Tauchen mit offenen Augen Warum die Augen im Wasser brennen

Tauchen mit offenen Augen Warum die Augen im Wasser brennen

Tauchen mit offenen Augen

Tauchen mit offenen Augen ist etwas, das man schon als Kind lernt. Allerdings birgt das Öffnen der Augen im Wasser auch seine Tücken.

Es fühlt sich komisch an, man sieht kaum etwas und es kann zuweilen brennen, kurz: Die Augen im Wasser zu öffnen ist unangenehm. Dabei ist es etwas, was wir von klein auf lernen. Schliesslich ist das Öffnen der Augen unter Wasser eine der wichtigsten Übungen im Schwimmunterricht. Grund: Sollte man ins Wasser fallen, muss man imstande sein, zurück an die Oberfläche zu finden – und das ist mit geschlossenen Augen schlichtweg unmöglich. Nicht umsonst empfehlen Schwimmlehrer den Eltern, den Kindern erst dann eine Taucherbrille zu schenken, wenn diese schon gelernt haben, die Augen im Wasser zu öffnen. Haben sich die Kinder nämlich einmal an die Taucherbrille gewöhnt, ist es schwer, sie ihnen wieder abzunehmen. Schliesslich ist es viel bequemer mit der Taucherbrille zu schwimmen – und manch einer denkt gar, dass es sicherer für die Augen ist. Denn wer weiss schon, was da alles im Wasser schwimmt? Und ja, es stimmt. Gerade in Pools und Schwimmbädern ist es zuweilen nicht sehr sauber. Da gibt es Bakterien, Schmutz, Schweiss und Urin.
Aber diesen Keimen ist man nicht schutzlos ausgeliefert. Hierfür wird nämlich an öffentlichen Badeanstalten Chlor eingesetzt. Allerdings kann das Chlor den natürlichen Tränenfilm angreifen, weshalb es zuweilen brennt, wenn wir im Wasser die Augen öffnen. Üblicherweise klingen die Symptome von selbst wieder ab. Sollten die Beschwerden nicht verschwinden, gilt es, den Augenarzt aufzusuchen, um mögliche Infektionen, ausgelöst durch Verunreinigungen des Wassers, ausschliessen zu können.

Keine Chance, klar zu sehen

Doch auch im Meerwasser finden sich Schmutzpartikel und Bakterien – und auch dort brennen die Augen, wenn wir sie im Wasser öffnen. Jedoch nicht, wegen des Chlors, sondern wegen des Salzes. Zwar sind auch Tränen salzhaltig, was bedeutet, dass unsere Augen Salz eigentlich gewohnt sind. Allerdings ist der Salzgehalt im Meerwasser viel höher als in unseren Tränen. Das ist auch der Grund, warum Schweiss in den Augen brennt. Denn im Schweiss ist der Salzgehalt etwa ähnlich hoch wie im Meerwasser. Man kann die Augen aber sowohl an das Chlor, als auch an das Salzwasser gewöhnen, sodass es mit der Zeit weniger stark brennt. Ganz vermeiden lässt sich dieser unangenehme Effekt jedoch nicht. Übrigens sollte man die Augen nicht reiben, wenn sie brennen, weil das Reiben das Brennen verschlimmert. Stattdessen sollte man vermehrt blinzeln, bis das Brennen nachlässt. Lässt das unangenehme Gefühl nicht nach, sollte man auch nach dem Bad im Meer den Augenarzt konsultieren, um sicherzugehen, dass alles in Ordnung. Am besten lässt es sich übrigens im Süsswasser, sprich in Seen und Flüssen, mit offenen Augen tauchen. Dort gibt es nämlich weder Chlor noch Salz; Bakterien und Schmutz hingegen schon, weshalb man auch hier aufpassen muss, dass man sich keinen Infekt holt.
Ob es Sinn macht, mit offenen Augen zu tauchen, sei dahingestellt. Eines aber ist eindeutig: Im Wasser ist es unmöglich, von blossem Auge klar zu sehen. Der Grund: Das Wasser hat eine viel höhere optische Dichte als Luft. Die dichten Teilchen im Wasser stören das Licht auf dem Weg zur Netzhaut im Auge. Das Resultat: Man sieht alles verschwommen.

