sich Ihr Augenweiss verfärbt hat? Unsere Experten geben Ihnen gerne Auskunft.

 

Agent 00-sehen

Agent 00-sehen

Augenimplantate, Brillenkameras und Lasertechniken: Was wie einst futuristisch-technische Zukunftsmusik aus einem Bond Film klingt, hilft Menschen mit Sehbehinderung heute, den Hürden des Alltags entgegenzutreten.

Hilfsmittel bei Sehbehinderung

Wir leben in einer zunehmend visualisierten Welt: Im Zuge der immer weiter voranschreitenden Digitalisierung weichen Knöpfe und Regler Touchscreens und Displays. Nicht nur die ältere, weniger technikaffine Generation gerät da bei der Bedienung von Waschmaschine, Mikrowelle und Smartphone gerne mal an ihre Grenzen. Blinde und sehbehinderte Menschen stehen ohne Sprachausgabe oder taktile Regler in einer Welt aus Touchscreens und Pixeln alleine leider oft vor kaum überwindbaren Hürden.

Früher war alles besser …

Brailleschrift Tastatur

Brailleschrift-Tastatur

… einige von uns neigen in Momenten nostalgischer Rückbesinnung gerne mal zu entsprechenden Aussagen. Dennoch schätzen wir die technischen Neuerungen, die uns den Alltag erleichtern. Obwohl der Absatzmarkt verhältnismässig klein ist, entwickeln Unternehmen zunehmend mehr technische Hilfsmittel, die Menschen mit Sehbehinderung in ihrem Alltag unterstützen sollen.

Laserschwerter 2.0?

Ein heute schon fast wieder vorsteinzeitlich wirkendes Hilfsmittel, das es bereits seit vielen Jahren auf dem Markt zu kaufen gibt, ist der «laser-cane»: Ein höhenverstellbarer Blindenstock, der vierzig Mal in der Sekunde auf verschiedenen Höhen einen kurzen, für Sehende ungefährlichen infraroten Lichtstrahl aussendet. Trifft einer der Lichtstrahlen auf einen Gegenstand, wird er reflektiert und löst Vibrationen aus. Geht der parallel zum Stock verlaufende Lichtstrahl dagegen über eine gewisse Entfernung hinaus, wenn zum Beispiel eine abwärts führende Treppe vor einem liegt, gibt er ein akustisches Warnsignal von sich. Durch den nach oben gerichteten Lichtstrahl hingegen, können zum Beispiel Zusammenstösse mit Gegenständen, die von der Decke hängen, vermieden werden.

Nicht vom rechten Weg abkommen

Spätestens seit den ersten Auto-Navigationsgeräten ist das GPS-Tracking in der breiten Gesellschaft angekommen. Jedes Smartphone verfügt heute über diese Funktion und ortet uns, wenn wir orientierungslos durchs Leben stolpern oder den falschen Weg einschlagen wollen – und oftmals nicht nur da. Anders als mit den meisten Navigationsgeräten und -Apps kommen blinde und sehbehinderte Menschen mit Kapten Mobility GPS oder Smartphone-Apps wie My Way Classic, Blind Square oder Komoot auch ohne visuelle Displayunterstützung nicht vom rechten Weg ab. Bei Kapten Mobility GPS erfolgt die Eingabe der Zieladresse über Sprachbefehle und navigiert die Nutzer über Kopfhörer zum Ziel. Es passt bequem in jede Hosentasche und verweist ausserdem automatisch auf Orte von allgemeinem Interesse, wie Geldautomaten, Restaurants oder Museen – zusätzlich hat es noch viele andere Funktionen mit im Gepäck.

Nicht Ohrwurm, sondern OrCam

Nicht etwa Zukunftsmusik, sondern Sprachausgaben von Texten, Supermarktprodukten oder Namen von Familienmitgliedern und Bekannten hört man dagegen dank OrCam. Dabei handelt es sich um einen Minicomputer mit integrierter Kamera und Lautsprecher, der mithilfe von Magneten an nahezu jedem Brillenbügel befestigt werden kann. Sobald man mit dem Finger etwa auf Speisekarten, Texte, Bücher oder Lebensmittelverpackungen deutet, überträgt der Minicomputer das gefilmte in ein auditives Signal und liest einem das Gesehene vor. Auch Gesichter können auf diese Weise erkannt werden: Dafür muss der Minicomputer ihnen aber vorab vorgestellt worden sein, und zwar in Form von Fotos, die mit dem dazugehörigen Namen eingespeichert wurden. Sobald die Kamera eine der Personen erkennt, flüstert sie einem den Namen ins Ohr.

