Die Welt mit Kinderaugen sehen Wie erkenne ich, dass mein Kind schlecht sieht?

Die Welt mit Kinderaugen sehen Wie erkenne ich, dass mein Kind schlecht sieht?

Was, wenn den neugierigen Kinderaugen im Alltag der klare Durchblick fehlt? Woran bemerkt man, dass das eigene Kind vielleicht eine Sehschwäche hat?
Fehlsichtigkeit bei Kindern

«Die Welt mit den Augen eines Kindes sehen». Die scheinbare Unbekümmertheit, die diese Äusserung transportiert, kann nur von einem alltagsgeplagten Erwachsenen stammen. Zwischen Steuererklärungen, Arbeit und dem ganz normalen Alltagswahnsinn sehnt sich jeder ab und zu in eine sorglosere Zeit zurück. In die Kindheit zum Beispiel, als die schwerste Entscheidung noch darin lag, welches Spielzeug in den Ferienkoffer eingepackt werden soll. Doch was, wenn der kindliche Blick statt unbekümmert und sorglos vielmehr unklar und verschwommen ist?

Man sehe und staune!

Von dem Moment an, in dem ein Kind das Licht der Welt erblickt, bis sich dessen Sehschärfe vollständig entwickelt hat, vergehen immerhin fünf bis sechs Jahre. Gerade in dieser Phase der Entwicklung spielt das Sehen, beim Erkunden der Welt, eine ganz entscheidende Rolle. Deswegen können unentdeckte Sehstörungen die Entwicklung eines Kindes stark beeinträchtigen: Beispielsweise wenn es um die Verknüpfung von Gesehenem mit Geräuschen, Sprache oder Bewegung geht. Koordinations-, Konzentrations- oder Orientierungsschwierigkeiten und Lernprobleme können eine Folge unerkannter Fehlsichtigkeit sein. Nicht zu vergessen, die brutale Ehrlichkeit anderer Kinder und deren Auswirkungen auf die soziale Entwicklung des Nachwuchses.

„Ich glaube, ich sehe nicht richtig“ …

… ist ein Satz, der wohl deutlich öfters von Eltern als von Kindern gesagt wird. Als häufige Indizien für Sehprobleme bei Säuglingen und Kleinkindern, auf die man deswegen achten sollte, gelten unter anderem: Augenzittern, Schielen, zwanghaftes Schiefhalten des Kopfes, ständig tränende oder verklebte Augen, Lichtempfindlichkeit, Ausbleiben von Reaktionen oder das Verdrehen der Augen, ohne etwas anzuschauen, starre Pupillen, Augenreiben oder etwa das Vorbeigreifen an Gegenständen. Bei älteren Kindern sollten einem folgende Auffälligkeiten ins Auge springen: Leseschwierigkeiten, das Verwechseln von Buchstaben und Zahlen, schnelles Ermüden beim Malen, Lesen oder Schreiben, Kopfschmerzen, Zukneifen oder Zuhalten eines Auges, Ungeschicklichkeit, häufiges Stolpern und Balanceschwierigkeiten, Probleme beim Ballfangen oder Abschätzen von Entfernungen sowie häufiges Augenreiben, Blinzeln oder Stirnrunzeln.

Schau mir in die Augen, Kleines

Heutzutage legen Kinderärzte bei den Früherkennungsuntersuchungen von Säuglingen und Kleinkindern ein grosses Augenmerk auf die Sehentwicklung ihrer jungen Patienten. Viele Kinder- und Jugendarztpraxen haben bereits automatische Refraktometer, also spezielle Messgeräte, mit denen Sehschwächen von Kinderaugen schon ab dem sechsten Lebensmonat entdeckt werden können. Die Möglichkeiten eines Experten haben sie dabei allerdings nicht. Ganz grundsätzlich gilt: Je früher eine Sehschwäche entdeckt wird, desto besser kann sie behandelt werden. Daher wird ein Kontrollbesuch beim Augenarzt zwischen dem zweiten und dritten Lebensjahr empfohlen. Vor allem dann, wenn man alles daransetzen möchte, dass die Welt durch die Augen seines Kindes tatsächlich möglichst klar, sorgenfrei und unbekümmert aussieht. Erleichterung verschaffen dürfte einem ausserdem, dass sich – Harry Potter sei Dank – Brillen heute auch bei Kindern längst zum modischen Accessoire gemausert haben.

