Während Hormone, Rauch, Staub und trockene Luft sowohl ein Hagelkorn als auch ein Gerstenkorn in seiner Entstehung begünstigen, handelt es sich um zwei verschiedene Krankheitsbilder des Auges. Allerdings mit ähnlichen Symptomen.

Wie unterscheide ich ein Hagelkorn von einem Gerstenkorn?

Das lästige Hagelkorn, in der Fachsprache Chalazion, ist ein chronischer Sekretstau der Talgdrüsen am Lidrand, während es sich beim unangenehmen Gerstenkorn oder Hordeolum um eine eitrige Entzündung der Drüsen am Augenlid handelt. Ausgelöst wird es häufig durch eine Infektion mit Bakterien, wenn sich der Betroffene beispielsweise mit ungewaschenen Händen in die Augen fasst. Wir nehmen ein Gerstenkorn häufig als kratzenden Fremdkörper am Auge wahr und möchten ihn einfach ausdrücken, um Ruhe zu haben. Das sollten wir jedoch lassen. „Ich hole eine desinfizierte Sicherheitsnadel und steche es Dir auf“, war in den Achtzigern eine vermeintlich ernst gemeinte Alternative: Ein Irrglaube.

Während ein Gerstenkorn häufig bei Kindern sowie Heranwachsenden vorkommt und ansteckend ist, übertragen sich Hagelkörner dagegen nur selten, ausser bei Infektionen. Aber auch hier nicht dem natürlichen Bedürfnis nachgeben und das Hagelkorn mit den Fingern zerdrücken. Funktioniert nicht und kann Entzündungen nach sich ziehen.

Wie entsteht ein Hagelkorn?

Hagelkörner entstehen häufig am Unterlid und sind von aussen als knötchenförmige Schwellung sichtbar. An der Innenseite des Lidrands liegen die Meibom-Drüsen, die Talg bilden. Dieser legt sich als äussere Schicht auf den Tränenfilm und schützt das Auge so vor dem Austrocknen. Sobald der Drüsenkanal jedoch durch innere oder äussere Einflüsse verstopft, kann die Flüssigkeit nicht mehr abfliessen und es bildet sich ein unliebsames, wenn auch harmloses Hagelkorn.

Ursachen für Hagelkörner und warum erkranken Moderatoren häufiger?

Jeder Mensch hat gesundheitliche Schwachstellen. Und einige Menschen neigen einfach dazu, Hagelkörner zu entwickeln. Diabetes mellitus oder starke Akne, gerne bei Heranwachsenden, können dafür ursächlich sein. Eine gründliche Augen- und Lidrand-Hygiene ist unter diesen Umständen ratsam, um weiteren Hagelkörnern vorzubeugen. Frauen, die sich gerne und stark schminken, sollten besonders auf eine Augenlid- und Lidrand-Hygiene achten. Man nennt sie unter TV-Leuten auch die «Moderatoren-Krankheit», da die Talgdrüsen dieser Menschen durch häufiges Schminken gerne verstopfen.

Symptome eines Hagelkorns

Ein Hagelkorn entsteht nicht über Nacht, sondern wächst allmählich heran, ähnlich wie das Gerstenkorn. Das betroffene Lid schwillt immer mehr an, wodurch das Auge um das Hagelkorn herum leicht gerötet sein kann. Normalerweise ist die Rötung nicht schmerzhaft, es kann jedoch ein leichtes Druckgefühl entstehen. Betroffene erleben ein Hagelkorn meistens als kleinere Schwellung, etwa so gross wie ein Reiskorn. Selten jedoch kann das Hagelkorn auf die Grösse eines Haselnusskerns heranschwellen. In dem Fall beeinträchtigt ein Hagelkorn das Sehen und ein Arzt ist in jedem Fall aufzusuchen.

Wie wird ein Hagelkorn behandelt?

Häufig heilt ein Hagelkorn von selbst ab und bildet sich innerhalb weniger Wochen zurück. Sollte sich das Lid allerdings stark entzündet haben, helfen Augentropfen, Salben oder sogar eine Kortisonspritze. Dadurch verschwindet die Rötung und die Schwellung klingt ab. Bei harmlosen Rötungen helfen warme Kompressen oder Rotlicht. Dabei sollten die Augen geschlossen bleiben und einen Abstand von einem halben Meter zur Lichtquelle einhalten. Warme Kompressen mit Wasser auf einem sauberen Tuch werden zwei- bis dreimal täglich etwa fünfzehn Minuten auf das betroffene Auge gelegt.

Bei haselnussgrossen Hagelkörnern, die nach ein paar Wochen nicht abklingen, wird möglicherweise operiert. Dabei macht der Augenarzt unter örtlicher Betäubung einen kleinen Schnitt am betroffenen Lid und entfernt den Gewebeknoten. Um einen Tumor auszuschliessen, wird das entnommene Gewebe im Labor untersucht.

Wie beugen wir Hagelkörnern vor?

Bei manchen Menschen treten Hagelkörner immer wieder auf. In dem Fall sollte die Augenpartie, insbesondere der Wimpernrad mit angefeuchteten Wattestäbchen gereinigt werden. Am besten funktioniert das mit einem Vergrösserungsspiegel. In hartnäckigen Fällen verschreibt der Arzt eine antibiotische Salbe, die vorsichtig auf den Lidrand getupft wird. Besonders Menschen mit Kontaktlinsen sollten auf eine Lidrand-Hygiene achten.

Grundsätzlich gilt: Ein Hagelkorn bitte nicht selbst aufstechen oder ausdrücken. Sonst können Keime ins Gewebe eindringen und die Wunde infizieren.

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