Heute leiden doppelt so viele Menschen an trockenen Augen als noch vor zwanzig Jahren. Wenn sich der Augenaufschlag nicht mehr nur in Flirtsituationen aufreibend anfühlt, können häufig Augentropfen weiterhelfen – damit die aber nicht nur zum Tropfen auf dem heissen Stein werden, heisst es: Augen auf beim Tropfenkauf.
Ein frisches Lüftchen aus der Klimaanlage, trockene Heizungsluft, zu viel Sonne, kalter Wind oder künstliches Licht – damit scheint das Zeitfenster im Jahr mit Wohlfühlbedingungen für unsere Augen schon relativ beschränkt. Aber auch das Tragen von Kontaktlinsen und das ständige Starren auf Bildschirme kann schon mal ein Dorn im Auge sein – oder sich so anfühlen.

Wenn die Augen jucken, brennen, tränen oder gerötet sind, schmerzen oder man das Gefühl eines Fremdkörpers im Auge verspürt, dann höhlt der stete Tropfen nicht, sondern bringt häufig Erlösung.

Ein Auge auf die Inhaltsstoffe werfen …

… ist bei der Auswahl des passenden Tropfens das oberste Gebot, wenn Pharmakonzerne mit komplizierten Stoffbezeichnungen Augenwischerei betreiben. Die Basis von Augentropfen bilden Wasser und Salze. Das sind zwei Bestandteile, die auch in unserem natürlichen Tränenfilm vorkommen und dann, abhängig von den jeweiligen Symptomen, durch pflegende Inhaltsstoffe ergänzt werden.

Welcher Inhaltsstoff bewirkt was?

HyaluronsäureHyaluron ist körpereigenes Molekül mit der Fähigkeit, Wasser zu binden und an der Augenoberfläche zu haften. Es bildet einen Schutzfilm auf dem Auge und spendet so Feuchtigkeit.
DexpanthenolDieser Wirkstoff trägt zur Regeneration und zusätzlichen Befeuchtung der Horn- und Bindehaut bei.
EuphrasiaDiesem rein pflanzlichen Wirkstoff des Augentrostkrautes werden reizlindernde und erfrischende Eigenschaften zugeschrieben.
HeparinDie körpereigene Substanz hat ähnlichen Eigenschaften, wie der natürliche Tränenfilm.
EctoinDer Wirkstoff lindert entzündliche Reaktionen am Auge und stabilisiert den Tränenfilm.
Vitamin ADas Vitamin A ist natürlicher Bestandteil des Tränenfilms mit positivem Effekt auf die Binde- und Hornhaut.
Augentropfen

Bei einigen Konservierungsstoffen sollte man besser genau hinschauen

Nicht aufs Auge drücken (lassen) …

… sollte man sich besser Konservierungsstoffe, wie Benzalkoniumchlorid. Das wird meist auch in Desinfektionsmitteln verwendet und ist in Augentropfen nicht weniger aggressiv. Benzalkoniumchlorid schädigt die empfindliche Hornhaut, verändert die Zusammensetzung unseres natürlichen Tränenfilms und schadet so bei längerer Anwendung den Augen. Ausserdem können Konservierungsmittel Allergien auslösen.

Deswegen sollten wir bei folgenden Konservierungsmitteln besser kein Auge zudrücken: Benzalkoniumchlorid, Polyquad, Purite, der Oxychloro-Komplex, Cetrimid, Polyhexanid, Chlorhexidindigluconat, Polidroniumchlorid und Chlorobutanol

Finger weg von Phosphatpuffern

Sie werden einigen Augentropfen zugesetzt, um dadurch einerseits den pH-Wert der Tropfen zu senken und die Lösung so für das Auge verträglich zu machen, andererseits sorgen sie dafür, dass Inhaltsstoffe länger haltbar bleiben. Allerdings reagieren die Phosphate in unserem Auge mit dem dort vorkommenden Kalzium. Bei dieser Reaktion bilden sich Kristalle, die sich vor allem in einer geschädigten Hornhaut einlagern und dadurch das Auge verkalken lassen, wodurch sich unser Sehvermögen zunehmend verschlechtert. Statt Phosphatpuffer kann auf Mittel mit Citratpuffern zurückgegriffen werden.

Augentropfen

Bei Phosphatpuffern unbedingt nein sagen

Phosphatpuffer werden auf der Inhaltsstoffliste bezeichnet als: Natriumdihydrogenphosphat, Natriumdihydrogenphosphat-Dihydrat, Dinatriummonohydrogenphosphat-Dihydrat, Kaliumdihydrogenphosphat

Natürlich kann nicht immer auf Konservierungsmittel in Augentropfen verzichtet werden, gerade bei Augenerkrankungen lassen sie sich häufig nicht vermeiden. Im Zweifel daher immer mit dem Augenarzt oder der Augenärztin sprechen – die haben den Durchblick.

Darüber hinaus gilt es natürlich auch, ein Auge auf die Haltbarkeitsdauer von Tränenersatzmitteln und die Art und Häufigkeit der Anwendung zu werfen. Mit Augentropfen in grösseren Fläschchen oder Pumpspendern statt plastikverpackter Einzeldosen, die direkt im Mülleimer landen, behält man auch die Umwelt im Blick.

Kontaktlinsenträgerinnen und -träger sollten ausserdem auf die Verträglichkeit der Tropfen mit ihren Linsen achten und nach dem Einsetzen eine halbe Stunde warten, bevor sie Augentropfen verwenden, um dadurch eine Reaktion mit dem Pflegemittel zu verhindern – dann steht dem Schöne-Augen-Machen nichts mehr im Wege.

Hier nochmal ein Überblick für den nächsten Tropfenkauf:

Das darf ins Auge …Das geht ins Auge …
Hyaluronsäure, Dexpanthenol, Dexpanthenol, Euphrasia, Heparin, Ectoin, Vitamin ABenzalkoniumchlorid, Polyquad, PURITE, der Oxychloro-Komplex, Cetrimid, Polyhexanid, Chlorhexidindigluconat, Polidroniumchlorid und Chlorobutanol, Natriumdihydrogenphosphat, Natriumdihydrogenphosphat-Dihydrat, Dinatriummonohydrogenphosphat-Dihydrat, Kaliumdihydrogenphosphat
Ausserdem beachtenHaltbarkeit, Anwendungsart und -häufigkeit, Verbleibdauer auf den Augen, Kontaktlinsenverträglich

Samantha Happ

4 Kommentare

  1. Birgit Arni

    Ich habe die Augentropfen Lacrycon. Sind die gut geeignet?

    Antworten
    • Vista Einblick

      Liebe Frau Arni
      Die Tropfen eignen sich sehr gut bei Trockenheitsgefühl und übermüdeten Augen.
      Herzliche Grüsse
      Ihr Vista-Einblick-Team

      Antworten
  2. Adelina Grossmann

    Ich habe von meinem Augenarzt Ganfort und Azopt Augentropfen erhalten.
    Ich habe Diabetes melitus 2 und habe Anfang grauer Star, sind diese Augentropen geeignet für meine Augen ?

    Antworten
    • Claudia Wasmer

      Liebe Frau Grossmann
      Ja absolut. Die Augentropfen sind verschrieben worden, um den Augendruck zu senken. Sie beeinflussen weder den Grauen Star noch Ihre Diabetes.
      Herzliche Grüsse
      Ihr Vista-Einblick-Team

      Antworten

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