Samantha Happ

Die Etappen der Sehentwicklung bei Kindern

Die Sehkraft ihres Kindes ist für Eltern immer schwer einzuschätzen. Bis zum 12. Lebensjahr durchläuft die Entwicklung der Kinderaugen mehrere Etappen. Eltern sollten diese kennen, um etwaige Sehfehler so früh als möglich zu bemerken. Die nachfolgende Tabelle und das Diagramm sollen Ihnen dabei behilflich sein.
AlterSehentwicklung beim Kind
NeugeborenDer Blick eines Neugeborenen ist zu Beginn auf Nahsicht eingestellt. Das Baby kann nicht weiter als 20-40 cm scharf sehen. Es erkennt Muster, starke Kontraste, Primärfarben und findet Dinge, die sich bewegen, spannender als statische. Die Muskulatur beider Augen ist jedoch noch nicht abgestimmt, weswegen es vorkommt, dass es schielt, was so früh jedoch noch kein Grund zur Sorge ist.
3 - 4 WochenIn den ersten 3 - 4 Wochen lernt der kleine Mensch auch Gesichter auseinanderzuhalten, was er am Anfang nicht kann. Selbst seine Mutter kann es zuvor mit seinen optischen Fähigkeiten allein nicht von anderen unterscheiden.
2 – 4 MonateEtwa mit 2 - 4 Monaten wird die Farbwahrnehmung differenzierter und das Kind erkennt Farbabstufungen. Auch die Linse stabilisiert sich allmählich, sodass die Sehschärfe immer mehr zunimmt. Ausserdem hat das Kind dann gelernt, beide Augen synchron zu benutzen. So kann es Dinge fokussieren und ihnen mit den Augen folgen. Mit dem beidäugigen Sehen wird nun auch das räumliche Sehen möglich. So lernt das Kind schnell präzise nach Dingen zu greifen und seine ersten Bewegungen zu koordinieren. Dem kleinen Menschen in dieser Phase viele Gegenstände, deren Form, Farbe, Struktur und Kontur verschieden sind, zu zeigen und eventuell sogar langsam hin und her beziehungsweise hoch und runter zu bewegen, fördert die Sehfähigkeiten und die Verarbeitungsleistung im Gehirn noch stärker. Hat sich bis zu diesem Zeitpunkt die Augenstellung nicht ausgerichtet und das Kind schielt noch immer, ist es besser, zur Kontrolle den Augenarzt aufzusuchen. Schielen kann auf lange Sicht zu einer Amblyopie führen.
7 – 8 MonateMit 7 - 8 Monaten sind Sehschärfe und Tiefenwahrnehmung schon ziemlich gut ausgebildet. Die Sehkraft beträgt etwa 30 - 50% des Sehvermögens eines Erwachsenen. Immer mehr Details können erkannt werden und das Baby sieht immer entferntere Gegenstände. Ausserdem hat die Iris nun den finalen Augenfarbton angenommen.
Bis zum 4. LebensjahrBis zum 4. Lebensjahr nimmt die Sehschärfe immer weiter zu. Im Idealfall kann eine 100%ige Sehleistung bereits in diesem Alter erreicht werden. Das ist aber je nach Veranlagung unterschiedlich. Andere Kinder kommen auf ihre volle Sehstärke unter Umständen erst mit 9 Jahren. Die Länge des Augapfels, welche über Normal-, Kurz- oder Weitsichtigkeit entscheidet, befindet sich in dieser Zeit noch im Wachstum. Es gibt unterschiedliche Meinungen, ob man Kindern in dieser Zeit bereits eine Brille verschreiben sollte, da prinzipiell die Chance besteht, dass sich die Fehlsichtigkeit noch verwächst. Allerdings sollte man sich hierzu am besten von einem Augenarzt beraten lassen.
Ab dem 12. LebensjahrErst mit 12 Jahren ist der Entwicklungsprozess des Sehens abgeschlossen. Perspektivisches Zeichnen zum Beispiel ist erst ab diesem Alter möglich.

