Augenmigräne – Wenn das Flimmern kommt

Augenmigräne – Wenn das Flimmern kommt

Flimmern, Flackern, Lichtblitze – die Symptome der Augenmigräne können beängstigend sein. Die Ursachen sind bis heute nicht eindeutig geklärt, weshalb auch keine Heilungsmethode bekannt ist.

Augenmigräne

Eben war noch alles in Ordnung und der Bildschirm klar zu erkennen. Plötzlich flimmert es vor den Augen. Lichtblitze verhindern die Sicht und leichte Panik macht sich breit – die Augenmigräne hat zugeschlagen.
Auch wenn die Migräneanfälle für Betroffene extrem unangenehm und vielleicht sogar beängstigend sind – die Symptome gehen ohne Folgen wieder vorüber.
Einschränkungen der Sehfähigkeit sind typisch für die Augenmigräne und zeigen sich in Form von

  • Lichtblitzen
  • Flackern
  • Flimmern

Mitunter kann die Augenmigräne ganze oder partielle Gesichtsfeldausfälle zur Folge haben. Zusätzlich können starke Kopfschmerzen, Schwindelgefühl und/oder Lichtempfindlichkeit auftreten.
Wie lange so ein Anfall dauert, ist von Person zu Person unterschiedlich. Meistens sind die unangenehmen Symptome nach fünf bis zehn Minuten wieder vorbei, selten nach 30 bis 60 Minuten. Von den plötzlichen Anfällen sind häufig jüngere Erwachsene betroffen. Doch was löst die Augenmigräne aus und – viel wichtiger – wie kann man ihr vorbeugen?

Machtlos gegen Attacke

Um es gleich vorwegzunehmen: Wodurch eine Augenmigräne ausgelöst wird, ist nicht vollständig geklärt. Als begünstigende Faktoren gelten unter anderem Schlaflosigkeit, grelles und blitzendes Licht, Stress, Hormonschwankungen, Magnesiummangel, erhöhter Alkohol- und Nikotingenuss oder verschiedene Inhaltsstoffe von Lebensmitteln. Man nimmt an, dass diese Auslöser, auch Trigger genannt, eine Fehlregulation der Blutgefässe im Gehirn provozieren. Der Teil im Gehirn, der fürs Sehen zuständig ist, wird mit zu wenig Blut und Sauerstoff versorgt. Es kommt zu einer Störung, die sich durch eine plötzliche Augenmigräne äussert. Gegen eine solche Attacke sind Betroffene nahezu machtlos.

In die Dunkelheit verkriechen

Solange nicht klar ist, was die Augenmigräne verursacht, wird es auch keine Therapie geben. Und auch während der Attacke gibt es nicht viel, das man tun könnte. Eventuell hilft es, sich in ein abgedunkeltes Zimmer zurückzuziehen und abzuwarten, bis die Attacke vorüber ist. Bei Schmerzen können Schmerzmittel helfen.

Wenn es nicht nur eine Augenmigräne ist

Es gibt tatsächlich Krankheiten, die ähnliche Symptome wie die Augenmigräne aufweisen, sprich Flimmern und Lichtblitze hervorrufen, aber weitaus folgenschwerer sind als die Augenmigräne. Zu diesen Krankheiten gehören beispielsweise die Netzhautablösung, der Schlaganfall oder die vorübergehende Blindheit.
Es lohnt sich demnach beim Augenarzt abzuklären, ob man wirklich nur an einer harmlosen Augenmigräne leidet oder nicht doch an einer anderen Krankheit – insbesondere, wenn die plötzlichen Attacken vermehrt auftreten und langanhaltend sind.

Florencia Figueroa

Haben Sie Fragen ...

… oder möchten Sie mehr wissen? Unsere Experten geben Ihnen gerne Auskunft.

Brillenfrei dank Augenlaser: Für jedermann und jedefrau?

Brillenfrei dank Augenlaser: Für jedermann und jedefrau?

Augenlaserbehandlung

Sport ohne Brille, Schwimmen ohne Angst die Kontaktlinsen zu verlieren und gleich beim ersten Augenaufschlag am Morgen scharf sehen – das wünschen sich viele. Doch können alle Fehlsichtigen dank einem Augenlasereingriff auf Brille und Kontaktlinse verzichten? Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein? Und welche Risiken bestehen dabei?

