Brillenschlange, Vierauge, Dioptrienjunkie … solche Beleidigungen gehören glücklicherweise in den meisten Fällen längst vergangenen Zeiten an. Brillen zählen heute zu den modischen Accessoires, trotzdem möchten viele Fehlsichtige ihre Kontaktlinsen im Alltag nicht missen. Doch wofür soll man sich entscheiden: Weiche oder lieber harte Kontaktlinsen?

Kontaktlinsen weich hart

Vor allem in der kalten Jahreszeit ist der Blick von Brillenträgern zunehmend vernebelt. Beschlagene Brillengläser bei der Flucht vor winterlichen Temperaturen in wohlig warme Räume, verregnete Aussichten oder die blendende Schönheit durchbrechender Sonnenstrahlen – Brillen kosten ihre Träger über den Tag verteilt häufig einiges an Energie. Und nicht nur im Alltag sondern auch beim Sport sorgen Kontaktlinsen häufig für klare Sicht. Statt Regentropfen und fettige Fingerabdrücke auf den Gläsern oder dem mühsamen Wechselspiel mit der Sonnenbrille – Kontaktlinsen bieten den dauerhaften Durchblick.

Die Last der Fehlsichtigkeit

Vor diesem Hintergrund verwundert es kaum, dass bereits DaVinci und Descartes im 16. Jahrhundert gerne eine Alternative zur lästigen Sehhilfe zu ihren Erfindungen gezählt hätten. Die Last der Brillengläser aus echtem Glas – im Gegensatz zu den heutigen Kunststoffgläsern – konnte einem damals schon mal den Atem rauben, vor allem bei hoher Fehlsichtigkeit. Der Augenarzt Adolf Eugen Ficks entwickelte 1887 ein erstes Modell einer Kontaktlinse. Das damals noch gläserne Folterinstrument in Linsenform hatte einem Durchmesser von circa 2 Zentimetern und konnte nur wenige Stunden getragen werden. Heute hat sich dank synthetischer Polymere der Tragekomfort deutlich verbessert.

Stabil in Form bleiben …

Doch gerade formstabile Linsen, die im Volksmund auch gerne als harte Kontaktlinsen bezeichnet werden, stehen in Sachen Komfort häufig unbequemen Meinungen gegenüber.

Samuel Steiner ist Optometrist und Co-Leiter Diagnostik der Augenpraxis Vista Klinik:

«Grundsätzlich kann so ziemlich jede und jeder formstabile Kontaktlinsen tragen. Zudem absorbieren sie kaum Feuchtigkeit vom Tränenfilm, wodurch Personen, die zu trockenen Augen neigen, ein angenehmeres Gefühl durch den Tag haben. Die meisten formstabilen Kontaktlinsenträger verzeichnen auch eine längere Verträglichkeit. Allerdings sind diese nicht unbedingt besser und vor allem nicht angenehmer zu tragen», insbesondere wenn man zuvor weiche Kontaktlinsen getragen hat, kann es eine ganze Weile dauern, bis das Fremdkörpergefühl verschwindet und sich das Auge an die Linse gewöhnt hat.

«Sobald der Tragerhythmus 3-4 Tage pro Woche übersteigt, sind mehrmals tragbare Kontaktlinsen, worunter sowohl weiche als auch harte Kontaktlinsen fallen, zu empfehlen. Die formstabilen Kontaktlinsen lohnen sich, wenn Sie in der gesamten Tragezeit nicht einmal verloren oder kaputt gehen.», so Steiner. Denn einmal angepasst, müssen harte Kontaktlinsen je nach Pflege und Zustand nur alle ein bis zwei Jahre ersetzt werden. Doch gerade beim Sport besteht bei abrupten Bewegungen die Gefahr, dass die Linse den Kontakt zum Auge verliert. Bei Arbeiten in staubiger Umgebung können Staubkörner ausserdem leicht unter die formstabile Kontaktlinse gelangen und das Auge reizen.

Für alle Kontaktlinsenträger gilt jedoch: Den halbjährlichen bis jährlichen Kontakt zu den Kontaktlinsenexperten nicht zu verlieren. Zudem sollte man auch regelmässige Überprüfungen beim Augenarzt nicht vernachlässigen. Vertrauen ist gut, aber Kontrolle ist eben, gerade wenn es um die Augengesundheit geht, einfach besser.

Samantha Happ

Weitere Informationen

Haben Sie Fragen oder wünschen Sie weitere Informationen? Unsere Experten an den verschiedenen Standorten geben Ihnen gerne Auskunft.

0 Kommentare

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

drei + 17 =