Nichts ist unangenehmer, als wenn man angeglotzt wird. Manche Menschen können jedoch nichts dafür, dass sie glotzen. Aufgrund einer Krankheit leiden sie nämlich an Glotzaugen – auch Glubschaugen genannt.

«Was glotzt du denn so?» ist ein Spruch, den wohl niemand gerne hört. Wenn man allerdings an Glotzaugen leidet, umso weniger. Dabei handelt es sich um ein Phänomen, bei dem die Augäpfel anfangen, aus den Augenhöhlen zu treten. Exophthalmus lautet der medizinische Ausdruck dafür.

Glubschaugen sind nur ein Symptom

Umgangssprachlich haben sich die Begriffe Glubsch- oder Glotzaugen durchgesetzt. Betroffene fallen auf – unter anderem durch weit aufgerissene Augen und einen durchdringenden, starren Blick. Glubschaugen sind aber weit mehr als nur ein ästhetisches Problem. Denn in den meisten Fällen handelt es sich dabei um keine natürliche Erscheinung. Im Gegenteil: Dahinter steckt oft ein ernsthaftes Leiden, das es zu behandeln gilt.

Exophthalmus ist keine eigenständige Erkrankung, sondern nur ein Symptom, das durch unterschiedliche Krankheiten hervorgerufen wird. Man unterscheidet diverse Schweregrade. Die Skala reicht von eins bis sechs, wobei die letzte Stufe die schwerste ist. Gefährlich wird es für die Betroffenen, wenn sich wegen der hervortretenden Augen die Lider nicht mehr richtig schliessen lassen. Denn dadurch drohen die Augäpfel auszutrocknen – was wiederum zu Entzündungen und Einrissen in der Hornhaut führt. Zudem verformen sich die Augäpfel, weil sie durch die Augenhöhlen gepresst werden, sodass es zu Sehstörungen in Form von Doppelbildern kommen kann. Wird Exophthalmus nicht behandelt, droht im schlimmsten Fall gar Erblindung.

Ursachen und Behandlungsmethoden

Neben den Augäpfeln befinden sich in den Augenhöhlen auch Muskeln, Fettpolster und Nerven. Die Augenhöhlen, die aus Knochen bestehen und deshalb unflexibel sind, bieten nicht unendlich viel Platz. Schwillt das hinter dem Augapfel liegende Gewebe an, wird der Augapfel nach vorn durch die Augenhöhlen gedrückt. Und das führt zu Glubschaugen. Auslöser können Augenentzündungen sowie gut- oder bösartige Tumore sein.

Ob man an Exophthalmus leidet, kann der Arzt leicht herausfinden. Er misst mit einem Exophthalmometer den Abstand zwischen der Hornhaut und dem Vorderrand der Augenhöhle. Überschreitet dieser einen gewissen Messwert, ist der Fall klar. Die Therapie hängt ganz davon ab, welche Krankheit der Auslöser ist. Was man allerdings in jedem Fall tun sollte, ist die Augäpfel davor zu bewahren, auszutrocknen. Das erreicht man meist mit Augentropfen und Salben. Je schneller man die Krankheit entdeckt, desto besser sind die Erfolgsaussichten einer Behandlung.

Florencia Figueroa

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