Welche Voraussetzungen müssen für eine Augenlaserbehandlung erfüllt sein?

Eine Augenlaserbehandlung eignet sich in der Regel für junge Personen bis ungefähr zum 45. Lebensjahr. Dann macht sich langsam die Alterssichtigkeit (Presbyopie) bemerkbar.
Weitere wichtige Voraussetzungen für eine Augenlaserbehandlung sind:

    • die Kurzsichtigkeit (Myopie) sollte den Wert von -6.0 Dioptrien nicht übersteigen. (Bei einer höheren Fehlsichtigkeit empfiehlt sich die Implantation einer sogenannten Zusatzlinse.) Mit der Femto-Lasik-Methode lässt sich auch eine Weitsichtigkeit korrigieren, sofern sie den Wert von bis zu +2 Dioptrien nicht übersteigt.
    • die aktuelle Brillen- beziehungsweise Kontaktlinsenkorrektur sollte sich idealerweise in den vergangenen zwei Jahren nicht mehr verändert haben.
    • eine entsprechend dicke Hornhaut
    • beide Augen sind gesund

Wie ist das weitere Vorgehen, wenn Interesse für eine Laserbehandlung besteht?

In einem ersten Schritt erfolgt eine ausführliche medizinische Untersuchung, bei der die Augen exakt vermessen und der Gesundheitszustand geprüft werden. Im Anschluss daran wird im Gespräch mit unseren Experten die individuelle Behandlungstechnik besprochen und festgelegt. Es folgt ein Terminvorschlag für den gewünschten Eingriff.

Wie genau läuft die Behandlung ab?

Die gesamte Behandlungsdauer beträgt rund 20 Minuten, wobei der eigentliche Lasereingriff weniger als 1 Minute pro Auge in Anspruch nimmt. Zu Beginn der Operation wird dem Patient ein Lidhalter eingesetzt, um das Blinzeln zu verhindern. Die Form der Hornhaut wird präzise modelliert und die Dioptrienzahl korrigiert. Einen Tag nach dem Eingriff findet die erste Nachkontrolle statt.

Muss der Patient nach dem Lasern in der Praxis bleiben oder darf er gleich wieder nach Hause?

Der Patient darf nach dem Eingriff gleich wieder nach Hause. Etwas Ruhe wird empfohlen. Auf Kontaktsportarten sollte in den ersten zwei Wochen verzichtet werden, ebenso auf den Besuch öffentlicher Bäder.

Ist eine Augenlaserbehandlung schmerzhaft?

Die Laserbehandlung erfolgt in lokaler Anästhesie, das heisst die Augen werden mittels Tropfen betäubt und sind dadurch schmerzunempfindlich. Das Lasern selbst tut also nicht weh. Um das Auge während der Laserbehandlung offen zu halten, wird ein Lidhalter eingesetzt. Dadurch entsteht ein leichtes Druckgefühl. Nach der Behandlung kann ein leichtes Kratz- und Trockenheitsgefühl auftreten. Dies verschwindet jedoch meist wieder nach ein paar Tagen.

Wie lange dauert es, bis der Patient nach dem Lasereingriff wieder deutlich sieht?

Abhängig von der Lasertechnik (FemtoLasik oder SmartSurface) beträgt die Erholungszeit zwischen zwei bis fünf Tage. Danach ist man wieder einsatzfähig. Die vollständige Sehkraft ist nach rund 4-8 Wochen erreicht.

Was sind die Risiken einer Augenlaserbehandlung? Kann man davon blind werden?

Seit über dreissig Jahren werden erfolgreich Augenlaserbehandlungen durchgeführt. Weltweit ist seither kein Fall dokumentiert, bei dem eine Person aufgrund einer Laserbehandlung erblindet ist. Trotzdem darf nicht vergessen werden, dass es sich bei einer Augenlaserbehandlung letztlich auch um eine Operation handelt. Im Zusammenhang mit einer Operation gibt es keine hundertprozentige Sicherheit.
Ein mögliches Risiko ist die Infektion. Durch engmaschige Kontrollen und einer entsprechenden Therapie bekommt man dieses Risiko schnell in den Griff. Ein weiteres Risiko kann eine Ektasie sein, also eine Deformation der Hornhaut aufgrund der Laserbehandlung. Nach einer ausführlichen medizinischen Untersuchung liegt das Risiko dafür bei lediglich 0.05 Prozent.