Fortschrittlich in die Zukunft blicken

Wahrhaftig wie in einem Science-Fiction Spionageroman mutet dagegen das Augenimplantat an. Die Zielgruppe entsprechender Netzhautimplantate sind Menschen, deren Sehnerven noch intakt sind, die aufgrund einer Netzhauterkrankung jedoch nur noch schemenhaft sehen können oder erblindet sind. Durch das Implantat werden Bilder wahrgenommen und in elektrische Impulse umgewandelt, die dann an den Sehnerv und darüber ins Gehirn weitergeleitet werden.

Durch die sehr komplizierte und sehr teure Augenoperation kann trotzdem leider nur ein geringer Prozentsatz im unteren einstelligen Bereich der Sehkraft wiederhergestellt werden – und auch nur bei Menschen, die in ihrem Leben mal sehen konnten. Auch mit Implantat heisst das, zumindest heute noch, schemenhafte Umrisse von Gegenständen und Personen, grobe Lichtunterschiede und in einigen Fällen auch grosse Buchstaben wieder wahrnehmen zu können. Für eine blinde Person kann dies jedoch ein grosses Stück Lebensqualität und mehr Selbstständigkeit im Alltag bedeuten. Im Bereich der Implantat Entwicklung gibt es allerdings noch einiges zu tun.

Selbstständigkeit durch Smartphones und Smart Homes?

Zur Selbstständigkeit im Alltag von Menschen mit Sehbehinderung kann auch Künstliche Intelligenz einiges beisteuern, wie etwa der HomePod von Apple, Google Home oder ausserhalb der Schweiz, Amazons Echo. Mit «Hey Siri», «Ok Google», oder «Alexa» lassen sich heute via Smart Home Funktionen zahlreiche darauf ausgerichtete Haushalts- und Küchengeräte alleine durch Sprachsteuerung bedienen.

 

«Hey Siri, schalte die Kaffeemaschine an und mache mir einen Latte Macchiato, dann rufe Stephan Hüsler von Retina Suisse an.»

Stephan Hüsler bekam 2001 die Diagnose Retinitis Pigmentosa, seit dem hat seine Sehkraft stark nachgelassen. Während Blindenhund Neo ihn im Alltag tatkräftig unterstützt, unterstützt Hüsler als Geschäftsleiter der Selbsthilfeorganisation Retina Suisse andere Erkrankte im Umgang mit ihrer Diagnose.

Auf meine Frage, ob Smartphones und Künstliche Intelligenz viele der eigens für blinde und sehbehinderte Menschen entwickelten Geräte obsolet machen, antwortet er: «Ich möchte diese beiden Technologien nicht gegeneinander ausspielen, jede hat ihren Platz im Alltag von Menschen mit Sehbehinderungen. Ich habe auch ein iPhone und ich benutze die Voiceover Funktion. Ab und zu benutze ich auch Siri und bin ganz glücklich darüber, denn so habe ich Zugang zu sehr vielen Informationen, die ich sonst nicht hätte. Dann gibt es halt die anderen Softwares, die man benutzen kann, die aber eben nicht eingebaut sind. Bei Windows zum Beispiel, gibt es ja auch die Vergrösserung und Sprachausgabe, die sind nicht schlecht, aber sie sind auch nicht ganz so gut wie speziell dafür entwickelte Programme.»

