Augenmythen

Rund um das Auge kursieren viele Gerüchte – und zwar so viele, dass ein dritter Teil der Serie «Die grössten Augenmythen» nötig ist, um Wahres vom Falschen zu trennen.

Dass Karotten den Augen helfen, Kontaktlinsen nicht hinter die Augen rutschen und der direkte Blick in die Sonne den Augen schadet, haben wir alles schon in den beiden vorherigen Teilen der Serie «Die grössten Augenmythen» geklärt. Aber was ist mit folgenden Gerüchten? Wissen Sie, welches zutrifft und welches nicht?

Babys kommen mit blauen Augen zur Welt

Babyaugen

Der Farbstoff Melanin bestimmt die Augenfarbe

Das trifft tatsächlich auf die meisten hellhäutigen Babys zu. Der Grund ist, dass der Farbstoff Melanin, der die Augenfarbe bestimmt, in den ersten Wochen kaum vorhanden ist, weshalb sie blau erscheinen. Sobald genügend Melanin produziert wurde, färben sich die Augen in der vorgesehenen Farbe ein. In den Kontinenten Afrika, Asien und Lateinamerika werden die Babys meist mit braunen Augen geboren.

Menschen können räumlich sehen

Die meisten Menschen sind fähig stereoskopisch, also dreidimensional zu sehen – allerdings nicht alle. Menschen, die nicht räumlich sehen können, leiden an dauerhaftem Monokularsehen. Die häufigste Ursache hierfür ist Strabismus, sprich das Schielen. Inwiefern Monokularsehen therapierbar ist, hängt davon ab, wodurch das Leiden verursacht wird.

Ob jemand lügt, erkennt man am Blick

Britische Wissenschaftler der Universität Edinburgh sind dieser These auf den Grund gegangen. Zu diesem Zweck riefen sie ihre Probanden dazu auf, bei bestimmten Sachverhalten zu lügen und bei anderen die Wahrheit zu sagen. Sie konnten nachweisen, dass kein Zusammenhang zwischen der Blickrichtung und der getroffenen Aussage besteht. Wer also beim Reden nach oben rechts schaut, ist nicht zwangsläufig ein Lügner.

Rauchen schadet den Augen

Dem ist leider so, denn Nikotin gefährdet das Sehvermögen. Das pflanzliche Nervengift kann verschiedene Augenkrankheiten fördern, unter anderem den Grauen Star und die altersbedingte Makuladegeneration (AMD). 

Die Brillenkorrektur ist gleich wie bei Kontaktlinsen

Das ist falsch. Die Dioptrienzahl der Brille lässt sich demnach nicht auf die Kontaktlinsen und umgekehrt übertragen. Der Grund ist, dass der Abstand von den Augen zu den Brillengläsern viel grösser ist, als jener zwischen den Kontaktlinsen und den Augen. Wer also von der Brille zu Kontaktlinsen und umgekehrt wechseln möchte, muss sich beim Optiker die Stärke der neuen Sehhilfe anpassen lassen.

Kontaktlinsen mit UV-Schutz machen Sonnenbrillen obsolet

Nein, der UV-Schutz der Kontaktlinsen reicht tatsächlich nicht aus, weil die Kontaktlinsen nicht die gesamte Fläche des Auges abdecken. Anders gesagt: Ein Teil des Auges ist der Sonne weiterhin schutzlos ausgeliefert, wodurch das Auge durch die intensive UV-Strahlung nach wie vor beschädigt werden kann. Eine Sonnenbrille ist deshalb nach wie vor der beste Schutz.

Gähnen

Gähnen sorgt für Sauerstoff und Flüssigkeit

Gähnen ist gut für die Augen

Durch das Gähnen führen wir dem Körper viel Sauerstoff zu, bewirken aber gleichzeitig auch, dass sich die Tränendrüsen entleeren – und das ist gut für die Augen. Der vordere Teil des Augapfels wird somit Flüssigkeit versorgt. Auf diese Weise wird ein Austrocknen verhindert.

Hunden sehen keine Farben

Wissenschaftler haben inzwischen in Erfahrung gebracht, dass Hunde sehr wohl imstande sind, Farben zu sehen, allerdings nicht so gut wie wir Menschen. Ihr Vermögen Farben wahrzunehmen, ist gemäss den Wissenschaftlern mit dem eines Menschen mit Rotgrün-Schwäche vergleichbar.

Kontaktlinsen lassen sich mit Leitungswasser reinigen

Nein, auf keinen Fall. Im Leitungswasser tummeln sich nämlich allerlei Keime. Zudem enthält Leitungswasser unter Umständen auch Kalk- und Salzanteile sowie Rost. Dies alles kann sich negativ auf das Auge auswirken.

Das sind nun alle Augenmythen gewesen …

Wohl kaum. Und dem kommen wir bei Gelegenheit in einem vierten Teil gerne nach.

 

 

Florencia Figueroa

Noch nicht genug?

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