Was ist, wenn der Patient mit dem Resultat nicht zufrieden ist?

In weniger als 2% der Fälle braucht es nach der erfolgten Laserbehandlung eine Nachbehandlung, um das gewünschte Resultat zu erzielen. Die Nachbehandlung ist in der Vista selbstverständlich im Preis inbegriffen.

Wieviel kostet eine Laserbehandlung?

Die Preise sind abhängig vom gewählten Laserverfahren. Die Behandlungskosten für das SmartSurface-Verfahren belaufen sich bei der Vista auf CHF 1490.- pro Auge und für die FemtoLasik auf CHF 1790.- pro Auge.
Im Preis inbegriffene Leistungen:

  • Nachkontrollen und Medikamente während 12 Monaten nach dem Eingriff
  • Lasernachbehandlungen über einen Zeitraum von 10 Jahren nach dem Eingriff

Sind Sie an einer Augenlaserbehandlug interessiert?

Dann melden Sie sich für einen kostenlosen Kurz-Check an. Nach rund 15 Minuten können Ihnen unsere Experten sagen, ob Ihre Augen die Voraussetzungen für eine Laserbehandlung erfüllen. Sollte sich herausstellen, dass eine Laserbehandlung bei Ihnen nicht in Frage kommt, gibt es die Möglichkeit einer Linsenimplantation. Darüber beraten wir Sie ebenfalls gerne und ausführlich.
Weitere Informationen zum Thema Augenlaserbehandlung sowie das Online-Buchungsformular finden Sie unter: www.vista.ch/laser/

Diese Artikel könnten Sie ebenfalls interessieren:

Einfach brillenfrei mit SmartSurface

https://vistaeinblick.ch/2018/09/20/brille-nein-danke/

Lichttherapie: Winterdepression über die Augen bekämpfen

Lichttherapie: Winterdepression über die Augen bekämpfen

Nass, grau und unfreundlich – die kalte Jahreszeit kann einem wirklich aufs Gemüt schlagen. Doch unsere Augen können uns dabei helfen, auch im Winter das Positive zu sehen. Lesen Sie mehr zur Lichttherapie gegen Winterdepression. Sobald der Winter naht und die Temperaturen sinken, sinkt bei vielen auch die Stimmung. Der Winter kann sich ganz schön auf unser Gemüt auswirken. Grund ist das fehlende Sonnenlicht, denn die Dauer der Sonneneinstrahlung ist bekanntlich im Winter wesentlich kürzer als im Sommer.

So zeigt sich die Winterdepression

Auf die langen Nächte und die vermehrte Dunkelheit reagiert der Körper mit einer erhöhten Produktion an Melatonin. Das ist ein Botenstoff im Gehirn, der den Tag-Nacht-Rhythmus steuert. Allerdings kann dieses sogenannte Schlafhormon in zu grossen Mengen auch zu Depressionen führen. Hält die lustlose, niedergeschlagene Stimmung länger als zwei Wochen an, nennen wir das umgangssprachlich Winterdepression. Im Fachjargon wird von der Saisonal-Abhängigen-Depression (SAD) gesprochen. Folgende Symptome bringt man mit der SAD in Verbindung:

  • Antriebslosigkeit
  • depressive Stimmung
  • erhöhter Appetit / Heisshunger
  • tagsüber sehr müde
  • grosses Bedürfnis nach Schlaf
  • Vernachlässigung sozialer Kontakte
  • schwache Konzentration
  • körperliche Beschwerden ohne organische Ursachen (Kopfschmerzen, Magen-Darm-Probleme)

In der Regel verschwindet die SAD von selbst wieder, sobald sich der Frühling ankündigt. Doch weil Müdigkeit und Antriebslosigkeit an der Lebensqualität nagen, kann es sich lohnen, gegen die SAD vorzugehen, anstatt einfach darauf zu warten, dass sich das Problem von selbst löst. Und hier kommen die Augen ins Spiel.