Vor allem der heute jüngeren Generation werden Smartphones und Smart Homes zunehmend Unterstützung im Alltag geben. Für Ältere stellt diese Technologie bisher jedoch oft nur eine zusätzliche Hürde dar. Sich allerdings ausschliesslich auf Technologie zu verlassen, kann auch Schwierigkeiten mit sich bringen: «Ich arbeite oft noch mit Brailleschrift, also mit der Blindenschrift. Denn mit der Papierversion bin ich unabhängig von der Elektronik. Der Laptop muss mir nur mal runterfallen, dann bin ich aufgeschmissen», erklärt mir Hüsler. So ein Akku geht schliesslich auch schnell mal leer, dann hilft es oft, auf traditionellere Methoden zur Orientierung zurückgreifen zu können.

Schweizer Behindertengleichstellungsgesetz

Barrierefreie ÖVs sind eine Hürde weniger im Alltag von Menschen mit einer Sehbehinderung.

Barrierefreie ÖV sind eine Hürde weniger im Alltag von Menschen mit einer Sehbehinderung.

Umso wichtiger ist vor diesem Hintergrund das Behindertengleichstellungsgesetz, das 2004 von der Regierung verabschiedet wurde. Mit einer Frist von 20 Jahren sollte – so der Plan – der öffentliche Raum bis 2023 barrierefrei gestaltet werden «unter anderem sollen alle Infotafeln und Ticketautomaten nach diesem Gesetz barrierefrei werden. Zwar hat man heute eine Telefonnummer, die man anrufen kann, um ein Ticket am Automaten zu kaufen, doch wenn das Call Center mal nicht besetzt ist, kriegt man auch kein Ticket. Vieles ist lange noch nicht so, wie man es gerne hätte».

Auch flächendeckend genormte Bordsteine an Gehwegen, ein barrierefreier, öffentlicher Nahverkehr oder akustische Ampelsignale bringen Erleichterungen im Alltag – und zwar nicht nur für blinde oder sehbehinderte Menschen. Achten Sie doch mal auf die Barrierefreiheit auf Ihren alltäglichen Wegen – leider sind es nämlich vor allem die Sehenden, die blind sind für die Hürden, denen sich Menschen mit Beeinträchtigungen im Alltag stellen müssen.

Samantha Happ

Der Rote-Augen-Effekt

Der Rote-Augen-Effekt

Das Fotomodell sitzt im Kerzenlicht, der Auslöser klickt, der Blitz leuchtet auf. Doch anstelle der Augen sind glühende rote Punkte zu sehen. Weshalb ist das so?

Der «Rote-Augen-Effekt» tritt auf, wenn bei schlechtem Licht mit Blitz fotografiert wird. Denn bei schwachem Licht sind die Pupillen des Fotomodells weit offen und es dringt viel Blitzlicht ins Auge. Die rote Färbung entsteht, weil die gut durchblutete Netzhaut den Blitz reflektiert.

Besonders ausgeprägt ist der Effekt bei Kompaktkameras, bei denen Linse und Blitz auf einer Achse liegen. Allgegenwärtig waren rote Augen auf den schnell geknipsten Schnappschüssen der 80er-Jahre. Damals kamen Kompaktkameras auf, die überallhin mitgenommen werden konnten. Diese Kameras hatten den Blitz fast immer in einer Linie mit dem Sucher.

Tipps & Tricks gegen rote Augen

Dabei gibt es einige ganz simple Tricks, mit denen rote Augen verhindert werden können. Zunächst sollten Porträtfotos nur draussen und bei gutem natürlichem Licht geschossen werden. Doch grau ist die Theorie und rot sind die Augen: Natürlich können Porträtfotos nicht immer unter optimalen Bedingungen gemacht werden.

Müssen Fotos drinnen gemacht werden, sollte in der Nähe ein helles Fenster sein – nicht aber direkt im Hintergrund. Bei gutem Licht ziehen sich die Pupillen nämlich zusammen, weshalb weniger Licht ins Auge eintritt – der Rote-Augen-Effekt wird so vermieden. Bei schlechtem Licht gilt deshalb generell der Grundsatz: Unbedingt so viele Lampen wie möglich anzünden, sofern sie dem Fotomodell nicht direkt in die Augen scheinen. Als letzter Trick kann man das das Fotomodell an der Kamera vorbeischauen lassen. So entstehen häufig auch interessanterer Fotos.