Pl – Preferential looking (Erkennen von Streifenmustern) Symbole – Kinderbilder, E-Haken, Zahlen/ Buchstaben
LR – Landolt-Ringe (Standard-Prüfzeichen)
[E] – Einzeloptotypen (Einzelne Sehzeichen wie Buchstaben, Zahlen, Bilder oder Symbole)
[R] – Reihenoptotypen (Reihen Sehzeichen)

(Abbildung nach Leitlinie Nr. 26 a Amblyopie © BVA und DOG)

Diese Etappen liefern erst einmal eine kleine Orientierung, wann man sich wirklich Sorgen über das Sehvermögen des Kindes machen sollte. Viele Sehfehler lassen sich beheben, wenn sie zeitig erkannt werden. Hinderlich bei der Aufdeckung eines Sehfehlers des Kindes ist allerdings, dass es sich an die verschlechterte Qualität seiner Wahrnehmung gewöhnen kann und sich daher nach wie vor unauffällig verhält. Deshalb sind regelmässige Besuche von Kinder- und Augenarzt sehr wichtig, und auch die Vorsorgeuntersuchungen sollte man immer wahrnehmen. Quelle: Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft e.V. (DOG) und Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e.V. (BVA)
Blind durch Zucker

Blind durch Zucker

Diabetes ist eine weit verbreitete Krankheit, die laut der Weltgesundheitsorganisation WHO überall zunimmt – insbesondere in reichen Ländern. Umso mehr sollte man sich bewusst sein, welche Auswirkungen die Krankheit haben kann – auch auf die Augen.
Diabetes
Mit der Zuckerkrankheit, wie Diabetes mellitus im Volksmund genannt wird, ist wahrlich nicht zu spassen. Die chronische Stoffwechselerkrankung hat zur Folge, dass der Körper den Zuckerhaushalt nicht richtig regulieren kann. Der Blutzuckerspiegel schwankt ständig, was unter anderem die Gefässe, vor allem die kleinsten, schädigt. Das wirkt sich negativ auf den gesamten Körper aus – sogar auf die Augen. Tatsächlich schädigt die Zuckerkrankheit das Sehorgan auf verschiedenste Weise. Hier eine kleine Aufzählung der möglichen Auswirkungen:
SehschärfeDurch die Blutzuckerschwankungen kann es zu plötzlichen Veränderungen der Sehschärfe kommen.
Grauer Star und
grüner Star
Der erhöhte Blutzuckerspiegel verändert die Eiweissstrukturen der Augenlinse, wodurch es zu einer Linsentrübung, dem grauen Star, kommen kann. Patienten mit Diabetes sind ebenso anfälliger für Glaukom, den sogenannten grünen Star.
Augenlid- und HornhautentzündungenDer chronisch erhöhte Blutzuckerspiegel beeinträchtigt das Immunsystem, wodurch Diabetiker anfälliger auf Infektionen sind.

Viele wissen nicht, dass sie Diabetiker sind

Diabetes Typ II kann eine schleichende Erkrankung sein, weshalb die Hälfte der Betroffenen über Jahre hinweg nicht bemerkt, dass sie an der Zuckerkrankheit leidet. Die Glukosekonzentration im Blut steigt so ungehindert an, wodurch es zu Veränderungen im ganzen Körper kommt. Trockene Augen, Hagel- und Gerstenkorn oder häufige Augeninfektionen können ein Anzeichen für Diabetes sein und sollten deshalb genauer untersucht werden, wenn sie vermehrt auftreten. Die Zuckerkrankheit kann unbehandelt zur Erblindung führen oder sogar lebensgefährlich sein. In den westlichen Industrieländern gilt Diabetes mellitus immer noch als eine der häufigsten Ursachen für Erblindung. Die beiden häufigsten Folgeerscheinungen, welche die Augen betreffen und durch Diabetes verursacht werden, sind:

  • Diabetische Retinopathie: Nicht-proliferative diabetische Retinopathie und proliferative diabetische Retinopathie
  • Makulaödem
Nicht-proliferative diabetische Retinopathie

Der hohe Blutzuckerspiegel ermöglicht, dass sich Fett- und Eiweissstoffe in die Gefässwände der Netzhaut einlagern. Es entstehen Ausbuchtungen, sogenannte Mikroaneurysmen, die undicht werden können. Die ausgetretene Flüssigkeit kann die Netzhaut schädigen.

