Die Skisaison wurde eingeläutet und bei sonnigem Winterwetter und pulvrigen Schneeträumen zieht es viele in die höheren Regionen des Landes. Damit keine Schneeblindheit auftritt, sollte auch die Sonnenbrille mit im Gepäck sein. Doch was steckt hinter dem Begriff «Schneeblindheit»? Wir erklären, was das ist und wie man sich davor schützen kann.

Ein unerträglicher Schmerz in beiden Augen, Lidkrämpfe und Sehstörungen: Nach einer langen Gletscherwanderung, dem Skifahren oder Sonnenbaden kann es sein, dass nicht nur die Haut, sondern auch die Augen an sonnenbrandähnlichen Verbrennungen leiden.
Die Schneeblindheit wird in der Medizin als aktinische Keraopathie bezeichnet. Dabei schädigt starke UV-Bestrahlung die äussere Schicht des Auges. Besonders die energiereiche und kurzwellige UV-B-Strahlung ist sehr gefährlich.

Schmerzhafte Symptome, meistens von kurzer Dauer

Die Erkrankung zeigt sich meist verzögert nach ein paar Stunden. Das Augeninnere ist durch die Hornhaut geschützt, die einen Großteil der schädlichen UV-Strahlung absorbiert. Bei zu starker Strahlung kommt es – ähnlich wie bei der Haut – zu sonnenbrandähnlichen Verbrennungen der Horn- und der Bindehaut. Folglich kommt es zu freiliegenden Nervenenden, wodurch starke Schmerzen, extreme Lichtempfindlichkeit, Tränenfluss, geröteten Augen und Fremdkörpergefühl entstehen können.

So können Sie die Symptome lindern

  • Meiden Sie die Sonne und eine weitere Lichtexposition
  • Legen Sie einen Verband auf Ihre Augen
  • Gönnen Sie sich Bettruhe in einem dunklen Raum
  • Kühlen Sie die Augenlider mit Auflagen
  • Entfernen Sie Kontaktlinsen, falls vorhanden und reiben Sie Ihre Augen nicht
  • Bei starken Beschwerden ist ein Besuch beim Augenarzt empfehlenswert

Keine echte Blindheit

Schneeblindheit ist eine äusserst unangenehme Angelegenheit, doch es gibt Trost: Die Schmerzen verschwinden in der Regel nach einem Tag wieder. In leichteren Fällen heilt sie ohne bleibende Schäden nach 24 – 28 Stunden wieder aus, in schwereren Fällen können durch Vernarbung der Hornhaut und Schäden an der Netzhaut irreparable Seeschäden verbleiben.

Der Begriff «Schneeblindheit» entstand vermutlich, weil es im arktischen Zentral- und Nordostkanada sowie auf Grönland, wo die Inuit leben, früher gehäuft zu Erblindungen kam. Um dem vorzubeugen, entwickelten die Inuit eine traditionelle Schneebrille aus Holz, Knochen oder Elfenbein. Die Schneebrille deckt die Augen bis auf einen kleinen Sehschlitz ab, um sie vor der schädlichen UV-B-Strahlung zu schützen.

Wie kann Schneeblindheit verhindert werden?

Um die schmerzliche Erfahrung zu vermeiden, gilt es, einige Tipps zu beachten. Dazu gehört das Tragen einer guten Sonnen- oder Skibrille mit hohem UV-Schutz. Ein Seitenschutz sorgt darüber hinaus dafür, dass keine Streustrahlung von der Seite zum Auge gelangt. Auch mit Kontaktlinsen sollte man immer eine Sonnenbrille tragen, denn auch Linsen mit UV-Schutz schützen nur dort, wo die Augen bedeckt sind.

Beachtet man diese Tipps, steht einem erholsamen Ausflug in die Berge nichts mehr im Wege! Und das weisse Panorama lässt sich auch mit Sonnenbrille geniessen.

Sara Bagladi

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