Früher oder später trifft die Alterssichtigkeit jeden. Viele Betroffene denken, dass sie diese mit einer Fertigbrille leicht in den Griff bekommen. Das ist allerdings ein Trugschluss.

Sie sind billig, fast allerorts zu kaufen und weil viele Menschen zu beschäftigt sind, um zum Optiker zu gehen, momentan voll im Trend: die Fertigbrillen. Doch taugen sie auch? Es kommt ganz darauf an, wofür man die Brille braucht. Tatsache ist, dass ungefähr 90 Prozent der über 40-Jährigen von Presbyopie, umgangssprachlich bekannt als Alterssichtigkeit, betroffen sind.

Aber keine Angst, das ist keine Krankheit, sondern eine Folge des natürlichen Alterungsprozesses. Wenn wir älter werden, nimmt nämlich die Elastizität der Augenlinsen ab. Die Linsen werden steif und weniger flexibel, sie können sich nicht mehr wie früher zusammen- oder auseinanderziehen, um auf verschiedene Distanzen zu fokussieren. Dadurch fällt es uns immer schwerer, Objekte in der Nähe richtig wahrzunehmen.

Am meisten fällt uns das beim Lesen auf: Die Buchstaben verschwimmen und wir müssen uns sehr anstrengen, um zu erkennen, was auf dem Stück Papier steht. Um dem entgegenzuwirken, fangen viele an, die Zeitung, das Buch oder die Speisekarte weiter weg zu halten. Es kommt aber der Tag, an dem auch das nichts mehr bringt und eine Brille her muss.

Fertigbrillen

Die Frage ist nur, was für eine Brille? Was früher ausschliesslich beim Optiker erhältlich war, gibt es heutzutage auch in Supermärkten, Kiosken, Tankstellen und Drogerien zu kaufen. Die Fertigbrille wird oftmals gleich zusammen mit dem Etui angeboten. Man braucht nur ins Geschäft zu gehen, sich ein wenig beraten zu lassen und schon hat man seine Brille – ohne viel Zeit oder gar Geld investiert zu haben. Das Gute an der Alterssichtigkeit ist, dass sie meist nur einer leichten Korrektur bedarf.

Eine Fertigbrille erfüllt diese Anforderung. Dennoch ist sie nicht in jedem Fall zu empfehlen. Das hat einen spezifischen Grund: Fertigbrillen richten sich an Durchschnittswerte, sie berücksichtigen keine Besonderheiten. Oftmals geht die Alterssichtigkeit nämlich mit anderen Sehschwächen einher. So haben viele von der Presbyopie betroffene Menschen eine Hornhautverkrümmung. Zudem entwickelt sich die Alterssichtigkeit auf jedem Auge anders. Es kann also durchaus sein, dass ein Auge besser sieht als das andere.

Optiker passt Brille an

Mit anderen Worten: Um die Alterssichtigkeit, die auch andere Sehschwächen mit sich bringt, fachmännisch zu korrigieren, braucht es einen Optiker, der die Brille dem künftigen Träger anpasst. Dabei achtet der Optiker darauf…

… dass die Krümmung der Gläser dem jeweiligen Auge angepasst ist. Die Gläser einer Fertigbrille dagegen sind nur auf gleichmässig gekrümmte Augen abgestimmt.

… dass die Gläser auf die Stärke des jeweiligen Auges eingestellt sind. Die Gläser einer Fertigbrille weisen jeweils beide die gleiche Stärke auf.

… dass der Träger genau durch die Mitte des geschliffenen Glases blickt. Andernfalls wird der Brillenträger in seinem räumlichen Sehvermögen beeinträchtigt. Zu diesem Zweck müssen die Gläser auf die individuelle Pupillendistanz des Trägers eingerichtet werden. Fertigbrillen erfüllen diese Anforderung ganz und gar nicht.

Neben diesen Punkten sorgt der Optiker auch dafür, dass die Brille auch den Massen des Gesichts entspricht, sodass ein optimaler Tragekomfort garantiert wird.

Auf Dauer ungeeignet

Eine Fertigbrille ist aufgrund der fehlenden individuellen Anpassungen keine Brille, die man auf Dauer tragen sollte. Sie erfüllt nämlich die Anforderungen nicht, um einen optimalen Sehkomfort zu gewährleisten. So nimmt sie wenig bis gar keine Rücksicht darauf, welche Sehstärke die Augen aufweisen, ob man von einer Hornhautverkrümmung betroffen ist und welchen Pupillenabstand man hat. Trägt man jedoch eine falsche Brille, kann das zu Ungleichsichtigkeit führen, was wiederum rote Augen und Kopfschmerzen auslösen kann. Einen bleibenden Schaden trägt man aber wegen einer falschen Brille nicht davon.

Florencia Figueroa

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