Proliferative diabetische Retinopathie

Unternimmt man nichts gegen die nicht-proliferative diabetische Retinopathie, werden die Gefässwände der Netzhaut immer weiter geschädigt. Die Netzhaut kann nicht mehr richtig mit Nährstoffen versorgt werden. Abhilfe schafft der Körper, indem er neue Gefässe bildet, die aber leider nicht so gut sind, wie die normalen, alten Gefässe. Die neuen Gefässe sind brüchiger und werden viel leichter undicht. Sie können sich nicht nur in der Netzhaut, sondern auch auf der Iris bilden. In ganz schweren Fällen kann sich die Netzhaut ablösen. Neue Gefässe der Iris nennt man Rubeosis iridis. Als Folge nimmt der Augeninnendruck zu, was zu einem rubeotischen Sekundärglaukom – einer besonders aggressiven Art des Grünen Stars – führen kann.

Makulaödem

Auf der Netzhaut gibt es einen Punkt, auf dem sich besonders viele Rezeptoren befinden. Der Punkt des schärfsten Sehens, die Makula, wird umgangssprachlich auch der Gelbe Fleck genannt. Werden kleinste Blutgefässe in der Nähe der Makula undicht, kann ein Makulaödem entstehen. Ödem bedeutet Wasseransammlung. Mit der Zeit beeinträchtigt dieses Ödem das Sehvermögen und kann zu bleibendem Sehschärfenverlust führen. Ursache für dieses Leiden kann ein chronisch hoher Blutzuckerspiegel sein, wie ihn Diabetiker haben.

Fazit

Ein schwankender Blutzuckerspiegel und ein hoher Blutdruck, wie es Diabetiker haben, belasten die Augen auf vielfältige Weise und können zu irreparablen Schäden führen – bis hin zur Blindheit. Um dagegen vorzugehen, ist es wichtig, dass man als Diabetiker seine Augen regelmässig untersuchen lässt. Je früher die Veränderungen entdeckt werden, desto früher kann man eingreifen und grössere Schäden verhindern. Die korrekte Insulineinstellung ist aber eine der wichtigsten Präventivmassnahmen.

Florencia Figueroa

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Augengrippe: Ansteckung, Symptome und Behandlung

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Mit der Grippe ist nicht zu spassen. Sie ist weit schlimmer als eine einfache Erkältung. Das gleiche gilt für die Augen, denn auch sie können die Grippe bekommen. Die Augengrippe ist zwar extrem unangenehm, klingt jedoch wie die richtige Grippe meist von selbst wieder ab.

So ziemlich jeden Winter warnen die Behörden vor der grassierenden Grippe – nicht aber vor der Augengrippe. Sie wird im Unterschied zur Grippe nicht von Influenza – sondern von Adenoviren ausgelöst. Das tückische an diesen Viren ist, dass sie hochansteckend sind und sich dementsprechend schnell verbreiten.

Die Symptome einer Adenovireninfektion sind meist beidseits gerötete, tränende und brennende Augen mit geschwollenen Augenlidern und einer erhöhten Blendeempfindlichkeit. Meistens klingt die Augengrippe von selbst nach zwei bis vier Wochen wieder ab, ohne dass sie irgendwelche Spuren hinterlässt. Gegen das Virus kann leider nicht vorgegangen werden. Das Einzige, was zu tun bleibt, ist die Symptome mit einer befeuchtenden Tropftherapie zu behandeln.

In einigen Fällen kommt es im Laufe der Erkrankung zu einer starken Reaktion des Immunsystems, was zu einer Sehminderung führt. Dies muss mit kortisonhaltigen Augentropfen behandelt werden. Meist erholt sich das Auge auch davon wieder komplett.

Weiterverbreitung vermeiden

Tränendes Auge

Das Adenovirus wird über das Tränensekret übertragen.

Übertragen wird das Adenovirus über das Tränensekret. Wie auch bei der Grippe oder anderen durch Tröpfchen übertragbaren Krankheiten ist es somit am wichtigsten, die üblichen Hygienemassnahmen einzuhalten, um eine Ansteckung zu vermeiden. Ist die Ansteckung bereits erfolgt, sollte unbedingt darauf geachtet werden, die Viren nicht weiter zu übertragen. Dementsprechend sollten Betroffene häufig die Hände desinfizieren und auf Augenreiben sowie auf Händeschütteln verzichten. Auch das Teilen von Gegenständen, die mit Gesicht und Augen in Kontakt kommen, wie Handtücher, Brillen, Kameras, Waschlappen, Kopfkissen oder Augentropfen, sollte unbedingt vermieden werden.