Kontaktlinsenträger aufgepasst

Kontaktlinsenträgern wird ausdrücklich empfohlen, beim Tauchen mit offenen Augen auf Linsen zu verzichten. Man geht nämlich dabei das Risiko ein, dass sich Keime wie die Akanthamöbe oder Pilze in die Kontaktlinse einnisten und sich dort vermehren, was eine Augeninfektion auslösen kann. Im Wasser kann es ebenso vorkommen, dass die Linsen entweder weggespült werden oder sich gar an den Augen festsaugen. Letzteres kann schmerzhafte Abschürfungen an der Hornhaut zur Folge haben. Will man also mit Kontaktlinsen tauchen, ist eine Taucherbrille unabdingbar.

Tauchen mit Kontaktlinsen

Kontaktlinsenträger sollten mit Taucherbrille tauchen, um Infektionen und das Wegspülen der Kontaktlinsen zu vermeiden

Florencia Figueroa

Schlupflider – wenn das Lid zur Last wird

Schlupflider – wenn das Lid zur Last wird

Nur weil man jetzt in der ungemütlichen Jahreszeit gerne wieder Unterschlupf sucht, muss man das noch lange nicht bei seinen Augen akzeptieren. Schlupflider: Was tun, wenn der Blick immer skeptischer und das Lid zur Last wird?

Schlupflider

In der Rangliste der Schönheitsoperationen der International Society of Plastic Surgery steht die Lidoperation neben Fettabsaugungen und Brustvergrösserungen unter den drei häufigsten Schönheitsoperationen weltweit. Da vermag die Eine oder der Andere jetzt grosse Augen zu machen, sofern das noch geht.

Schlupflider …

… was irgendwie nach Geborgenheit und Wärme klingt, steht dagegen eiskalt und völlig unromantisch für erschlaffte Haut, welche die oberen Lider unserer Augen verdeckt. Es ist ein wenig, als stünde die Welt Kopf, denkt man sich, wenn man hört, dass ausgerechnet die ständige Bewegung der Gesichtsmuskulatur, anders als beim Krafttraining, die Haut nicht straffer macht, sondern stattdessen sogar altern lässt. Auch Umweltbedingungen, Kosmetik und UV-Strahlung tragen, zusätzlich zum stetigen Alterungsprozess, dazu bei, dass die Haut irgendwann nur noch die Elastizität einer abgetragenen Strumpfhose hat. Verantwortlich dafür sind die Proteine Kollagen und Elastin. Während Kollagen vor allem in Verbindung mit Sehnen, Bändern, Bindegewebe und zur Bildung von Knochen vorkommt, sorgt Elastin für die nötige Spannung bei Blutgefässen und in der Haut.
Ein Markt, den sich längst die Kosmetikunternehmen mit Cremes und Haarpflegeprodukten aber auch die Industrie für Nahrungsergänzungsmittel zu eigen gemacht haben, schliesslich gilt Elastin in unserem Körper als sehr wertvolles Gut. Das Protein wird bereits im Mutterleib und während den ersten Lebensjahren im menschlichen Körper produziert, bis die Produktion dann schliesslich endgültig eingestellt wird und die Haut das restliche Leben von dem Bestand zehren muss, wie das Eichhörnchen von seinem Wintervorrat.

So sehr wir auch die Augen offen halten

Wie der Berg an Nüssen beim Eichhörnchen wird auch die Spannkraft der Haut mit fortschreitender Zeit zunehmend geringer und sorgt dafür, dass sie faltig, schlaff und alt wirkt. Doch auch die Genetik spielt bei Schlupflidern eine Rolle: So können schon Jugendliche unter der Last des Lids leiden.
Nicht nur weil man dadurch abgeschlagen, müde, älter oder auch skeptischer wirkt und der Gemütszustand häufig von dem Gegenüber falsch interpretiert wird, sondern auch weil die, auf dem Lid aufliegende Haut medizinische Probleme hervorbringen kann. Durch den anhaltenden Druck, den die Haut auf das Auge ausübt, kann es sowohl zu Entzündungen des Lidrandes kommen als auch durch Reibung der Wimpern zu Bindehaut- und Hornhautentzündungen, die sich auf das Sehvermögen auswirken können. Der Lidrand ragt immer tiefer ins Auge, schränkt das Sichtfeld ein und reduziert so die Sicht auf die Welt.

