Blitzen oder seitlich bogenförmiges Leuchten im Auge, besonders in der Dämmerung, kann auf eine Netzhautablösung hindeuten. Manche Menschen sehen sogar Spinnweben oder eine Art aufsteigende Nebelschwaden.

Bei solchen Symptomen ist unbedingt der Gang zum Augenarzt angemahnt. Bei der Augenkontrolle werden die Pupillen durch Tropfen erweitert, um die Netzhaut besser untersuchen zu können. Das kann die Netzhaut und manchmal auch das Augenlicht des Patienten retten.

Was ist der Grund für eine Netzhautablösung?

Bei einer Netzhautablösung (Amotio retinae) hebt sich die lichtempfindliche Schicht der Netzhaut von der darunter liegenden Aderhaut ab. Sie löst sich vom Augenhintergrund. Es gibt mehrere Gründe dafür.

Hintere Glaskörperabhebung
Der Glaskörper ist eine gallertartige Masse, die das Auge ausfüllt. Im Laufe des Lebens verliert diese Masse an Flüssigkeit und schrumpft, wie ein Ballon, dem die Luft ausgeht. Der geschrumpfte Glaskörper hebt sich dann von der Netzhaut ab und zieht wie an unsichtbaren Fäden an ihr. Dabei entstehen sogenannte optische Verdichtungen und Betroffene sehen dann schwarze Punkte, Mücken, auch «mouches volantes» genannt, oder Schlieren. Sie sollten sofort den Arzt aufsuchen.

Netzhautriss – mit Lasern behandelbar
Eine rissbedingte Netzhautablösung, die bei etwa zehn Prozent der Patienten mit einer Glaskörperabhebung entsteht, kann meistens mit Lasern behandelt werden. Das bewahrt den Betroffenen vor einer kompletten Ablösung der Netzhaut. Häufige Auslöser sind dabei ein operierter grauer Star, Diabetes, Entzündungen oder ein Tumor im Auge.

Wenn Bindegewebe an der Netzhaut zieht
Ziehen Bindegewebsmembranen an der Netzhaut, spricht man von einer zugbedingten Netzhautablösung. Dabei kann ein Netzhautriss entstehen, der häufig mit Lasern behandelbar ist. Diabetes oder Venenverschlüsse können dafür die Ursache sein.

Ablösung der Netzhaut durch Flüssigkeitsansammlung
Wenn sich durch eine Entzündung Flüssigkeit unter der Netzhaut ansammelt, kann es zu einer flüssigkeitsbedingten Netzhautablösung kommen. Die wird operativ entfernt, wobei der Glaskörper herausgeschnitten und die Flüssigkeit abgesaugt wird.

Epiretinale Membran – Häutchen auf der Makula
Im alternden Auge kann sich auf dem Nervengewebe ein Häutchen aus transparentem Gewebe bilden. Augenärzte sprechen von einer epiretinalen Membran. Diese kann die Sehschärfe beeinträchtigen, auch über einen längeren Zeitraum. Bei diesen Patienten verschafft eine Augenoperation Linderung und schärft wieder die Sehkraft.

Makulaloch – erfordert häufig OP
Ein Makulaloch im Bereich des schärfsten Sehens (Makula) kann den Verlust der Lesefähigkeit bedeuten. Zugkräfte in der oberen Netzhaut können ursächlich sein. Typische Symptome sind verzerrtes Sehen und kleine Ausfälle im zentralen Gesichtsfeld. Das Loch kann ohne erkennbare Ursache entstehen und betrifft Frauen deutlich häufiger als Männer. Meistens ab dem 55. Lebensjahr. Sollte diese Erkrankung nicht von selbst ausheilen, ist ein operativer Eingriff notwendig. Im Fachjargon „Pars-plana-Vitrektomie mit Membranpeeling“, wobei der Glaskörper entfernt und die innerste Schicht der Netzhaut abgeschält wird.
Klingt ein wenig Furcht einflössend, jedoch heilt das Auge in etwa zwei bis sechs Wochen und die Sehkraft verbessert sich stetig. Auch noch nach Monaten.

Risikofaktoren

Folgende Voraussetzungen stellen ein erhöhtes Risiko für eine Netzhautablösung dar:

• Familiäre Häufung von Netzhautablösungen oder erbliche Netzhauterkrankungen
• Starke Kurzsichtigkeit (ab etwa 5 Dioptrien ist das Risiko erhöht)
• Starke Erschütterungen durch einen Unfall oder Druckwellen
• Augenoperationen
• Diabetische Erkrankungen

Daher sollten Menschen mit Risikofaktoren regelmässig den Augenarzt aufsuchen und Schwachstellen untersuchen lassen. Das ist immer noch die beste Vorbeugung.

Fazit: Die meisten Erkrankungen sind behandelbar

In häufigen Fällen sind Vorstufen der Netzhautablösung mit Lasern behandelbar. Falls nicht, werden mit modernen Operationsverfahren Netzhautablösungen entfernt. Dabei spielt es eine entscheidende Rolle, wie schnell der Betreffende den Arzt aufsucht.

Anke Reuss

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