Gerötete und tränende Augen sind ein typisches Anzeichen für die hochansteckende Augengrippe. Wie bei der richtigen Grippe heisst es im Krankheitsfall auch hier: Symptome lindern und abwarten.

Florencia Figueroa

Winterrezepte: Ihr Magen wird Augen machen! Augenfreundliches Wintergemüse

Winterrezepte: Ihr Magen wird Augen machen! Augenfreundliches Wintergemüse

Lutein und Zeaxanthin sind wichtige Nährstoffe für unsere Augen. Unser Körper kann sie aber nicht selber herstellen, weshalb wir sie über die Ernährung aufnehmen müssen. Viele Gemüse, die es im Winter gibt, sind reich an diesen augenfreundlichen Nährstoffen.
Winterrezepte
Lutein und Zeaxanthin werden in der Netzhaut angereichert und schützen die Sehzellen vor kurzwelligem Licht und freien Radikalen. Wissenschaftliche Studien deuten darauf hin, dass eine ausreichende Versorgung mit den Pigmenten möglicherweise das Risiko einer altersabhängigen Makuladegeneration und eines Grauen Stars reduzieren und deren Verlauf beeinflussen kann.
Die ergiebigste Quelle von Lutein und Zeaxanthin ist dunkelgrünes Gemüse wie Spinat, Mangold, Grünkohl, Petersilie oder Romana. Auch Süsskartoffeln, Tomaten, Karotten, Mais, Okra und Peperoni sind besonders für Augenpatientinnen und –patienten gesunde Nahrungsmittel. Grundsätzlich ist der häufige Konsum von rohem oder leicht gedämpften Gemüse sehr zu empfehlen.
Gemüse enthält neben Carotinoid-Abkömmlingen auch reichlich lösliche Ballaststoffe, die dem Körper Gutes tun. Sie tragen zu einem cholesterinarmen Blutspiegel bei, senken die Fettwerte und normalisieren den Zuckerstoffwechsel. Peperoni beispielsweise decken den Tagesbedarf an Vitamin C. Ausserdem schützen das darin enthaltene Antioxidans, das Lutein und das Zeaxanthin die Zellen vor freien Radikalen.
Kochen Sie doch für sich und Ihre Liebsten ein winterliches Menü, das schmeckt und gleichzeitig ein Genuss für Ihre Augen ist. Viel Spass beim Zubereiten und Geniessen!
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Frische, bunte Wintervorspeise

Vorspeise

Karotten-Peperoni-Bruschetta

Für 4 Portionen:
200 g    Karotten
2           Knoblauchzehen
2           rote Peperoni
1 EL      gehackte Petersilie
1 EL      geschnittener Schnittlauch
1 EL     Thymian
1 EL      Mayoran
6 EL      kalt gepresstes Olivenöl
1           Messerspitze scharfes Madras Curry
1           Baguette
Salz, Pfeffer

1. Karotten waschen, schälen und fein raffeln mit einer Birchermüesli-Raffel. Saft etwas ausdrücken, dann Kräuter, Gewürze und etwas Olivenöl beigeben.
2. Peperoni waschen, entkernen, in Würfelchen schneiden, zusammen mit dem gehackten Knoblauch und dem Currypulver in eine Pfanne mit etwas Olivenöl geben. Grillieren bis das Gemüse weich ist. Auskühlen lassen.
3. Baguette diagonal in 2 cm dicke Scheiben schneiden, auf einer Seite mit Olivenöl beträufeln und bei starker Oberhitze etwa 2 Minuten im Ofen backen.
4. Das Karottenpesto und die Peperoniwürfelchen gut vermengen, mit einem Esslöffel auf die Brotscheiben geben.
5. Abschmecken, nach Belieben mit frischen Kräutern garnieren.