Augen auf: Schlupflidoperation

Eine Oberlidkorrektur hat nicht immer nur ästhetische Gründe

Wenn Schminktipps für Frauen und Magicstripes, sozusagen das Powertape fürs Augenlid, nicht mehr helfen, ist häufig ein Eingriff unumgänglich – und hat nicht immer nur ästhetische Gründe. Eine Blepharoplastik, also eine Korrektur des Oberlids, ist die längerfristige Lösung.

In einer 45 – 60 minütigen Operation mit örtlicher Betäubung wird die überflüssige Haut entfernt – die Schnittnarbe wird dabei in die Lidfalte gesetzt und ist nach Abheilen der Wunde kaum mehr zu sehen. Auch wenn der Eingriff keinen langen Krankenhausaufenthalt mit sich bringt, sollte man nach der Operation dennoch erstmal entspannt in die Zukunft schauen, das Auge kühlen, schonen und sich noch ein paar Tage ausruhen.

Die Kosten nicht aus den Augen verlieren

Ob die Krankenkasse für Spannung über dem Augenlid und Entspannung im Portemonnaie sorgt, hängt von mehreren Faktoren ab. Bei Einschränkungen des Sichtfeldes, chronischen Augenentzündungen, Unfällen oder Verletzungen stehen die Chancen gut, dass die Kosten des Eingriffs übernommen werden. Für rein kosmetische Eingriffe sind Krankenkassen bisher blind. Grundsätzlich sollte das jedoch vor der Operation mit Ärzten und Krankenkassen abgeklärt werden. So steht einem uneingeschränkten Blick in die Zukunft nichts im Wege.

Samantha Happ

Weitere Informationen zu den Themen Lidchirurgie und kosemtische Behandlungen finden Sie auf www.vista.ch/lidchirurgie/

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Lesen bei Kerzenlicht – ist das schlecht für die Augen?

Lesen bei Kerzenlicht – ist das schlecht für die Augen?

Je kürzer die Tage, desto mehr Kerzen flackern. Im bequemen Sessel mit einer warmen Tasse Tee bei schummrig romantischem Kerzenlicht ein Buch lesen – was gibt es Entspannenderes? Doch oft bleiben ein kleines Unbehagen und die Frage: Ruiniert das “schlechte” Kerzenlicht vielleicht die Augen? Höchste Zeit für eine Klarstellung.

Eine Warnung gleich vorweg – die aber für jede Lichtquelle gilt, nicht nur für Kerzen: Schauen Sie nicht zu lange direkt hinein. Denn blicken Sie zu lange direkt in Kerzenlicht, kann es zu temporären Störungen kommen. Es entstehen „Nachbilder“, die auch nach dem In-die-Kerze-Blicken noch die Sicht stören. Besser ist es, Sie geniessen das Kerzenlicht als launisch tanzende Schatten oder aus dem Augenwinkel.

Der Rotlichtanteil ist bei Kerzen am grössten und bei LED-Licht am niedrigsten.

Was sagen die Physik und die Medizin?

Kerzenlicht hat einen hohen Rotanteil. Licht mit hohem Rotanteil fühlt sich subjektiv warm und heimelig an, während Licht mit viel Blauanteil als kalt empfunden wird. Das Licht von PC, Handy und Fernseher zum Beispiel hat einen hohen Blauanteil. Der hohe Blaulichtanteil des Bildschirms reduziert die Melatonin-Ausschüttung. Dadurch fällt es uns schwerer, einzuschlafen.

Kerzenlicht macht schläfrig

Vor dem Zubettgehen sollten Sie also auf Bildschirmzeit verzichten. Statt fernzusehen, können Sie ja abends im dunklen Zimmer sitzen und eine Kerze brennen lassen. Wetten, dass Sie von ganz allein schläfrig werden? Aber bitte nicht vergessen, die Kerze vor dem Einkuscheln ins warme Bett wieder auszublasen …

Bei Kerzenlicht lesen?

