Der Glaskörper ist eine gallertartige Masse, die das Auge ausfüllt. Er besteht zu etwa 98 Prozent aus Wasser und liegt zwischen Linse und Netzhaut. Folglich durchquert das von der Linse gesammelte Licht auf seinem Weg zur Netzhaut den Glaskörper.

Der Flüssigkeitsverlust des Glaskörpers ist eine normale Alterserscheinung. Ist somit jeder von uns irgendwann von einer Glaskörperabhebung betroffen?
Dr. Theo Signer: Der Glaskörper hebt sich nicht bei allen Individuen von der Netzhaut ab. Bei kurzsichtigen Augen und auch bei Zustand nach Kataraktoperation kommt die Abhebung deutlich häufiger vor.

Wie nehmen Betroffene eine Glaskörperabhebung wahr?
Dr. Theo Signer: Betroffene sehen Mücken, Fäden und Rauchschwaden, die sich im Auge bewegen, im Dunkeln gelegentlich sogar Blitze. Der durch die Abhebung entstandene Zug auf der Netzhaut kann zu Rissen führen. Risse wiederum stellen ein Risiko für eine Netzhautablösung dar. Diese führt zu Schattenbildung mit Gesichtsfeldeinschränkung und Sehschärfenverminderung.

Eventtipp:

Weitere Fragen beantwortet Dr. Theo Signer nach seinem Vortrag «Netzhaut: Wenn sich der Glaskörper abhebt», am Dienstag, 27. August 2019, um 19 Uhr im Bürgerlichen Waisenhaus. Teil der Vortragsreihe Einblick rund ums Auge.

Ist die Abhebung schmerzhaft?
Dr. Theo Signer: Nein, absolut nicht.

Wann müssen Betroffene den Augenarzt aufsuchen?
Dr. Theo Signer: Mücken, Blitze oder Schatten sind Zeichen einer Netzhautablösung. Falls diese auftreten oder sich in ihrer Intensität verändern, sollte innerhalb 24 Stunden ein Augenarzt aufgesucht werden. Dabei muss die Pupille erweitert werden, damit man die periphere (äussere) Netzhaut gut untersuchen kann. Falls keine Netzhautdefekte vorliegen, werden Kontrollen nach einer und nach vier Wochen nochmals angeordnet.

Lässt sich eine Glaskörperabhebung rückgängig machen, beziehungsweise heilen? Wie sieht genau die Behandlung aus?
Dr. Theo Signer: Der Glaskörper lässt sich nicht mehr anlegen. Das heisst, dass er zeitlebens abgelöst bleibt. Wichtig ist, dass der Ablösungsprozess kontrolliert wird. Eine Heilung gibt es nicht und braucht es auch nicht. Es müssen nur die möglichen Folgen wie Netzhautlöcher oder Ablösung behandelt werden.

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