Hauptgang

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An diesem Hauptgang hätte auch Popeye seine Freude gehabt

Spinat-Roulade mit Kräutermousse

Zutaten für 6 Portionen:
1             Zwiebel
1             Knoblauchzehe
Etwas     Butter
600 g      Jungspinat
500 g      Filoteig
200 g      Frischkäse nature
Je 1 EL   Thymian, Basilikum, Oregano, Petersilie, Schnittlauch, Majoran, Koriander
Wenig süsses Paprikapulver
100 ml     Rahm
Frisch gemahlener Cayennepfeffer
Salz
Etwas Muskatnuss

  1. Zwiebel und Knoblauch fein hacken und in einem baumnussgrossen Stück Butter dünsten. Spinat dazugeben, mit etwas Pfeffer und 3 bis 4 Messerspitzen geriebener Muskatnuss abschmecken.
  2. Spinat auf kräftigem Feuer umrühren und erst nach etwa 2 Minuten, wenn der Spinat in sich zusammenfällt, Salz beigeben. Vom Feuer nehmen, auskühlen lassen. Mit sauberen Händen oder Einweghandschuhen einen Teil des Saftes ausdrücken.
  3. Filotteig-Blätter ausbreiten und mit Frischkäse bestreichen. Den Spinat nochmals gut ausdrücken und gleichmässig auf dem Teig verteilen.
  4. Die belegten Teigblätter einrollen und im Ofen bei 190°C 20 Minuten backen.
  5. Für die Mousse frische Gartenkräuter fein hacken, etwas Pfeffer und Paprikapulver sowie 1 bis 2 EL Frischkäse beigeben, alles gut mischen. Rahm steifschlagen und unter die Kräutermischung heben, im Kühlschrank kalt stellen.
  6. Die heisse Roulade in 2 bis 3 cm dicke Scheiben schneiden, mit einem Glacelöffel eine Kugel aus der kalten Mousse formen, daneben platzieren und rasch servieren.

Tipp: Dazu passt geräuchertes Wildschwein-Kotelett, Hirschschnitzel, Rinds-Entrecôte, Rumpsteak, Lammkotelett, Lammfilet, Lammgigot, Schweinsnierstück, Pouletbrust oder Fisch.

Dessert

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Ein rassiger Abschluss

Pikanter Obstsalat

Zutaten für 6 Portionen:
1             Apfel
1             Birne
1             handvoll Erdbeeren
1             handvoll Heidelbeeren
1             handvoll Himbeeren
frische Minze
1             Limette, Saft
Chilliflocken

Obst waschen, in kleine Stücke schneiden und in eine Schale geben. Alles gut vermengen, mit ganz wenig Limettensaft beträufeln und mit frischer Minze oder Melisse und Chilliflocken garnieren.

Tipp: Je nach Saison lassen sich Luteinquellen wie Pfirsiche, Mandarinen, Orangen, Papayas, Mangos, Ananas oder Aprikosen hinzufügen.

Tipp: Zu diesem Salat schmeckt auch eine Kugel Vanille- oder Schokoladenglace oder eine Karamellcreme.

Mit freundlicher Genehmigung von Bayer (Schweiz) AG.
Auszug aus dem Buch „Kochen für die Augen“ von Frau PD Dr. med. Ute Wolf-Schnurrbusch und Marc Aeberhard mit Unterstützung von Retina Suisse (www.retina.ch), Fotografie Peter Dotzauer, Herausgeber und Copyright Bayer (Schweiz) AG, Zürich.

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Brillenschlange, Vierauge, Dioptrienjunkie … solche Beleidigungen gehören glücklicherweise in den meisten Fällen längst vergangenen Zeiten an. Brillen zählen heute zu den modischen Accessoires, trotzdem möchten viele Fehlsichtige ihre Kontaktlinsen im Alltag nicht missen. Doch wofür soll man sich entscheiden: Weiche oder lieber harte Kontaktlinsen?

Kontaktlinsen weich hart

Vor allem in der kalten Jahreszeit ist der Blick von Brillenträgern zunehmend vernebelt. Beschlagene Brillengläser bei der Flucht vor winterlichen Temperaturen in wohlig warme Räume, verregnete Aussichten oder die blendende Schönheit durchbrechender Sonnenstrahlen – Brillen kosten ihre Träger über den Tag verteilt häufig einiges an Energie. Und nicht nur im Alltag sondern auch beim Sport sorgen Kontaktlinsen häufig für klare Sicht. Statt Regentropfen und fettige Fingerabdrücke auf den Gläsern oder dem mühsamen Wechselspiel mit der Sonnenbrille – Kontaktlinsen bieten den dauerhaften Durchblick.