„Lies nicht bei Kerzenlicht, das schadet deinen Augen!“ Wir alle kennen diese Warnung. Das Gute: Es gibt keine Beweise, dass sie stimmt. Was hingegen bestimmt wahr ist: Aus verschiedenen Gründen führt Lesen im Kerzenlicht zu Ermüdungserscheinungen des Auges und schlimmstenfalls zu Kopfschmerzen.

Problemfaktor Sehpurpur

Besonders beansprucht beim Lesen im Kerzenlicht werden die lichtempfindlichen Stäbchen. Sie sind fürs Hell-Dunkel-Sehen verantwortlich und benötigen den Farbstoff Rhodopsin, auch Sehpurpur genannt. Wenn Sie in schwachem Kerzenlicht lesen, nimmt der Abbau des Sehpurpurs zu. Das braucht Ihnen jedoch keine Sorgen zu machen, die Sehpurpur-Vorräte werden beim Schlafen wieder „aufgefüllt“.

Kleiner Tipp

Machen Sie deshalb beim Lesen im Kerzenlicht öfter mal eine Pause. Um den Augen etwas Abwechslung zu geben, fixieren Sie zwischendurch die gegenüberliegende Ecke des Wohnzimmers oder etwas anderes, das ein paar Meter entfernt ist. Wechseln Sie dann zurück auf den Nahbereich. Nun können Sie Ihre Augen wieder einen Moment lang entspannt lesen lassen!

Gregor Szyndler

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Ein Auge sieht rot Trockene Augen im Herbst

Ein Auge sieht rot Trockene Augen im Herbst

Trockene Augen im Herbst
Trockene Augen zu haben ist zwar meistens ungefährlich, dafür aber unangenehm. Gerade zur Herbstzeit nehmen bei vielen Menschen die Beschwerden wieder zu. Dabei gibt es einfache Tricks, um trockenen Augen vorzubeugen.
Die Herbstzeit fängt an, der Winter wird eingeläutet und damit auch die Zeit der Erkältung. Doch der Herbst macht nicht nur unserem Immunsystem zu schaffen, sondern auch unseren Augen. Während der windigen und kalten Monate leiden besonders viele Personen an trockenen Augen. Schuld daran ist unter anderem der Wind. Starker Wind kann nämlich zur Folge haben, dass unsere Augen auszutrocknen drohen. Das Ergebnis sind brennende, juckende, aber auch schmerzende Augen. Häufig sind die Augen rot unterlaufen oder fangen gar an zu tränen. Manchmal führen diese Symptome zu einer Bindehaut- oder Augenentzündung.

Der schützende Tränenfilm

Die Tränenflüssigkeit ist sehr wichtig für die Funktionstüchtigkeit der Augen. Das Augensekret tötet nämlich allfällige Krankheitserreger ab und sorgt dafür, dass die Augen feucht und geschmeidig bleiben. Sind die Augen nun starkem Wind ausgesetzt, kann es passieren, dass dieser Tränenfilm verdunstet und mit ihm die schützende Schicht über dem Sehorgan, wodurch es zur Austrocknung kommt. Darauf reagieren die Augen sofort: Zunächst werden sie rot, danach fängt es an zu brennen. Eine mögliche Folge der Austrocknung kann paradoxerweise auch die erhöhte Tränenproduktion sein. Neben dem starken Wind gibt es jedoch auch einen anderen Grund, weshalb die Augen austrocknen können – und zwar Räume, in die wir uns im Herbst und im Winter vorzugsweise zurückziehen, weil sie warm sind.

Trockenen Augen vorbeugen

Was uns wohlig erscheint, bedeutet für die Augen vor allem Stress. Aufgrund der Heizung werden die Räume zu trocken, was sich auf die Augen auswirken kann. In warmen Gebäuden mit trockener Luft droht die Tränenflüssigkeit schneller zu verdunsten als in kühler Umgebung. Erschwerend kommt hinzu, dass viele Menschen während der Arbeitszeit und zu Hause nach Feierabend auf einen Bildschirm schauen, was zu vermindertem Lidschlag führt. Der Lidschlag ist aber wichtig, um die Tränenflüssigkeit auf den Augen zu verteilen. Fällt er weg, werden die Augen ungenügend befeuchtet. Die Kombination von warmer Luft und vermindertem Lidschlag kann dann eben trockene Augen zur Folge haben. Übrigens gibt es einen Fachbegriff für trockene Augen: Sicca-Syndrom. Was das genau ist und wie man die Erkrankung behandelt, lesen Sie hier.

