Es gibt viele Arten von Narben. Selbst auf der Augenhornhaut können sie sich bilden. Doch welche Folgen haben sie für die Augen? Und sollte man gegen sie vorgehen oder nicht?

«Weil niemand ohne Narben durchs Leben geht», soll einst die amerikanische Schauspielerin Carol Burnett gesagt haben. Doch viele Betroffene wollen die Narben um jeden Preis wieder loswerden. Allerdings nicht, weil sie gefährlich sind, sondern weil Narben im Allgemeinen als hässlich gelten. Es gibt jedoch auch Narben, die zwar völlig unsichtbar, dafür umso gefährlicher sind.

Nein, es geht nicht um seelische Narben, sondern um Narben auf der Augenhornhaut. Denn auch sie kann verletzt werden. Und das ist sehr unangenehm, schliesslich ist eine unversehrte Augenoberfläche ausschlaggebend dafür, dass man scharf sieht. Als erstes treffen die Lichtstrahlen nämlich auf der Hornhaut auf und an dieser Stelle werden die Strahlen bereits gebrochen, was dazu beiträgt, dass auf unsere Netzhaut ein scharfes Bild projiziert wird.

Dieser Vorgang ist jedoch nur möglich, wenn die Oberfläche durchsichtig ist und das Licht durchlässt – Narben können allerdings die Hornhaut trüben. Aus dieser Trübung ergeben sich zwei Probleme: Einerseits schränkt sie unser Sichtfeld ein. Andererseits werden die Lichtstrahlen wegen ihr nicht mehr richtig gebrochen, wodurch das Bild auf der Netzhaut falsch abgebildet wird. Die Folge davon kann Blindheit sein.

Deshalb werden die Augen durch Lider geschützt, die alles fernhalten, was das Auge schädigen könnte. Sollte doch etwas hineingelangen, wird es mit Tränen weggespült. Kleinere, von Fremdkörper verursachte Schädigungen, heilen in der Regel schnell aus und hinterlassen keine nennenswerten Spuren.

Nicht jede Narbe ist gefährlich

Narben auf der Hornhaut können aus unterschiedlichen Gründen entstehen. Zum Beispiel durch einen Unfall – das kann ein harter Schlag sein oder wenn man sich versehentlich ins Auge greift. Auch Infektionen können Narben zur Folge haben. Diese Erreger werden zwar von unserem Immunsystem bekämpft und ausgelöscht – den Schaden, den sie bis zu ihrer Auslöschung angerichtet haben, kann aber nicht rückgängig gemacht werden. Es kann also sein, dass sich eine Narbe bildet, die sich im schlimmsten Fall trübt und vielleicht sogar zur Blindheit führt. Aber das muss nicht sein – es gibt nämlich Mittel und Wege, um gegen die Narben vorzugehen.

Im Zweifelsfall zum Augenarzt

Doch nicht jede Narbe muss zum Problem werden – auch dann nicht, wenn sie sich trübt. Es kommt darauf an, an welcher Stelle des Auges sie sich befindet. Zu einer merklichen Sehbeeinträchtigung kommt es meist bei zentralen Narben. Am Rand gelegene, kleine Narben beeinträchtigen das Sehvermögen weniger. Wenn man eine Verletzung auf der Hornhaut hat, sollte man auf jeden Fall den Arzt aufsuchen. Er entscheidet dann über das weitere Vorgehen. Narben kann man mittels eines Lasers operativ entfernen lassen. Sollte diese Behandlung nicht zum Ziel führen, besteht als letzte Möglichkeit die Option einer Hornhautverpflanzung. Diese wird aber nur verordnet, wenn wirklich keine andere Wahl übrig bleibt.

Wenn man absolut sichergehen will, dass die Narbe keinen grösseren Schaden anrichtet, sollte im Zweifelsfall der Arzt aufgesucht werden. Nur dieser kann beurteilen, ob die Narbe behandelt werden muss oder nicht.

Florencia Figueroa

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