Menschen mit Sehschwäche erleichtert sie das Leben um ein Vielfaches: die Brille. Was aus Glas besteht, ist jedoch von zerbrechlicher Natur, deshalb sollte gut darauf Acht gegeben werden. Mit viel Sorgfalt und der richtigen Pflege bleibt sie umso länger erhalten.

Brillenschlange – dieses Wort hört man tatsächlich nicht mehr so oft, denn die Zeiten, in denen es noch als völlig uncool galt, eine Brille zu tragen, scheinen endgültig vorbei zu sein. Mittlerweile ist die prothetische Sehhilfe längst zum Modeaccessoire geworden und so manch einer trägt eine Brille, obwohl er gar nicht müsste – einfach um hip zu sein. Doch für all jene, die eine Sehschwäche haben, ist die Brille weit mehr als nur ein Accessoire. Für viele von uns ist sie geradezu lebenswichtig, denn ohne sie wären wir verloren. Deshalb ist es wichtig, sie zu pflegen, damit sie uns möglichst lange erhalten bleibt.

Finger weg von Reinigungstüchern

Die wohl wichtigste Frage ist: Wie putzt man die Brille richtig? Ganz sicher nicht mit dem Hemd, Taschentuch oder der Krawatte. Der Grund: Diese Stoffe bestehen oftmals aus rauen Fasern, die die Gläser zerkratzen. Deshalb gibt es spezielle Tücher aus Mikrofasern, mit denen man die Brille schonend säubern kann.
Gereinigt wird die Brille – sprich die Gläser und auch das Gestell – unter fliessendem, lauwarmem Wasser. Mit ein paar wenigen Tropfen Geschirrspülmittel lassen sich Fettablagerungen gut entfernen. Es empfiehlt sich, kein hautschonendes oder rückfettendes Spülmittel einzusetzen, da die Gläser dadurch schmierig werden können. Nach der Reinigung kann die Brille einfach mit Wasser abgespült werden. Von feuchten Reinigungstüchern sollte man aber die Finger lassen. Sie können nämlich aggressive Inhaltsstoffe beinhalten, die die Beschichtung der Gläser angreifen.

Und manchmal passiert es eben doch: Die Brille hat einen Kratzer abbekommen. Dagegen kann man nichts machen, ausser die Gläser austauschen zu lassen.

Falsche Gläser erzeugen Kopfschmerzen

Und das führt uns zur nächsten Frage: Wie viel Zeit benötigt man, um sich an die neuen Gläser zu gewöhnen? Wenn sie die gleiche Stärke haben, wie die alten, braucht es keine Eingewöhnungszeit. Andernfalls dauert es ein paar Tage oder sogar mehrere Wochen, bei den komplexeren Gleitsichtgläsern zum Beispiel. Sollte es länger dauern, bedarf es vielleicht einer Nachkorrektur. In diesem Fall sollte man den Optiker aufsuchen.

Auch an ein neues Gestell muss man sich erst gewöhnen. Dieses kann – vor allem am Anfang – etwas drücken. Druckstellen sollten aber keine entstehen; und wenn doch, dann stimmt etwas mit der Nasenauflage nicht: Entweder ist sie nicht korrekt eingestellt oder sie ist zu klein. Auch hinter den Ohren kann es zuweilen klemmen. In diesem Fall müssen die Bügel neu eingestellt werden. Das machen die meisten Optiker, bei denen man die Brille gekauft hat, gratis. Bei Fertigbrillen können solche Anpassungen nicht vorgenommen werden.

Fertigbrillen sind übrigens manchmal auch der Auslöser für Kopfschmerzen, weil die beiden Gläser der Fertigbrille die gleiche Korrektur aufweisen. Wenn man aber verschiedene Sehstärken hat, wird die Sehschwäche durch die Fertigbrille nicht richtig korrigiert. Ein Auge muss mehr arbeiten als das andere, wodurch es schneller ermüdet, was Kopfschmerzen oder Schwindel auslösen kann.

Eine richtig eingestellte Brille kann Kopfschmerzen jedoch auch verhindern. Wenn man nämlich an einer Sehschwäche leidet, diese aber nicht korrigiert, müssen sich die Augen mehr anstrengen, was sich ebenfalls negativ auf den Kopf auswirkt. Durch eine regelmässige Kontrolle der Sehstärke ist man immer darüber im Bilde, ob die Sehstärke wieder nachgelassen hat. Die Frage ist nur: wie oft macht ein Sehtest Sinn?

Ab dem 40. Lebensjahr empfiehlt es sich, die Augen alle ein bis zwei Jahre untersuchen zu lassen – nicht nur wegen der Sehstärke, sondern auch um mögliche altersbedingte Augenleiden wie grauer oder grüner Star frühzeitig zu erkennen.

Nie wieder beschlagene Gläser

Und zu guter Letzt eine Frage, die sich wohl jeder Brillenträger schon einmal gestellt hat: Kann das Beschlagen der Gläser im Winter verhindert werden? Es gibt spezielle Flüssigkeiten, mit der die Brille besprüht werden kann. Diese sollen verhindern, dass sich auf den Gläsern Kondenswasser bildet. Ob und welches Produkt wirklich hilft, muss wohl jeder selbst ausprobieren. Ansonsten können die Brillengläser mit einer Anti-Beschlag-Beschichtung ausgestattet werden. Auch hier muss jeder für sich entscheiden, ob die zusätzlichen Kosten es wert sind.

Eine Brille zu pflegen ist also gar nicht so schwer, die Pflege sorgt aber dafür, dass wir lange Zeit Freude an ihr haben. Übrigens: Eine Brille lässt man – wenn man sie gerade nicht trägt – nicht einfach rumliegen, sondern steckt sie in ein Etui. So ist sie besser gegen Schäden geschützt und lässt sich einfacher wiederfinden, wenn wir sie – wie so oft – verlegt haben.

Florencia Figueroa

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