Trockene Augen wegen Bildschirm

Der permanente Blick in den Bildschirm oder in den Fernseher führt zu einem verminderten Lidschlag

Tatsächlich lassen sich trockene Augen mit Augentropfen behandeln. Häufig handelt es sich um vergleichsweise harmlose Beschwerden, die sich oftmals in den Griff bekommen lassen und keine weiteren Auswirkungen auf die Gesundheit haben. Dennoch sollte man die Beschwerden nicht ganz auf die leichte Schulter nehmen, denn wie gesagt, können sie zu einer Binde- oder Augenentzündung führen, die man dann am besten von einem Arzt behandeln lässt. Es gibt übrigens auch vorbeugende Massnahmen, die man ergreifen kann, um trockene Augen zu vermeiden. Vielleicht muss dafür die eine oder andere Gewohnheit abgelegt oder geändert werden – dafür kann man aber trockenen Augen entgegen wirken.
Sonnenbrille gegen trockene Augen
Einen Sonnenbrille schützt nicht nur gegen Sonne, sondern auch gegen Wind

Tipps

  • Vor starkem Wind kann man sich mit einer Sonnenbrille schützen.
  • Regelmässiges Lüften erhöht in beheizten Räumen die Luftfeuchtigkeit. Ausserdem lohnt es sich, zwischendurch an die frische Luft zu gehen. Abhilfe schaffen können ebenfalls Luftbefeuchter und Pflanzen, weil sie Feuchtigkeit in einen Raum abgeben.
  • Wer ausreichend trinkt, sorgt dafür, dass genügend Tränenflüssigkeit hergestellt wird.
  • Viel vor dem Monitor zu sitzen, bewirkt einen verminderten Lidschlag. Dem kann man entgegenwirken, wenn man zwischendurch bewusst blinzelt. Ausserdem empfiehlt es sich, ab und zu eine mehrminütige Bildschirmpause einzulegen.

Florencia Figueroa

Weitere Informationen rund um das Thema trockene Augen finden Sie auf www.vista.ch/trockene-augen/

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Rote Augen – Bindehautentzündung?

Sehnervenentzündung

Sehnervenentzündung

Es klingt zwar etwas seltsam, aber tatsächlich kann sich auch der Sehnerv entzünden. Optikusneuritis nennt sich das. Das Gute: in den meisten Fällen legt sich diese Entzündung innert Wochen von alleine.
Der Sehnerv ist für unser Sehvermögen zentral, denn er leitet alle wichtigen Signale in unser Hirn weiter. Dort werden die Informationen zum Bild verarbeitet. Doch auch der Sehnerv kann sich entzünden. Die Krankheit nennt sich fachsprachlich Optikusneuritis. Meistens macht sich eine Sehnervenentzündung – irgendwie logisch – durch Sehprobleme bemerkbar. Aber auch schmerzende Augenbewegungen sind häufige Symptome der Optikusneuritis. Am häufigsten betroffen sind übrigens Menschen zwischen 18 und 45 Jahren – sowie Personen, die an Multipler Sklerose erkrankt sind.

Typische und Atypische Optikusneuritis

Bei der typischen Optikusneuritis verschlechtert sich das Sehvermögen sehr rasch. Bemerkbar macht sich das durch einseitig abnehmende Sehschärfe oder durch schwarze Flecken im Gesichtsfeld. Ausserdem schmerzen plötzlich Augenbewegungen und der leichte Druck aufs betroffene Auge.
Von einer atypischen Sehnervenentzündung spricht der Augenarzt, wenn Betroffene jünger als 18 oder älter als 45 Jahre sind. Zudem gibt es Fälle, bei denen die Beschwerden nicht mit Schmerzen einhergehen oder beide Augen gleichzeitig betroffen sind. Auch nicht normal sind Veränderungen am Übergang des Sehnervs in die Netzhaut. Eine atypische Sehnervenentzündung tritt häufig zusammen mit Rheuma und Infektionen auf.