Licht tanken

Im Winter sind Sonnenstrahlen rar

Besonders im Winter ist es wichtig, so viel Sonnenlicht wie möglich zu tanken.

Um einer Winterdepression vorzubeugen oder sie loszuwerden, kurbelt man am besten die körpereigene Produktion des Botenstoffs Serotonin an. Dabei helfen tägliche Spaziergänge oder Sport im Freien – denn wer ausreichend Licht tankt und sich bewegt, aktiviert automatisch die Ausschüttung dieses Glückshormons. Doch neben dem Arbeitsalltag fehlt uns leider oft die Zeit für ausreichende Aktivitäten im Freien. Als Alternative empfiehlt sich deshalb die Lichtdusche.

Bei der Lichtdusche handelt es sich um eine Lichttherapie, bei der man die Augen einer speziellen Lichtquelle aussetzt. Diese Lichtquelle ahmt die Sonneneinstrahlung nach, an der es im Winter oft mangelt. Das Licht sorgt dafür, dass der Körper weniger Melatonin herstellt und dafür mehr Serotonin produziert. Selbstverständlich kommen bei der Lichttherapie nicht irgendwelche Lampen zum Einsatz, sondern spezielle Lichttherapielampen. Diese hellen, leistungsstarken Leuchten mit der Farbtemperatur Tageslichtweiss weisen zwischen 2500 bis 10 000 Lux auf – das entspricht dem Licht an einem schönen, sonnigen Tag. Die Lichttherapielampen haben ein Lichtspektrum ohne Ultraviolettstrahlen und ohne Infrarotlicht. Diese würden den Augen schaden. Deshalb kann die Sonnenbank auch nicht als Alternative zur Lichttherapie betrachtet werden, weil in Solarien genau jene Lampen zum Einsatz kommen, die diese für die Augen schädliche Strahlung erzeugen.

Die innere Uhr

Lichttherapielampe

Eine Lichttherapie kann ganz nebenbei gemacht werden.

Während der Therapie kann man schreiben, essen, telefonieren, arbeiten – wichtig ist, dass man einmal pro Minute für wenige Sekunden in die Lichtquelle blickt und den Abstand zur Lampe einhält. Doch warum muss die Lichttherapie über die Augen verlaufen? Die Augen steuern unter anderem den circadianen Rhythmus, sprich unsere innere Uhr. Hierfür nehmen sie über die Netzhaut Licht auf und wandeln dieses in Nervenimpulse um, die sie an das Gehirn weiterleiten. Die Gehirnstruktur «Nucleus suprachiasmaticus», wird auch als Taktgeber der inneren Uhr bezeichnet, weil sie unter anderem für die Ausschüttung von Melatonin zuständig ist. Um die Menge dieses Hormons zu drosseln und das Glückshormon Serotonin anzukurbeln, muss man also die Augen mit Tageslicht verwöhnen.

Florencia Figueroa

Dieser Artikel könnte Sie ebenfalls interessieren:

Warum draussen spielen für Kinderaugen so wichtig ist

Die Welt mit Kinderaugen sehen Wie erkenne ich, dass mein Kind schlecht sieht?

Die Welt mit Kinderaugen sehen Wie erkenne ich, dass mein Kind schlecht sieht?

Was, wenn den neugierigen Kinderaugen im Alltag der klare Durchblick fehlt? Woran bemerkt man, dass das eigene Kind vielleicht eine Sehschwäche hat?
Fehlsichtigkeit bei Kindern

«Die Welt mit den Augen eines Kindes sehen». Die scheinbare Unbekümmertheit, die diese Äusserung transportiert, kann nur von einem alltagsgeplagten Erwachsenen stammen. Zwischen Steuererklärungen, Arbeit und dem ganz normalen Alltagswahnsinn sehnt sich jeder ab und zu in eine sorglosere Zeit zurück. In die Kindheit zum Beispiel, als die schwerste Entscheidung noch darin lag, welches Spielzeug in den Ferienkoffer eingepackt werden soll. Doch was, wenn der kindliche Blick statt unbekümmert und sorglos vielmehr unklar und verschwommen ist?