Die Last der Fehlsichtigkeit

Vor diesem Hintergrund verwundert es kaum, dass bereits DaVinci und Descartes im 16. Jahrhundert gerne eine Alternative zur lästigen Sehhilfe zu ihren Erfindungen gezählt hätten. Die Last der Brillengläser aus echtem Glas – im Gegensatz zu den heutigen Kunststoffgläsern – konnte einem damals schon mal den Atem rauben, vor allem bei hoher Fehlsichtigkeit. Der Augenarzt Adolf Eugen Ficks entwickelte 1887 ein erstes Modell einer Kontaktlinse. Das damals noch gläserne Folterinstrument in Linsenform hatte einem Durchmesser von circa 2 Zentimetern und konnte nur wenige Stunden getragen werden. Heute hat sich dank synthetischer Polymere der Tragekomfort deutlich verbessert.

Stabil in Form bleiben …

Doch gerade formstabile Linsen, die im Volksmund auch gerne als harte Kontaktlinsen bezeichnet werden, stehen in Sachen Komfort häufig unbequemen Meinungen gegenüber.

Samuel Steiner ist Optometrist und Co-Leiter Diagnostik der Augenpraxis Vista Klinik:

«Grundsätzlich kann so ziemlich jede und jeder formstabile Kontaktlinsen tragen. Zudem absorbieren sie kaum Feuchtigkeit vom Tränenfilm, wodurch Personen, die zu trockenen Augen neigen, ein angenehmeres Gefühl durch den Tag haben. Die meisten formstabilen Kontaktlinsenträger verzeichnen auch eine längere Verträglichkeit. Allerdings sind diese nicht unbedingt besser und vor allem nicht angenehmer zu tragen», insbesondere wenn man zuvor weiche Kontaktlinsen getragen hat, kann es eine ganze Weile dauern, bis das Fremdkörpergefühl verschwindet und sich das Auge an die Linse gewöhnt hat.

«Sobald der Tragerhythmus 3-4 Tage pro Woche übersteigt, sind mehrmals tragbare Kontaktlinsen, worunter sowohl weiche als auch harte Kontaktlinsen fallen, zu empfehlen. Die formstabilen Kontaktlinsen lohnen sich, wenn Sie in der gesamten Tragezeit nicht einmal verloren oder kaputt gehen.», so Steiner. Denn einmal angepasst, müssen harte Kontaktlinsen je nach Pflege und Zustand nur alle ein bis zwei Jahre ersetzt werden. Doch gerade beim Sport besteht bei abrupten Bewegungen die Gefahr, dass die Linse den Kontakt zum Auge verliert. Bei Arbeiten in staubiger Umgebung können Staubkörner ausserdem leicht unter die formstabile Kontaktlinse gelangen und das Auge reizen.

Für alle Kontaktlinsenträger gilt jedoch: Den halbjährlichen bis jährlichen Kontakt zu den Kontaktlinsenexperten nicht zu verlieren. Zudem sollte man auch regelmässige Überprüfungen beim Augenarzt nicht vernachlässigen. Vertrauen ist gut, aber Kontrolle ist eben, gerade wenn es um die Augengesundheit geht, einfach besser.

Samantha Happ

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Tauchen mit offenen Augen Warum die Augen im Wasser brennen

Tauchen mit offenen Augen Warum die Augen im Wasser brennen

Tauchen mit offenen Augen

Tauchen mit offenen Augen ist etwas, das man schon als Kind lernt. Allerdings birgt das Öffnen der Augen im Wasser auch seine Tücken.

Es fühlt sich komisch an, man sieht kaum etwas und es kann zuweilen brennen, kurz: Die Augen im Wasser zu öffnen ist unangenehm. Dabei ist es etwas, was wir von klein auf lernen. Schliesslich ist das Öffnen der Augen unter Wasser eine der wichtigsten Übungen im Schwimmunterricht. Grund: Sollte man ins Wasser fallen, muss man imstande sein, zurück an die Oberfläche zu finden – und das ist mit geschlossenen Augen schlichtweg unmöglich.