Symptome der Sehnervenentzündung
Schmerzende Augenbewegungen sind häufige Symptome der Optikusneuritis
Meistens legen sich die Symptome innerhalb eines Monats wieder. Im schlimmsten Fall bleibt eine beeinträchtigte Farbsicht oder eine Verminderung des räumlichen Sehens zurück. Gefährlich wird eine Sehnervenentzündung, wenn sie chronisch wird, denn dann kann der Nerv verkümmern und es kommt schlimmstenfalls zum graduellen Sehverlust.

Wie stellt der Arzt fest, ob eine Optikusneuritis vorliegt?

Im Verdachtsfall leuchtet der Augenarzt mit einer Diagnostiklampe in das Auge. Bei gesunden Augen sorgt das Gehirn dafür, dass sich beide Pupillen als Folge des Pupillenreflexes sofort verengen. Liegt eine Entzündung vor, bleibt die Pupille weit.

Ausserdem wird der Arzt auch nach Lähmungserscheinungen, Gefühlsstörungen, Fieber, Hautausschlägen, Gelenkschmerzen oder reduzierter körperlicher Kraft fragen. Das klingt im ersten Moment seltsam, solche Symptome können jedoch auf eine hinter der Optikusneuritis liegende Krankheit deuten. Viele Mediziner empfehlen bei Verdacht auf Multiple Sklerose ausserdem eine Magnetresonanztomografie. Kortison-Therapien werden meist nur angeordnet, wenn Betroffene im Beruf auf bestmögliche Sicht angewiesen sind oder wenn es um das betroffene Auge aus anderen gesundheitlichen Gründen nicht zum Besten bestellt ist.

Unbedingt verzichten muss man bei einer Optikusneuritis auf die heiss geliebte Sauna, da sich durch die Erhöhung der Körpertemperatur auch das Sehen verschlechtern kann. Ausserdem beeinträchtigt die Sehnervenentzündung das räumliche Sehen – es macht also Sinn, das Auto in der Garage zu lassen. Lesen hingegen, digital und auf Papier, ist nach wie vor bestens möglich.

 

Gregor Szyndler

Ups – das ging ins Auge Erste Hilfe für das Auge – ein kleiner Ratgeber

Ups – das ging ins Auge Erste Hilfe für das Auge – ein kleiner Ratgeber

Das Auge ist unser wichtigstes Sinnesorgan – wir erkennen mehr als 80 Prozent aller Umweltreize mit den Augen. Umso mehr gilt es, unsere Augen zu schützen und bei Unfällen richtig zu handeln, um Komplikationen vorzubeugen.
Ein kleiner Erste Hilfe-Ratgeber soll Ihnen helfen, Ruhe zu bewahren und das Richtige zu tun, wenn es darauf ankommt.

Fremdkörper

Auf einmal brennt und juckt es fürchterlich– ein kleiner Fremdkörper ist ins Auge gelangt. Das unangenehme Gefühl, versursacht beispielsweise durch eine Wimper, ein Insekt oder ein Sandkorn, hat zur Folge, dass unser Auge zu tränen beginnt. Durch das Produzieren der Tränenflüssigkeit sorgt das Auge dafür, dass der Fremdkörper “ausgeschwemmt” wird.
Reiben Sie mit sauberen Händen, bei geschlossenen Augen von aussen zur Nase hin. Gelingt es nicht, den Fremdkörper zu entfernen, können Sie versuchen, das betroffene Auge mit einer Kochsalzlösung oder mit Feuchtigkeitsaugentropfen auszuspülen. Bleibt auch dieser Versuch erfolglos, sollten Sie einen Augenarzt aufsuchen.

Notfälle

Bei nachfolgenden Situationen handelt es sich um Notfälle.
Reiben Sie auf keinen Fall das betroffene Auge, da dadurch die Gefahr besteht, die Situation zu verschlimmern oder neue Verletzungen zu verursachen. Um das betroffene Auge zu schützen und um Augenbewegungen möglichst zu vermeiden, sollten Sie das Auge abdecken. Das Auge wird so beruhigt und eine weitere Reizung verhindert. Falls Sie zu zweit sind, lassen Sie sich idealerweise beide Augen bedecken, da sich die Augäpfel stets synchron bewegen.
Und das Wichtigste: Bleiben Sie ruhig!