Man sehe und staune!

Von dem Moment an, in dem ein Kind das Licht der Welt erblickt, bis sich dessen Sehschärfe vollständig entwickelt hat, vergehen immerhin fünf bis sechs Jahre. Gerade in dieser Phase der Entwicklung spielt das Sehen, beim Erkunden der Welt, eine ganz entscheidende Rolle. Deswegen können unentdeckte Sehstörungen die Entwicklung eines Kindes stark beeinträchtigen: Beispielsweise wenn es um die Verknüpfung von Gesehenem mit Geräuschen, Sprache oder Bewegung geht. Koordinations-, Konzentrations- oder Orientierungsschwierigkeiten und Lernprobleme können eine Folge unerkannter Fehlsichtigkeit sein. Nicht zu vergessen, die brutale Ehrlichkeit anderer Kinder und deren Auswirkungen auf die soziale Entwicklung des Nachwuchses.

„Ich glaube, ich sehe nicht richtig“ …

… ist ein Satz, der wohl deutlich öfters von Eltern als von Kindern gesagt wird. Als häufige Indizien für Sehprobleme bei Säuglingen und Kleinkindern, auf die man deswegen achten sollte, gelten unter anderem: Augenzittern, Schielen, zwanghaftes Schiefhalten des Kopfes, ständig tränende oder verklebte Augen, Lichtempfindlichkeit, Ausbleiben von Reaktionen oder das Verdrehen der Augen, ohne etwas anzuschauen, starre Pupillen, Augenreiben oder etwa das Vorbeigreifen an Gegenständen. Bei älteren Kindern sollten einem folgende Auffälligkeiten ins Auge springen: Leseschwierigkeiten, das Verwechseln von Buchstaben und Zahlen, schnelles Ermüden beim Malen, Lesen oder Schreiben, Kopfschmerzen, Zukneifen oder Zuhalten eines Auges, Ungeschicklichkeit, häufiges Stolpern und Balanceschwierigkeiten, Probleme beim Ballfangen oder Abschätzen von Entfernungen sowie häufiges Augenreiben, Blinzeln oder Stirnrunzeln.

Schau mir in die Augen, Kleines

Heutzutage legen Kinderärzte bei den Früherkennungsuntersuchungen von Säuglingen und Kleinkindern ein grosses Augenmerk auf die Sehentwicklung ihrer jungen Patienten. Viele Kinder- und Jugendarztpraxen haben bereits automatische Refraktometer, also spezielle Messgeräte, mit denen Sehschwächen von Kinderaugen schon ab dem sechsten Lebensmonat entdeckt werden können. Die Möglichkeiten eines Experten haben sie dabei allerdings nicht. Ganz grundsätzlich gilt: Je früher eine Sehschwäche entdeckt wird, desto besser kann sie behandelt werden. Daher wird ein Kontrollbesuch beim Augenarzt zwischen dem zweiten und dritten Lebensjahr empfohlen. Vor allem dann, wenn man alles daransetzen möchte, dass die Welt durch die Augen seines Kindes tatsächlich möglichst klar, sorgenfrei und unbekümmert aussieht. Erleichterung verschaffen dürfte einem ausserdem, dass sich – Harry Potter sei Dank – Brillen heute auch bei Kindern längst zum modischen Accessoire gemausert haben.

Die Etappen der Sehentwicklung bei Kindern

Die Sehkraft ihres Kindes ist für Eltern immer schwer einzuschätzen. Bis zum 12. Lebensjahr durchläuft die Entwicklung der Kinderaugen mehrere Etappen. Eltern sollten diese kennen, um etwaige Sehfehler so früh als möglich zu bemerken. Die nachfolgende Tabelle und das Diagramm sollen Ihnen dabei behilflich sein.