Mit Vorblitz rote Augen vermeiden

Es gibt natürlich auch technische Hilfsmittel. So haben viele Kameras einen Anti-rote-Augen-Modus. Meist gekennzeichnet durch ein Augen-Symbol. Der Modus bewirkt, dass die Kamera vor dem eigentlichen Blitz mehrmals kurz aufblitzt. Dadurch verkleinern sich die Pupillen und wenn dann der «richtige» Blitz folgt, sind die Pupillen wiederum zu klein, um eine Reflektion auf der Netzhaut zuzulassen.

Bessere Kameras können mit externen Blitzgeräten ausgestattet werden. Diese sorgen indirekt für Helligkeit, indem sie etwa an die Zimmerdecke anstatt direkt auf das Fotomodell blitzen.

Smartphones gegen rote Augen

Viele Smartphones aktivieren den Vorblitz automatisch, wenn es vom Licht her nötig ist. Der Nachteil: Das Fotomodell muss länger stillhalten, weil das Foto erst verzögert gemacht wird. Und ein weiterer Vorteil moderner Technologie: Die meisten Foto-Apps haben eine-Korrektur extra für rote Augen. Mit dieser können rote Augen auf den Fotos markiert werden und die App entfernt sie dann im Nu.

Gregor Szyndler

Brillenfrei im Alter? Monovision: Weit- und Kurzblick in einem

Brillenfrei im Alter? Monovision: Weit- und Kurzblick in einem

Die Alterssichtigkeit ist unvermeidlich. Mit einer bewusst beigeführten Sehkorrektur – der Monovision – kann ihr entgegengewirkt werden. Wer sich dafür eignet, lässt sich vor der Operation testen.

Die Presbyopie macht vor niemanden Halt. Denn bei der Alterssichtigkeit handelt es sich um einen ganz natürlichen Alterungsprozess, der ungefähr ab dem 40. Lebensjahr beginnt. Für die funktionelle Nah- und Ferneinstellung, auch Akkommodation genannt, ist die Elastizität der Linse von zentraler Bedeutung.

Anders gesagt: Verliert der Prozess an Elastizität, bedeutet das, dass die Augen nicht mehr so gut von Weitsicht auf Nahsicht umstellen können. Das Kleingedruckte wird immer schwieriger zu lesen, weshalb wir beispielsweise die Zeitung immer weiter weg von uns halten. Doch keine Bange – die Presbyopie lässt sich wunderbar mit einer Brille oder einer operativen Augenkorrektur beheben.

Selbstverständlich ist die Brille die wohl einfachste Methode, aber immer mehr Menschen träumen davon, brillenfrei zu leben auch im Alter. Eine Operation bietet sich als Lösung an. Doch Achtung – nicht alle vertragen die Monovision.

Die bewusste Herbeiführung des alternierenden Sehens durch eine Operation wird als Monovision bezeichnet – aber was ist das und warum sollte man sich dafür entscheiden?

Haben Sie Fragen ...

… oder möchten Sie mehr wissen über die Monovision? Lassen Sie sich von unseren Experten in Zürich, Pfäffikon SZ oder Basel beraten.

Alternierendes Sehen bedeutet, dass man auf dem einen Auge kurz- und auf dem anderen weitsichtig ist. Dadurch entstehen zwei Bilder, die das Gehirn nicht miteinander verbinden kann. Dem Gehirn bleibt nichts anderes übrig, als eine Arbeitsteilung vorzunehmen. Es verarbeitet immer nur ein Bild und ignoriert den Seheindruck des anderen Auges. Weil man immer nur mit einem Auge sieht und das Gehirn zwischen den beiden Augen hin und her wechselt wird dies als alternierendes Sehen bezeichnet

Maximale Differenzen

70 Prozent der Patienten ertragen 1 Dioptrie Differenz zwischen beiden Linsen, sie sehen dann auf eine Distanz von einem Meter am schärfsten. 50 Prozent ertragen 1.5 Dioptrien Differenz (Schärfe bei 60 cm Distanz) und zehn Prozent eine Differenz von 2.5 Dioptrien (Schärfe in 40 cm).

Eine überschaubare Differenz

Vor dem Eingriff wird ermittelt, welches Auge beim Sehen dominant ist. Dieses wird für die Ferne korrigiert, während das andere Auge auf die Nahsicht eingestellt wird.

