Unsere Regenbogenhaut ist unverwechselbar, denn jede Iris ist einzigartig. Deshalb eignen sich die Augen auch als Identifikationsmittel. Doch die Iriserkennung birgt auch Gefahren.

Ob am Flughafen, bei der Polizeikontrolle oder um Geld vom Bankautomaten abzuheben: Im Alltag ergibt sich tagtäglich immer wieder eine Situation, in der wir uns ausweisen müssen. Selbst eine einfache Handlung wie das Entsperren des Handys bedarf einer eindeutigen Identifizierung. Das Problem ist, dass herkömmliche Methoden wie PIN-Nummern, Passwörter und Ausweise fehleranfällig sind. Einen Ausweis kann man fälschen und eine PIN-Nummer oder ein Passwort knacken.

Mit dem Auge das Smartphone entsperren

Inzwischen gibt es aber Technologien, von denen man sich verspricht, dass sie sich nicht mehr so leicht überlisten lassen: die sogenannten biometrischen Authentifizierungsmethoden. Bei diesen Methoden werden zur Erkennung von Personen biologische Merkmale eingesetzt. Das können zum Beispiel Fingerabdrücke, das Gesicht oder die Stimme sein. Auch die Iris ist ein biologisches Merkmal.

Zur Erinnerung: Die Iris ist jener Teil im Auge, in der sich unsere Augenfarbe befindet. Jede Iris ist einzigartig und verändert sich auch über die Jahrzehnte nicht. Man hat also das ganze Leben lang die gleichen Iriden. Sie zu fälschen ist unmöglich. Die Iriden sind demnach ideal, um für die Erkennung von Personen eingesetzt zu werden – und es gibt tatsächlich schon Anwendungsgebiete: Auf dem Markt existieren inzwischen Smartphones, die sich mittels Blick in die Kamera entsperren lassen. Doch wie funktioniert die Iriserkennung? Und ist sie wirklich sicher?

Technologie noch unausgereift

Tatsächlich funktioniert die Technologie für den Nutzer relativ einfach. Um die Iriserkennung einzurichten, muss man lediglich seine Augen abfotografieren. Das Smartphone speichert die Fotos ab. Will man nun das Gerät entsperren, muss man nochmals in die Kamera blicken. Das Smartphone vergleicht die Iris mit den hinterlegten Fotos. Stimmen die Daten überein, wird das Handy entsperrt. Tatsächlich soll dieser Vorgang sehr schnell gehen und gar bei schlechtem Licht funktionieren, weil die Abstrahlung des Bildschirms zur Datenerfassung genutzt wird. Doch hier gibt es ein kleines Problem: So sicher wie die Hersteller behaupten, ist die Entsperrungsmethode ganz und gar nicht.

Um das System zu überlisten, braucht man lediglich ein vergrössertes Foto der Augen der Person, dessen Handy man entsperren will, und Kontaktlinsen. Zuerst legt man die Kontaktlinsen auf das Foto. Um nämlich die Wölbung der Augen zu simulieren. Als nächstes hält man das Foto mit den Kontaktlinsen in die Kamera – und schon ist das Telefon entsperrt. Die Technologie für heikle Zwecke einzusetzen, beispielsweise um Geld vom Konto abzuheben, empfiehlt sich deshalb nicht. Zwar lässt sich die Iris nicht fälschen – es ist zurzeit allerdings noch nicht klar, wie sich die Technologie diese Unverwechselbarkeit ohne Sicherheitsmängel zunutze machen kann.

Florencia Figueroa

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