AlterSehentwicklung beim Kind
NeugeborenDer Blick eines Neugeborenen ist zu Beginn auf Nahsicht eingestellt. Das Baby kann nicht weiter als 20-40 cm scharf sehen. Es erkennt Muster, starke Kontraste, Primärfarben und findet Dinge, die sich bewegen, spannender als statische. Die Muskulatur beider Augen ist jedoch noch nicht abgestimmt, weswegen es vorkommt, dass es schielt, was so früh jedoch noch kein Grund zur Sorge ist.
3 - 4 WochenIn den ersten 3 - 4 Wochen lernt der kleine Mensch auch Gesichter auseinanderzuhalten, was er am Anfang nicht kann. Selbst seine Mutter kann es zuvor mit seinen optischen Fähigkeiten allein nicht von anderen unterscheiden.
2 – 4 MonateEtwa mit 2 - 4 Monaten wird die Farbwahrnehmung differenzierter und das Kind erkennt Farbabstufungen. Auch die Linse stabilisiert sich allmählich, sodass die Sehschärfe immer mehr zunimmt. Ausserdem hat das Kind dann gelernt, beide Augen synchron zu benutzen. So kann es Dinge fokussieren und ihnen mit den Augen folgen. Mit dem beidäugigen Sehen wird nun auch das räumliche Sehen möglich. So lernt das Kind schnell präzise nach Dingen zu greifen und seine ersten Bewegungen zu koordinieren. Dem kleinen Menschen in dieser Phase viele Gegenstände, deren Form, Farbe, Struktur und Kontur verschieden sind, zu zeigen und eventuell sogar langsam hin und her beziehungsweise hoch und runter zu bewegen, fördert die Sehfähigkeiten und die Verarbeitungsleistung im Gehirn noch stärker. Hat sich bis zu diesem Zeitpunkt die Augenstellung nicht ausgerichtet und das Kind schielt noch immer, ist es besser, zur Kontrolle den Augenarzt aufzusuchen. Schielen kann auf lange Sicht zu einer Amblyopie führen.
7 – 8 MonateMit 7 - 8 Monaten sind Sehschärfe und Tiefenwahrnehmung schon ziemlich gut ausgebildet. Die Sehkraft beträgt etwa 30 - 50% des Sehvermögens eines Erwachsenen. Immer mehr Details können erkannt werden und das Baby sieht immer entferntere Gegenstände. Ausserdem hat die Iris nun den finalen Augenfarbton angenommen.
Bis zum 4. LebensjahrBis zum 4. Lebensjahr nimmt die Sehschärfe immer weiter zu. Im Idealfall kann eine 100%ige Sehleistung bereits in diesem Alter erreicht werden. Das ist aber je nach Veranlagung unterschiedlich. Andere Kinder kommen auf ihre volle Sehstärke unter Umständen erst mit 9 Jahren. Die Länge des Augapfels, welche über Normal-, Kurz- oder Weitsichtigkeit entscheidet, befindet sich in dieser Zeit noch im Wachstum. Es gibt unterschiedliche Meinungen, ob man Kindern in dieser Zeit bereits eine Brille verschreiben sollte, da prinzipiell die Chance besteht, dass sich die Fehlsichtigkeit noch verwächst. Allerdings sollte man sich hierzu am besten von einem Augenarzt beraten lassen.
Ab dem 12. LebensjahrErst mit 12 Jahren ist der Entwicklungsprozess des Sehens abgeschlossen. Perspektivisches Zeichnen zum Beispiel ist erst ab diesem Alter möglich.

Pl – Preferential looking (Erkennen von Streifenmustern) Symbole – Kinderbilder, E-Haken, Zahlen/ Buchstaben
LR – Landolt-Ringe (Standard-Prüfzeichen)
[E] – Einzeloptotypen (Einzelne Sehzeichen wie Buchstaben, Zahlen, Bilder oder Symbole)
[R] – Reihenoptotypen (Reihen Sehzeichen)

(Abbildung nach Leitlinie Nr. 26 a Amblyopie © BVA und DOG)