Beim alternierenden Sehen besteht das Problem des räumlichen Sehens. Für das räumliche Sehen beziehungsweise für die Tiefenwahrnehmung braucht man das Zusammenspiel beider Augen für die gleiche Distanz. 

Besteht ein grösserer Unterschied dessen, kann das Gehirn kein dreidimensionales Bild erzeugen. Allerdings wird bei der Operation genau darauf geachtet, die Differenz zwischen den beiden Augen möglichst kleinzuhalten. Das Gehirn soll den Unterschied gar nicht erst bemerken, sodass es trotz des ungleichen Sehvermögens in der Lage ist, mit beiden Augen zu sehen und die Bilder zu einem bestmöglichen dreidimensionalen Gesamtbild zusammenzufügen.

Erst testen testen testen

Es gibt aber Menschen, die mit der Differenz trotzdem nicht klarkommen. Bei ihnen versucht das Gehirn, die Sehstärke der Augen auszugleichen, was zu Kopfschmerzen, Desorientierung und zu verschwommenem Sehen führt. Es empfiehlt sich deshalb im Vorfeld einer Operation auszutesten, ob man mit einer Monovision leben könnte. Hierfür trägt man über einen längeren Zeitraum Kontaktlinsen, die die Monovision quasi simulieren. So kann der Betroffene gut beurteilen, ob für ihn die Operation der richtige Weg ist.

Hat man sich für eine Monovision-Korrektur entschieden, wird geprüft ob die Sehstärke seit mindestens einem Jahr stabil ist und eine gute allgemeine gesundheitliche Verfassung für den operativen Eingriff vorliegt. Es dürfen auch keine Augenerkrankungen wie beispielsweise Grauer Star, Grüner Star oder Hornhauterkrankungen diagnostiziert worden sein. Liegt eine sehr starke Fehlsichtigkeit vor, also bei einer starken Kurzsichtigkeit ab -10,0 Dioptrien und bei einer Weitsichtigkeit von über +4,0 Dioptrien wird, eher zu einer Linsenimplantation mit Multifokallinsen geraten. Multifokallinsen sind ebenfalls eine Alternative bei vorliegendem Grauem Star oder einer Hornhautverkrümmung.

Das optimale Behandlungsergebnis stellt sich meist bereits einige Tage nach der Augenlaserbehandlung ein.

Und was noch wichtig zu erwähnen ist: Obwohl dank der Operation im Grunde auf die Brille verzichtet werden kann, gibt es Alltagssituationen, in welchen sie trotzdem aufgesetzt werden sollte, wie beispielsweise beim Autofahren.

Florencia Figueroa

 

Diese Artikel könnten Sie ebenfalls interessieren:

Warum der Goethe-Blick für Abwechslung sorgt

Das alte Auge betrifft jeden

Damit der Lidstrich sitzt – die Schminkbrille

Damit der Lidstrich sitzt – die Schminkbrille

Wir werden älter, die Haut ist nicht mehr so straff wie mit Dreissig, die Alterssichtigkeit grüsst ebenso und mit ihr wird das Schminken zu einer neuen Herausforderung. Zum Glück gibt es die Schminkbrille.

Mit Adleraugen erkennen sie den kleinsten noch so weit entfernten Punkt. Doch wenn es darum geht, das Kleingedruckte auf dem Etikett zu lesen, versagen die Augen plötzlich: Die Alterssichtigkeit macht vor niemandem Halt. Dieser normale Alterungsprozess nimmt ab dem 40. Lebensjahr langsam seinen Lauf. Mit einer Lesebrille scheint das Problem aus der Welt geschaffen zu sein oder etwa nicht?