Nicht umsonst empfehlen Schwimmlehrer den Eltern, den Kindern erst dann eine Taucherbrille zu schenken, wenn diese schon gelernt haben, die Augen im Wasser zu öffnen. Haben sich die Kinder nämlich einmal an die Taucherbrille gewöhnt, ist es schwer, sie ihnen wieder abzunehmen. Schliesslich ist es viel bequemer mit der Taucherbrille zu schwimmen – und manch einer denkt gar, dass es sicherer für die Augen ist. Denn wer weiss schon, was da alles im Wasser schwimmt? Und ja, es stimmt. Gerade in Pools und Schwimmbädern ist es zuweilen nicht sehr sauber. Da gibt es Bakterien, Schmutz, Schweiss und Urin.

Aber diesen Keimen ist man nicht schutzlos ausgeliefert. Hierfür wird nämlich an öffentlichen Badeanstalten Chlor eingesetzt. Allerdings kann das Chlor den natürlichen Tränenfilm angreifen, weshalb es zuweilen brennt, wenn wir im Wasser die Augen öffnen. Üblicherweise klingen die Symptome von selbst wieder ab. Sollten die Beschwerden nicht verschwinden, gilt es, den Augenarzt aufzusuchen, um mögliche Infektionen, ausgelöst durch Verunreinigungen des Wassers, ausschliessen zu können.

Keine Chance, klar zu sehen

Doch auch im Meerwasser finden sich Schmutzpartikel und Bakterien – und auch dort brennen die Augen, wenn wir sie im Wasser öffnen. Jedoch nicht, wegen des Chlors, sondern wegen des Salzes. Zwar sind auch Tränen salzhaltig, was bedeutet, dass unsere Augen Salz eigentlich gewohnt sind. Allerdings ist der Salzgehalt im Meerwasser viel höher als in unseren Tränen. Das ist auch der Grund, warum Schweiss in den Augen brennt. Denn im Schweiss ist der Salzgehalt etwa ähnlich hoch wie im Meerwasser.

Man kann die Augen aber sowohl an das Chlor, als auch an das Salzwasser gewöhnen, sodass es mit der Zeit weniger stark brennt. Ganz vermeiden lässt sich dieser unangenehme Effekt jedoch nicht. Übrigens sollte man die Augen nicht reiben, wenn sie brennen, weil das Reiben das Brennen verschlimmert. Stattdessen sollte man vermehrt blinzeln, bis das Brennen nachlässt. Lässt das unangenehme Gefühl nicht nach, sollte man auch nach dem Bad im Meer den Augenarzt konsultieren, um sicherzugehen, dass alles in Ordnung ist.

Am besten lässt es sich übrigens im Süsswasser, sprich in Seen und Flüssen, mit offenen Augen tauchen. Dort gibt es nämlich weder Chlor noch Salz; Bakterien und Schmutz hingegen schon, weshalb man auch hier aufpassen muss, dass man sich keinen Infekt holt.

Ob es Sinn macht, mit offenen Augen zu tauchen, sei dahingestellt. Eines aber ist eindeutig: Im Wasser ist es unmöglich, von blossem Auge klar zu sehen. Der Grund: Das Wasser hat eine viel höhere optische Dichte als Luft. Die dichten Teilchen im Wasser stören das Licht auf dem Weg zur Netzhaut im Auge. Das Resultat: Man sieht alles verschwommen.

Kontaktlinsenträger aufgepasst

Kontaktlinsenträgern wird ausdrücklich empfohlen, beim Tauchen mit offenen Augen auf Linsen zu verzichten. Man geht nämlich dabei das Risiko ein, dass sich Keime wie die Akanthamöbe oder Pilze in die Kontaktlinse einnisten und sich dort vermehren, was eine Augeninfektion auslösen kann. Im Wasser kann es ebenso vorkommen, dass die Linsen entweder weggespült werden oder sich gar an den Augen festsaugen. Letzteres kann schmerzhafte Abschürfungen an der Hornhaut zur Folge haben. Will man also mit Kontaktlinsen tauchen, ist eine Taucherbrille unabdingbar.

Tauchen mit Kontaktlinsen

Kontaktlinsenträger sollten mit Taucherbrille tauchen, um Infektionen und das Wegspülen der Kontaktlinsen zu vermeiden

Florencia Figueroa