Presbyopie bedeutet nichts anderes als «altes Auge», was die Alterssichtigkeit eindeutig und verständlich umschreibt. Schliesslich wird das Phänomen dadurch ausgelöst, dass wir altern. Davor schützen können wir uns demnach nicht – aber wir müssen das auch nicht hinnehmen.

Presbyopie

Nur junge Menschen bleiben davon verschont – das hat der deutsche Dichter und Naturforscher Johann Wolfgang Goethe bereits vor vielen Jahrhunderten erkannt. So soll er gesagt haben: «Die einzige Methode, der Alterssichtigkeit zu entgehen, ist jung zu sterben». Alle anderen werden früher oder später von der Presbyopie, wie das Phänomen im Fachjargon heisst, heimgesucht. Es gibt kein Entrinnen, denn die Alterssichtigkeit ist keine Krankheit, die durch besondere Umstände ausgelöst wird oder gegen die wir präventiv vorgehen könnten. Nein, die Presbyopie ist ein natürlicher Prozess, der dadurch zustande kommt, dass wir älter werden.

Es liegt an den Augenlinsen

Unsere Augenlinsen können etwas Bedeutendes: Aufgrund ihrer Elastizität können sie die Lichtbrechkraft verändern, indem sie sich zusammen- oder auseinanderziehen. Dieser Vorgang wird Akkommodation genannt und ist nötig, um Dinge in verschiedenen Distanzen scharf zu sehen. Nur deswegen können wir zum Beispiel vom Tachometer im Auto auf das nächste Strassenschild fokussieren – und sehen beides scharf. Die Akkommodation ist für uns nicht einmal wahrnehmbar, denn unsere Augen ändern den Fokus im Bruchteil einer Sekunde.

Multifokallinsen

Multifokallinsen sind eine gute Möglichkeit, um im Alttag grösstenteils auf die Brille verzichten zu können. Es handelt sich dabei um künstliche Linsen, die sich ähnlich wie eine Gleitsichtbrille in mehrere Fokusbereiche aufteilen. Somit ermöglichen sie eine scharfe Sicht in mehrere Distanzen. Die Kunstlinsen werden anstelle der natürlichen Linse in das Auge eingesetzt.

Aufgrund des Alters verlieren die Augenlinsen an Elastizität, was bedeutet, dass das Fokussieren mit den Jahren immer schwieriger wird. Deshalb können viele Personen ab ungefähr 45 Jahren Objekte, die nahe sind, immer schlechter erkennen – sie werden unscharf. Zahlen und Buchstaben verschwimmen und das Lesen wird immer schwieriger.

Unwillkürlich beginnt man die Zeitung oder das Buch weiter weg zu halten. Das funktioniert am Anfang ganz gut, doch die Arme sind nicht unendlich lang. Irgendwann können auch sie nicht mehr helfen.

 Aber halt – das klingt doch nach einer Weitsichtigkeit? Tatsächlich stimmen die Symptome der Hyperopie, wie die Weitsichtigkeit im Fachjargon heisst, mit denen der Alterssichtigkeit überein. Jedoch unterscheidet sich die Alterssichtigkeit in einem Punkt von der «normalen» Weitsichtigkeit ganz entscheidend: Die Weitsichtigkeit hat nämlich andere Auslöser: Entweder ist der Augapfel zu kurz oder die Brechkraft der Linse zu niedrig. Dadurch wird das scharfe Bild nicht auf, sondern hinter der Netzhaut projiziert. Nahe Objekte werden verschwommen wahrgenommen, wie bei der Alterssichtigkeit.

Individuelle Beratung

Möchten Sie gerne ihren Alltag ohne Brille geniessen? Bei Interesse beraten Sie unsere Experten gerne zum Thema Mutlifokallinsen – Sie können schnell und einfach online einen Termin an einem unserer Standorte vereinbaren.

Trainieren und gesund essen?

Ab dem 45. Lebensjahr empfiehlt es sich, die Augen regelmässig untersuchen zu lassen – so wird gewährleistet, dass man die Alterssichtigkeit und andere altersbedingte Augenkrankheiten frühzeitig erkennt.

Es gibt Thesen, dass durch stetes Augentraining der Alterungsprozess der Augen verlangsamt werden kann. Bei diesem Training geht es darum, die Muskeln zu stärken und das scharfe Sehen zu üben, indem man den Blick auf Objekte richtet, die in verschiedener Entfernung zueinander stehen. Aber wie erklärt, sind bei der Alterssichtigkeit nicht die Muskeln, sondern die Augenlinsen das Problem und die können leider nicht trainiert werden. Die richtige Ernährung hingegen kann unsere Augen unterstützen und Sehkrankheiten vorbeugen. 

Florencia Figueroa

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