Die Kurzsichtigkeit lasern zu lassen ist eine der häufigsten Operationen überhaupt. Die Laserbehandlung ist mittlerweile zum Routine-Eingriff geworden. Trotzdem sollte man seine Augen nicht leichtfertig operieren lassen.

Die Augen aufmachen und scharf sehen. Was banal klingt, ist in Wirklichkeit für viele Menschen Wunschdenken, denn die Kurzsichtigkeit, fachsprachlich Myopie genannt, hat in den vergangenen Jahrzehnten weltweit zugenommen – auch in der Schweiz. So stellt das Bundesamt für Statistik fest, dass inzwischen rund zwei Drittel der Bevölkerung davon betroffen ist. Für die Zunahme der Kurzsichtigkeit soll vor allem ein verändertes Seh-, Lern- und Freizeitverhalten verantwortlich sein. Dazu gehört zum Beispiel, dass die Menschen vermehrt stundenlang bei schlechtem Licht lesen oder zu nah am Bildschirm sitzen.

Doch was ist die Myopie überhaupt? Bei Myopie liegt der optische Brennpunkt aufgrund eines zu langen Augapfels vor der Netzhaut. Deshalb werden weit entfernte Objekte unscharf, nah gelegene hingegen scharf wahrgenommen. Zwar sind die genauen Ursachen für die Entstehung und das Fortschreiten der Myopie nicht bekannt. Jedoch weiss man, dass die Kurzsichtigkeit vererbt und unter bestimmten Voraussetzungen ausgelöst werden kann.

Ist man von Kurzsichtigkeit betroffen, bleibt nichts anderes übrig, als sich eine Sehhilfe anzuschaffen – oder sich einer Laserbehandlung zu unterziehen. Laut der Schweizer Politplattform www.swisspolitics.org liegt die Erfolgsquote der Laserbehandlungen bei über 90 Prozent. Die von Kritikern genannten Risiken seien dabei verschwindend gering – wie Statistiken aus Deutschland zeigten. Diese Resultate, schreibt die Plattform, liessen sich auf die Schweiz übertragen, denn der Komfort und der Standard zwischen den Ländern unterscheide sich nicht gross.

Die gängigsten Verfahren

Allerdings darf man nicht vergessen, dass die Laserbehandlung nach wie vor ein Eingriff ist und damit gewisse Gefahren birgt. Die am häufigsten genannte Nebenwirkung sind trockene Augen. Oft besteht die Trockenheit in der Heilungsphase und verschwindet wieder. Die Ursache für die meist zeitlich beschränkte Augentrockenheit liegt in einer durch die Laserbehandlung verursachten Beeinträchtigung der Hornhautnerven, die eine gewisse Zeit brauchen, um sich zu regenerieren. Auch gibt es Fälle, bei denen die Fehlsichtigkeit trotz Laserbehandlung nicht vollständig behoben werden konnte. Dies lässt sich jedoch meistens mit einer Nachbehandlung korrigieren. Selten kommt es vor, dass die Betroffenen in der Dämmerung plötzlich schlechter sehen oder eine erhöhte Lichtempfindlichkeit spüren. Und natürlich besteht wie bei allen chirurgischen Eingriffen immer ein Infektionsrisiko.

Trotz der Risiken lassen sich immer mehr Menschen operieren. Durchgesetzt haben sich dabei insbesondere zwei Methoden: jene ohne Schnitt, dazu zählen Lasek oder PRK, und jene mit Schnitt, dazu gehören Lasik und Femto-Lasik. Bei den Methoden mit Schnitt wird ein 0,1 Millimeter dicker Deckel der obersten Hornhautschicht abgetrennt. Die darunter befindliche Hornhaut wird mit einem Laser korrigiert. Danach schliesst man den Hornhautdeckel wieder. Bei den Verfahren ohne Schnitt schneidet man die oberste Hornhautschicht nicht – sie wird lediglich abgetragen. Für welche Methode man sich entscheidet, ist nicht nur vom Budget sondern auch von jedem Auge individuell abhängig. Ein wesentlicher Unterschied zwischen den zwei Methoden ist die Zeit, die es braucht, bis man nach dem Eingriff wieder gut sieht. Während bei dies bei PRK ungefähr ein bis zwei Wochen dauert, sieht man nach einer Femto-Lasik schon nach einem Tag wieder gut.

Nicht alle Augen sind für den Eingriff geeignet

Es ist ein persönlicher Entscheid, ob man sich die Augen operieren lassen will oder nicht. Jedoch dürfen nicht alle Leute einen solchen Eingriff durchführen lassen. Kinder zum Bespiel sollten nicht auf diese Weise behandelt werden, da sie sich im Wachstum befinden – auch ihre Augen. Weil zu dem Zeitpunkt unklar ist, wie sich die Augen weiterentwickeln werden, ist es ratsam, bis mindestens zum 20. Lebensjahr zu warten, bevor man sich operieren lässt. Die Kurzsichtigkeit, von der man als Kind betroffen ist, pendelt sich nämlich erst ab diesem Alter ein. Zudem sollten sich die Brillenkorrekturwerte in den letzten zwei Jahren nicht mehr verändert haben – selten gibt es auch Fälle, in denen die Myopie nie stabil bleibt, sondern sich ständig verschlechtert. Auch in diesen Fällen wird von einer Operation abgeraten, da man Gefahr läuft, trotz Operation bald wieder von einer Sehhilfe abhängig zu sein.

Eine solche Operation ist immer eine kleine Investition – ein Auge kostet, abhängig von der Methode, zwischen 1500 und 3000 Franken – und wird im Normalfall nicht von der Krankenkasse übernommen. Der Eingriff will also wohl überlegt sein. Als Alternative zur Laserbehandlung bietet sich übrigens das Einpflanzen einer künstlichen Linse in das Auge an. Das kommt zwar teurer, dabei wird jedoch die Hornhaut nicht beeinträchtigt und der Eingriff kann – wenn nötig – wieder rückgängig gemacht werden.

Florencia Figueroa

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