Notfall-Ratgeber

Was ist passiert?Was tun?
Säure, Laugen, Putz- und Reinigungsmittel oder andere Chemikalien
sind ins Auge gelangt (es reicht schon, wenn die Flüssigkeit am Finger haftet und ins Auge gefasst wird)
Verätzungen sind sehr gefährlich.
Das Auge sofort und ausgiebig für mindestens 15 Minuten mit klarem, fliessendem Wasser oder besser noch mit einer Kochsalzlösung ausspülen. Dafür den Kopf zur Seite drehen, das betroffene Auge muss dabei unterhalb des nicht verletzten Auges sein, das betroffene Auge aufhalten und Wasser aus circa 10 cm Höhe in den inneren Augenwinkel giessen, sodass es über den Augapfel hin zum äusseren Augenwinkel abfliessen kann.
Anschliessend oder währenddessen sich direkt zum Augenarzt begeben. Verätzungen können Zellen rasch zerstören. Insbesondere Laugen dringen in tiefere Augenschichten ein und können eine schwere Schädigung des Auges bis hin zur Erblindung bewirken.
Achtung: bei schweren Verätzungen werden oft keine Schmerzen wahrgenommen.
Spitzer, scharfer oder grösserer Gegenstand (Späne, Scherben, Stab, …)
gelangt ins Auge
Ist das Auge gerötet oder blutet sogar, ist umgehend ein Augenarzt aufzusuchen. Eventuell ist ein Rest des Fremdkörpers noch im Auge. Durch die mechanische Verletzung können zusätzlich Bakterien in das Auge gelangen und Entzündungen verursachen.
Steckt gar ein Fremdkörper im Auge, diesen unberührt in der Wunde lassen. Das betroffene Auge vorsichtig um den Fremdkörper herum abdecken. Das nicht verletzte Auge ebenfalls abdecken und sich sofort in die Augenklinik begeben oder den Rettungsdienst anrufen.
"Blaues Auge" durch Gewaltweinwirkung (beispielsweise durch einen Ball oder Faustschlag)Das Auge kühlen. Das Kühlpad nicht direkt auf das Auge legen, sondern mit einem Tuch umwickeln oder eine Kompresse auf das Auge legen.
Wenn Sie lang anhaltende Schmerzen haben, Doppelbilder sehen oder es sogar "blitzt", sollte sich dies unbedingt ein Augenarzt ansehen.
Verbrennung / Verblitzung
durch eine heisse Flüssigkeit, heissen Dampf, einen Sonnenbrand, durch ungeschützten Blick in eine sehr helle Lichtquelle
Decken Sie das Auge mit einer Kompresse ab, legen Sie ein Kühlpad oder ähnliches darauf und begeben Sie sich zum Augenarzt.
Plötzliches Wahrnehmen von Blitzen, Rauch, Nebel, Mücken, Schatten, kleinen Flecken oder ähnlichem … Diese Symptome können Anzeichen einer Netzhautablösung, eines Arterienverschlusses oder einer Durchblutungsstörung sein. Weitere Diagnosen lassen sich nicht ausschliessen. In allen Fällen ist ein umgehender Augenarztbesuch essentiell.

Schutzbrille tragen

Passen Sie auf Ihre Augen auf! Tragen Sie bei allen Arbeiten, bei denen kleine Partikel freigesetzt werden wie Hobeln oder Schleifen, bei Arbeiten mit Chemikalien, bei Schweissarbeiten oder ähnlichen Beschäftigungen immer eine Schutzbrille. Und setzen Sie bei dem Kontakt mit sehr hellen und bei stark reflektierenden Lichtquellen, wie zum Beispiel beim Skifahren, eine geeignete Sonnenbrille auf.

Wichtig: Da nur ein Augenarzt die definitive Schwere einer Augenverletzung einschätzen kann, zögern Sie bei einem unsicheren Gefühl nach einem vermeintlich harmlosen Unfall oder einer Verletzung nicht, Ihr Auge untersuchen zu lassen.

Mit einer Schutzbrille gelangen keine Fremdkörper ins Auge