Was sehen Babys mit ihren Kulleraugen? Ab wann können sie sehen und wie gut? Die wichtigsten Schritte in der Sehentwicklung von Babys im Überblick.

Für die meisten Menschen ist das Sehen selbstverständlich – wer noch nie Probleme mit den Augen oder eine Fehlsichtigkeit hatte, kann es sich auch nicht anders vorstellen. Und auch wenn es uns oft so vorkommt, da wir uns nicht an die ersten paar Jahre unseres Lebens erinnern: Die volle Sehkraft ist nicht von Anfang an vorhanden, sondern entwickelt sich erst in den ersten Monaten unserer Kindheit.

Vor der Geburt

Entgegen früheren medizinischen Annahmen können wahrscheinlich auch schon ungeborene Babys sehen, denn die Augen entwickeln sich bereits sehr früh. Zwischen dem zweiten und dem siebten Monat der Schwangerschaft werden die Augen noch durch die geschlossenen Lider geschützt.

Ab dem siebten Schwangerschaftsmonat kann der Fötus die Augen öffnen. Viel zu sehen gibt es im Mutterbauch nicht, das Ungeborene ist aber vermutlich in der Lage zwischen hell und dunkel zu unterscheiden – es nimmt also beispielsweise starkes Sonnenlicht wahr, das auf den Mutterbauch scheint.

Was Babys sehen

Die Augen von Babys sind bereits nach der Geburt funktionsfähig. Allerdings sehen Babys nur verschwommen. Es dauert rund ein Jahr, bis sich die Sehstärke über den Nahbereich hinaus entwickelt und die Sehfähigkeit ungefähr jener von Erwachsenen entspricht.

Grimassen schneiden ist gut

Zuerst reagieren die Neugeborenen auf den Nahbereich, also auf alles, was bis zu 30 Zentimeter von ihnen entfernt ist. Den Rest sehen sie nur unscharf. Die Distanz entspricht ungefähr der Entfernung zum Gesicht von Mama oder Papa, wenn das Kind auf dem Arm gehalten wird. Dass wir beim Anblick eines Babys fast automatisch Grimassen schneiden, hat übrigens einen Grund – das weckt nämlich die Neugier und den Nachahmungstrieb der Kleinen – ein wichtiger Schritt in der frühkindlichen Entwicklung.

Was Monat für Monat geschieht

Zwischen dem zweiten und dritten Lebensmonat werden Farbtöne immer spannender. Je strahlender die Farben und kreativer Formen, desto aufregender.

Im vierten Monat intensiviert sich die Hand-Auge-Koordination. Mit der Folge, dass auch die Wahrnehmung der Räumlichkeit und Tiefe zunimmt.

Ab dem vierten Monat werden Versteckspiele interessant. Das Kleinkind fängt an zu realisieren, dass es Dinge gibt, die nicht oder nur teilweise sichtbar sind. Auch dies ist ein wichtiger Schritt der frühkindlichen Entwicklung.

Die Sehschärfe nimmt  bei gesunden Augen in der Regel in den ersten 6 Lebensjahren immer weiter zu, was das Diagramm verdeutlicht. Ab dem neunten Monat zeigt sich dann die bleibende Augenfarbe des Babys. Zur etwa selben Zeit wird das räumliche Sehen noch stärker. Jetzt sieht das Baby auch weit entfernte Spielzeuge und verlangt danach. Das Entdecken weit entfernter Gegenstände macht das Baby zudem neugierig auf Krabbeln, Kriechen und Laufen. Das Sehen-Lernen eines Babys kann durchaus unterstützt werden. Dabei wichtig sind Bilder und Spielsachen in bunten Farben, die das Baby neugierig machen.

Gregor Szyndler

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