Schon fast verzweifelt versuchen wir heutzutage unseren Körper in Einklang zu bringen. Gelingen wird uns dies nie ganz: wir sind entweder Rechts- oder Linkshänder, haben ein bevorzugtes Bein beim Anlauf zum Weitsprung und eine Schokoladenseite beim Gesicht. Doch wussten Sie, dass wir auch ein dominantes Auge haben?

Augendominanz

Doch was genau hat es eigentlich mit diesem dominanten Auge auf sich? War das etwa J.R.R Tolkiens Inspiration für Saurons Mittelerde unterdrückendes Auge? Vor allem Fotografen, TV-Moderatoren und Sportschützen profitieren von dem Wissen über ihr dominantes Auge. Bis heute handelt es sich jedoch um ein Phänomen, das wissenschaftlich kaum untersucht ist und einige Fragen offenlässt. Fest steht jedoch, dass beim binokularen, also dem beidäugigen Sehen, ein Auge über das andere dominiert. Durch die horizontale Anordnung unserer Augen variieren nicht nur die Bilder, die wir aufnehmen, sondern auch der Einfall der Lichtstrahlen. Wie weit die jeweiligen Bilder voneinander abweichen, kann man sehen, wenn man immer abwechselnd ein Auge schliesst.

Aus Zwei wird Eins

Sobald wir jedoch kein Auge mehr zudrücken, werden die einzelnen Bilder in unserem Gehirn zu einem zusammengefügt. Bei der Fusion in unserem Gehirn wird das Bild des dominanten Auges bevorzugt. Die Informationen des nicht-dominanten Auges werden einfach darauf verschoben. Mit welchem Auge man besser sieht, spielt dabei scheinbar keine entscheidende Rolle: Umso wichtiger ist es jedoch, eine mögliche Fehlsichtigkeit am dominanten Auge früh auszugleichen. Auf ein gezieltes Umgewöhnen der Augendominanz sollte jedoch zwingend verzichtet werden, da das schwere Sehstörungen zur Folge haben kann.
Welches Auge nun das dominante Auge ist, liegt ganz und gar im Auge des Betrachters – oder zumindest kann nur dieser Auskunft darüber geben. Bei immerhin zwei Drittel der Menschheit ist das rechte Auge das dominante, während weniger als fünf Prozent der Menschen keine ausgeprägte Augendominanz haben.

Welches ist Ihr dominantes Auge?
Um herauszufinden, welches Ihrer Augen die dominante Doppelrolle innehat: Fixieren Sie mit beiden Augen einen entfernten Gegenstand und zeigen Sie mit dem Finger darauf. Nun schliessen Sie nacheinander erst das eine, dann das andere Auge. Zeigt Ihr Finger weiter auf den fixierten Gegenstand, haben Sie Ihr dominantes Auge gefunden, zeigt der Finger stattdessen irgendwo neben den Gegenstand, handelt es sich bei dem geöffneten Auge, um das unterdrückte.
Ganz allgemein schadet es allerdings nie, einfach mit offenen Augen durchs Leben zu gehen.

Samantha Happ

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