Diese Etappen liefern erst einmal eine kleine Orientierung, wann man sich wirklich Sorgen über das Sehvermögen des Kindes machen sollte. Viele Sehfehler lassen sich beheben, wenn sie zeitig erkannt werden. Hinderlich bei der Aufdeckung eines Sehfehlers des Kindes ist allerdings, dass es sich an die verschlechterte Qualität seiner Wahrnehmung gewöhnen kann und sich daher nach wie vor unauffällig verhält. Deshalb sind regelmässige Besuche von Kinder- und Augenarzt sehr wichtig, und auch die Vorsorgeuntersuchungen sollte man immer wahrnehmen. Quelle: Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft e.V. (DOG) und Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e.V. (BVA)

Samantha Happ

Blind durch Zucker

Blind durch Zucker

Diabetes ist eine weit verbreitete Krankheit. Laut der Weltgesundheitsorganisation WHO nimmt sie überall zu – insbesondere in reichen Ländern. Umso mehr sollten wir uns bewusst sein, welche Auswirkungen die Krankheit haben kann – auch auf die Augen.

Diabetes

Mit der Zuckerkrankheit, wie Diabetes mellitus im Volksmund genannt wird, ist wahrlich nicht zu spassen. Die chronische Stoffwechselerkrankung hat zur Folge, dass der Körper den Zuckerhaushalt nicht richtig regulieren kann. Deshalb schwankt der Blutzuckerspiegel ständig, was unter anderem die Gefässe schädigt. Das wiederum wirkt sich negativ auf den gesamten Körper aus – sogar auf die Augen. Tatsächlich schädigt Diabetes das Sehorgan auf verschiedenste Weise. 

SehschärfeDurch die Blutzuckerschwankungen kann es zu plötzlichen Veränderungen der Sehschärfe kommen.
Grauer Star und
grüner Star
Der erhöhte Blutzuckerspiegel verändert die Eiweissstrukturen der Augenlinse, wodurch es zu einer Linsentrübung, dem grauen Star, kommen kann. Patienten mit Diabetes sind ebenso anfälliger für Glaukom, den sogenannten grünen Star.
Augenlid- und HornhautentzündungenDer chronisch erhöhte Blutzuckerspiegel beeinträchtigt das Immunsystem, wodurch Diabetiker anfälliger auf Infektionen sind.

Viele wissen nicht, dass sie Diabetiker sind

Diabetes Typ II kann eine schleichende Erkrankung sein. Die Hälfte der Betroffenen bemerkt über Jahre hinweg gar nicht, dass sie an der Zuckerkrankheit leidet. Die Glukose-Konzentration im Blut steigt so ungehindert an, wodurch es zu Veränderungen im ganzen Körper kommt. Trockene Augen, Gerstenkörner oder Augeninfektionen können ein Anzeichen für Diabetes sein. Gerade wenn sie vermehrt auftreten, sollten sie deshalb genauer untersucht werden. Diabetes kann unbehandelt zur Erblindung führen oder sogar lebensgefährlich sein. In den Industrieländern gilt Diabetes mellitus immer noch als eine der häufigsten Ursachen für Erblindung. Die beiden häufigsten Folgeerscheinungen sind:

  • Diabetische Retinopathie: Nicht-proliferative diabetische Retinopathie und proliferative diabetische Retinopathie
  • Makulaödem
Nicht-proliferative diabetische Retinopathie

Der hohe Blutzuckerspiegel ermöglicht, dass sich Fett- und Eiweissstoffe in die Gefässwände der Netzhaut einlagern. Es entstehen Ausbuchtungen, die undicht werden können. Die austretende Flüssigkeit kann die Netzhaut schädigen.

Proliferative diabetische Retinopathie

Unternimmt man nichts gegen die nicht-proliferative diabetische Retinopathie, werden die Gefässwände der Netzhaut immer weiter geschädigt. Die Netzhaut kann nicht mehr richtig mit Nährstoffen versorgt werden. Abhilfe schafft der Körper, indem er neue Gefässe bildet. Sie sind aber leider nicht so gut wie die normalen Gefässe: Sie sind brüchiger und werden viel leichter undicht. Und sie können sich nicht nur in der Netzhaut, sondern auch auf der Iris bilden. Als Folge nimmt der Augeninnendruck zu, was zu einer besonders aggressiven Art des Grünen Stars führen kann.

