Immer häufiger sind wir LED-Licht ausgesetzt. Bildschirm, Fernseher oder Glühbirne: LED-Licht ist überall und hat den Ruf, den Augen zu schaden. Stimmt das? Eine Studie schafft einen Überblick.

Nachdem im Herbst 2018 aus Energiespargründen ineffiziente Halogenleuchtmittel verboten wurden, werden wir immer mehr dem LED-Licht ausgesetzt. Das Problem: Es hat einen hohen Anteil an Blaulicht – hoch energetisches Licht, das ungefiltert in die Augen tritt. Es kann Makula-Probleme und Pigmentzellenschäden verursachen.

Grosser Vergleich von Lichtquellen

Nun untersucht die Studie “Gefahr durch LED-Licht?” verschiedene LED-Lichtquellen in Bezug auf Augenschädlichkeit aber auch bezüglich negativer Einflüsse auf den Melatoninspiegel und den Tag-Nacht-Rhythmus. Die Studie vergleicht das Farbspektrum einer kaltweissen und einer warmweissen LED, eines sehr hellen LED-Bildschirms, einer Leuchtstoffröhre und eines Halogenleuchtmittels. Vergleichsgrösse ist das Sonnenlicht.

Die Resultate

Weil LED nicht gleich LED ist, sind die Resultate mit Vorsicht zu geniessen. Fest steht, dass warmweisse LED den geringsten negativen Einfluss auf das Melatonin haben und die kleinste Blaulichtgefährdung mit sich bringen. Solche LED sind schonender als Halogenleuchtmittel. Kaltweisse LED haben einen höheren Gefährdungswert bezüglich Netzhautgefährdung und Melatonin-Hemmung. Noch höher liegen die Werte des sehr hellen Bildschirms.

Gleissendes Sonnenlicht ist auch gefährlich

Aber nicht nur LED, sondern alle untersuchten Lichtquellen strahlen potenziell gefährliches Blaulicht aus. Je nach LED-Typ gefährden diese die Augen mehr als „althergebrachte“ Leuchtmittel. Noch eine grössere Gefahr birgt jedoch das gleissende Sonnenlicht der Mittagszeit.

Die Studie empfiehlt, künftig nebst der Energieeffizienz von LED-Leuchtmitteln auch den Anteil der Blaulicht-Emissionen auf den Packungen auszuweisen. So wird den Konsumentinnen und Konsumenten ein bewusster Entscheid für das individuell passende Leuchtmittel ermöglicht.

Was kann ich tun?

Übrigens können Sie bei den meisten PC- oder Telefon-Betriebssystemen die Farben so einstellen, dass wärmeres Farbspektrum abgestrahlt wird, bei Apple zum Beispiel heisst die Funktion „Night Shift“. Ausserdem können Sie LED-Leuchtmittel kaufen, deren Leuchtfäden mit einer gelben Farbschicht überzogen sind. Die Lösung gegen das schädliche Sonnenlicht ist wohl allseits bekannt: Da hilft nur eine gute Sonnenbrille.

Gregor Szyndler

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