Weit gefehlt! Viele Frauen ab ungefähr 45 Jahren aufwärts kennen die alltägliche Situation – für die scharfe Sicht in die Nähe benötigen sie eine Lesebrille. Nur wie soll frau oder man sich damit schminken? Ohne Brille erscheint das Gegenüber im Spiegel einfach unscharf. Aber man will geschminkt aus dem Haus – gut geschminkt! Eine Herausforderung. Liebevoll gemeinte Tipps vom starken Geschlecht, mit aufgesetzter Brille Lidschatten und Wimperntusche aufzutragen, sind wenig hilfreich. Entweder ist danach die Brille komplett angemalt oder man sieht aus wie von der vierjährigen Tochter geschminkt worden zu sein. Steht man weiter weg vom Spiegel, sieht man sich zwar scharf, aber das mit dem Zielen wird schwierig – somit auch keine Lösung. Dann also aufs Schminken verzichten? Nein danke!

Schliesslich gibt es die Schminkbrille. Doch wie funktioniert sie? Im Prinzip ganz einfach: Man trägt quasi immer nur ein Brillenglas, sodass man das eine Auge schminken kann, während man mit dem anderen scharf sieht. Ein Kinderspiel für uns Multitasking-Talente. Beim Schminkbrillenkauf darf dann zwischen zwei Brillenarten entschieden werden:

  • Soll es eine Brille sein, die nur ein Brillenglas hat, das man über den mittleren Nasensteg entweder nach links oder nach rechts klappen kann oder
  • eine Brille mit zwei Gläsern, die sich beide nach oben oder nach unten wegklappen lassen.

Das Gute an der Schminkbrille ist, dass sie eine sogenannte Halbrandbrille ist, also entweder eine Brillenfassung oben oder unten hat. So lässt sie viel Platz um das Auge herum um es mit grosser Handfreiheit schminken zu können.

Zwei Gläser sind besser als eines

Schminkbrille mit aufgeklappten Gläsern

Schminkbrille mit aufgeklappten Gläsern

Worauf sollten Sie beim  Schminkbrillenkauf sonst noch ein aufmerksames Auge werfen? Tatsächlich gibt es einige Kriterien, die den Unterschied ausmachen. Hier einige Beispiele:

  • Wie bei der Lesebrille gibt es auch bei der Schminkbrille sogenannte Standardmodelle. Besser als eine Schminkbrille von der Stange ist allerdings eine Schminkbrille mit individuell angefertigten Brillengläsern, die Sie beim Optiker erhalten. So wird nicht nur gewährleistet, dass die Brille die Sehschwäche perfekt korrigiert, sondern auch dass sie gut sitzt.
  • Fragen Sie sich, welcher Schminktyp Sie sind. Davon hängt nämlich ab, welche Klappvorrichtung sich am besten für Sie eignet. Schminken Sie Ihre Augen eher von seitlich oben, dann ist es besser, wenn der Rahmen unten verläuft und Sie die Gläser nach unten klappen können. Oder gehören Sie zu den Frauen, die Ihre Augen eher von seitlich unten schminken? Dann sollte der Rahmen besser oberhalb des Auges verlaufen und die Gläser nach oben aufklappbar sein.
  • Das Brillenmodell mit einem Glas kann zuweilen als unpraktisch erachtet werden. Schliesslich möchte man gerne das Gesamtkunstwerk sehen, wenn man sich fertig geschminkt hat. Mit einem Glas wird das allerdings etwas schwierig, weshalb manche Hersteller von Einglas-Modellen abraten und den Käufern empfehlen, eine Schminkbrille mit zwei Gläsern zu erwerben.
  • Es gibt übrigens noch einen zweiten Grund, weshalb man ein Modell mit zwei Gläsern wählen sollte: Anisometropie. Das ist das Fachwort für Augen, die eine unterschiedlich stark ausgeprägte Sehschwäche haben. So kann es durchaus vorkommen, dass zum Beispiel ein Auge kurzsichtig ist und das andere weitsichtig. Ein Standardglas stellt sich in so einem Fall als wenig hilfreich heraus.

Eine Schminkbrille kann zu einem nützlichen kleinen Helfer werden für all jene, die trotz ihrer Weitsichtigkeit nicht auf ein perfektes Make-Up verzichten wollen.

Florencia Figueroa

Keine Lust mehr auf Lese- oder Schminkbrille? Hier finden Sie mehr Informationen zu Linsenimplantaten bei Alterssichtigkeit.

Dieser Artikel könnte Sie ebenfalls interessieren:

Wasserfestes Augenmake-up: Dos and Don’ts