Makulaödem

Auf der Netzhaut gibt es einen Punkt, auf dem sich besonders viele Rezeptoren befinden. Der Punkt des schärfsten Sehens, die Makula, wird umgangssprachlich auch der Gelbe Fleck genannt. Werden kleinste Blutgefässe in der Nähe der Makula undicht, kann ein Makulaödem entstehen. Ödem bedeutet Flüssigkeitsansammlung. Mit der Zeit beeinträchtigt dieses Ödem das Sehvermögen und kann zu bleibendem Sehschärfenverlust führen. Ursache für dieses Leiden kann ein chronisch hoher Blutzuckerspiegel sein, wie ihn Diabetiker haben.

Fazit

Ein schwankender Blutzuckerspiegel und ein hoher Blutdruck, belasten die Augen und können zu irreparablen Schäden führen. Um dagegen vorzugehen, ist es wichtig, dass man als Diabetiker seine Augen regelmässig untersuchen lässt. Je früher die Veränderungen entdeckt werden, desto früher kann man eingreifen und grössere Schäden verhindern. Die korrekte Insulineinstellung ist aber eine der wichtigsten Präventivmassnahmen.

Florencia Figueroa

Weitere Informationen zu unterschiedlichen Fachbereichen finden Sie hier.

 

Diese Artikel könnten Sie auch noch interessieren:

Grüner Star – mehr als nur ein hoher Augendruck

Makulaerkrankungen: Wenn die Kacheln wellig werden

Grauer Star – Holt mich hier raus

Augengrippe: Ansteckung, Symptome und Behandlung

Augengrippe: Ansteckung, Symptome und Behandlung

Mit der Grippe ist nicht zu spassen, sie ist weit schlimmer als eine einfache Erkältung. Das Gleiche gilt für die Augen, denn auch sie können die Grippe bekommen. Die Augengrippe ist zwar extrem unangenehm, klingt jedoch wie die richtige Grippe meist von selbst wieder ab.

So ziemlich jeden Winter warnen die Behörden vor der grassierenden Grippe – nicht aber vor der Augengrippe. Auslöser sind im Unterschied zur Grippe aber nicht Influenza- sondern Adenoviren. Das tückische an diesen Viren ist, dass sie hochansteckend sind und sich dementsprechend schnell verbreiten.

Als Symptome einer Adenovireninfektion zeigen sich meist beidseits gerötete, tränende und brennende Augen. Zusätzlich sind die Augenlider geschwollen und die Augen sehr empfindlich auf Licht. Meistens klingt die Augengrippe von selbst nach zwei bis vier Wochen wieder ab, ohne Spuren zu hinterlassen. Ist man aber erstmal angesteckt, bleibt nicht viel zu tun. Die einzige Möglichkeit ist, die Symptome mit einer befeuchtenden Tropfen-Therapie zu behandeln.

In einigen Fällen reagiert das Immunsystem extrem stark im Laufe der Erkrankung, was zu einer Sehminderung führt. Dann werden kortisonhaltige Augentropfen enigesetzt. Meist erholt sich das Auge auch davon wieder komplett.

Weiterverbreitung vermeiden

Tränendes Auge

Das Adenovirus wird über das Tränensekret übertragen.

Übertragen wird das Adenovirus über das Tränensekret. Wie auch bei der Grippe oder anderen durch Tröpfchen übertragbaren Krankheiten ist es somit am wichtigsten, die üblichen Hygienemassnahmen einzuhalten. So kann eine Ansteckung eventuell vermieden werden. Ist die Ansteckung bereits erfolgt, sollte unbedingt darauf geachtet werden, die Viren nicht weiter zu übertragen. Dementsprechend sollten Betroffene häufig die Hände desinfizieren und auf Augenreiben sowie auf Händeschütteln verzichten. Auch das Teilen von Gegenständen, die mit Gesicht und Augen in Kontakt kommen, wie Handtücher, Brillen, Kameras, Waschlappen, Kopfkissen oder Augentropfen, sollte unbedingt vermieden werden.

Gerötete und tränende Augen sind ein typisches Anzeichen für die hochansteckende Augengrippe. Wie bei der richtigen Grippe heisst es im Krankheitsfall auch hier: Symptome lindern und abwarten.

Florencia Figueroa