Lichtdusche

Das Sonnenlicht ist wichtig für unsere Augen, unsere innere Uhr und unseren Gemütszustand. Während Zeiten von Homeoffice und «Zuhause bleiben» gestaltet sich das Einfangen der wohltuenden Sonnenstrahlen jedoch nicht ganz so unkompliziert wie sonst. Gibt es Alternativen?

Das Sonnenlicht wird über unsere Photorezeptoren im Auge aufgenommen. Die Lichtinformation wird an das Gehirn und von dort an alle weiteren Organe weitergeleitet. In der heutigen Zeit leben wir häufig im Konflikt mit zwei Uhren: der inneren und der äusseren, die wir mit der künstlichen Beleuchtung geschaffen haben. Die Folgen wirken sich oft auf die Gesundheit aus.

Vitamine über die Luft aufsaugen?

Nicht ganz – aber es korrekt, dass das Tageslicht die Vitamin D-Produktion ankurbelt, die Augen weniger schnell ermüden lässt als Kunstlicht und für gute Laune sorgt, weil die Produktion des Botenstoffs Serotonin angeregt wird. Serotonin ist quasi unser Wohlfühlhormon.

Aber was machen, wenn in der aktuellen Situation keine Terrasse oder kein Balkon zur Verfügung steht, um Sonne zu tanken? Die eine Alternative ist ein Spaziergang, natürlich unter Berücksichtigung von Social Distancing. Die andere Alternative bietet sich in Form einer Lichtdusche.

Lichttherapie während dem Arbeiten

Bei der Lichtdusche handelt es sich um eine Lichttherapie, bei der man die Augen einer speziellen Lichtquelle aussetzt. Diese Lichtquelle ahmt die Sonneneinstrahlung nach. Das Licht sorgt dafür, dass der Körper weniger Melatonin herstellt und dafür mehr Serotonin produziert. Selbstverständlich kommen bei der Lichttherapie nicht irgendwelche Lampen zum Einsatz, sondern spezielle Lichttherapielampen. Diese hellen, leistungsstarken Leuchten mit der Farbtemperatur Tageslichtweiss weisen zwischen 2500 bis 10 000 Lux auf – das entspricht dem Licht an einem schönen, sonnigen Tag. Die Lichttherapielampen haben ein Lichtspektrum ohne Ultraviolettstrahlen und ohne Infrarotlicht. Diese würden den Augen schaden. Deshalb kann die Sonnenbank auch nicht als Alternative zur Lichttherapie betrachtet werden, weil in Solarien genau jene Lampen zum Einsatz kommen, die diese für die Augen schädliche Strahlung erzeugen.

Während der Therapie kann man schreiben, essen, telefonieren, arbeiten – wichtig ist, dass man einmal pro Minute für wenige Sekunden in die Lichtquelle blickt und den Abstand zur Lampe einhält. Doch warum muss die Lichttherapie über die Augen verlaufen? Die Augen steuern unter anderem den circadianen Rhythmus, sprich unsere innere Uhr. Hierfür nehmen sie über die Netzhaut Licht auf und wandeln dieses in Nervenimpulse um, die sie an das Gehirn weiterleiten. Die Gehirnstruktur «Nucleus suprachiasmaticus», wird auch als Taktgeber der inneren Uhr bezeichnet, weil sie unter anderem für die Ausschüttung von Melatonin zuständig ist. Um die Menge dieses Hormons zu drosseln und das Glückshormon Serotonin anzukurbeln, muss man also die Augen mit Tageslicht verwöhnen.

Florencia Figueroa

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