Das steigende Gesundheitsbewusstsein ist mittlerweile auch in der Augenoptikbranche angekommen. Um den Wünschen gerecht zu werden, reicht es heute nicht mehr, den Kunden bei der Auswahl einer Brille zu beraten. Gefordert werden immer öfter optometrische Angebote.

Wer kennt ihn schon, den Unterschied zwischen einem Optiker und einem Optometristen? An dieser Stelle soll dieser erklärt werden. Der Optiker ist darum bemüht, Sehhilfen anzufertigen und bei Bedarf anzupassen sowie Brillengläser zu schleifen und bei der Auswahl des Brillengestells oder der Linsen beratend zur Seite zu stehen. Die Optometrie dagegen macht anderes, als den Sehtest oder eine Gläseranpassung. Sie umfasst die Prüfung der Sehfunktionen, die Augenvermessung mit modernster Technologie und das Erkennen von etwaigen Krankheiten. Von Gesetzes wegen ist es dem Optometristen jedoch nicht erlaubt, Krankheiten zu behandeln. Er muss den Patienten an einen Augenarzt überweisen.

Nichtsdestotrotz gehen viele von Sehschwäche betroffene Menschen eher zu einem Optik-Fachgeschäft, das optometrische Dienstleistungen anbietet, als zum Augenarzt. Zugute kommt diesen Geschäften dabei, dass es immer mehr Menschen gibt, die von einer Sehschwäche betroffen sind. So kommt hierzulande nur noch ein Drittel der Bevölkerung ganz ohne Sehhilfe aus. Die Zunahme ist unter anderem dem demografischen Wandel geschuldet.

Sehschwäche nimmt zu

Davon, dass die Menschen immer älter werden, profitieren die Optiker und Optometristen. Denn je älter man wird, desto mehr nimmt das Sehvermögen ab. Damit steigt auch die Nachfrage nach einer Sehhilfe. Rund 1,2 Milliarden Franken Umsatz macht die Branche jährlich. Das ruft viele Optiker auf den Plan, die sich in den Markt drängen. Doch nicht alle sind gleich gut. Oftmals unterscheiden sie sich in Sachen Wissen, Ausstattung und Beratungsqualität.

Was also macht einen guten Optiker aus? Ein Qualitätsmerkmal ist das Angebot von optometrischen Dienstleistungen. Eine Studie von 2013 der Hochschule Aalen in Deutschland ergab nämlich, dass vor allem qualifiziertere Optiker, die häufig an Fortbildungen teilnehmen, ihr Angebot mit der Optometrie erweitern. Tatsächlich handelt es sich bei der Optometrie um ein weitläufiges Themenfeld. Es reicht von der Untersuchung des Gesichtsfelds über das Erörtern der Funduskamera bis hin zum Erfassen der Pupillenreaktion. Zum Standard-Programm eines guten Optikers gehört mittlerweile die Refraktion, die Kontaktlinsenanpassung und Untersuchung des vorderen Augenabschnitts. Bei der Refraktion handelt es sich um das Messen der Korrektionswerte.

Zusammenarbeit mit Augenärzten

Die Refraktion ist eigentlich das Hauptgeschäft eines Optikers und sie beginnt mit dem Beratungsgespräch. Ein guter Optiker nimmt sich die Zeit, um seine Kunden ausführlich zu beraten. An dieser Stelle können auch Fragen gestellt werden, zum Beispiel welche Geräte er benutzt. Bei der objektiven Refraktion, bei der das Auge vermessen wird, kommen häufig die Skiaskopie oder die Refraktometer zum Einsatz. Während die Refraktometer die Messungungen automatisch vornehmen, braucht es bei der Skiaskopie nach wie vor einen Prüfer, der die Werte ermittelt.

Nach dieser ersten Untersuchung muss zwingend die subjektive Refraktion folgen, bei der der Kunde eine Messbrille aufgesetzt bekommt. Die Gläser kann man manuell austauschen. Der Kunde gibt Auskunft, mit welchem Glas er besser sieht. Die Alternative zur Messbrille ist der Phoropter, der über ein Panel gesteuert wird.

Bei der Untersuchung schaut sich der Optiker auch die Augen genauer an, um Auffälligkeiten zu erkennen und den Kunden bei Bedarf an einen Augenarzt zu überweisen. Sollte alles in Ordnung sein, wird die Sehstärke bestimmt. Danach folgt die Beratung. Dabei sollte der Optiker Auskunft über die Brillengestelle und die Gläser geben können.

Vom Optiker zum Optometristen

Der Beruf des Optikers geht immer weiter in Richtung Optometrie. Rund 60 Prozent der in der Studie der Hochschule Aalen befragten Optiker sagten von daher aus, sie würden das optometrische Angebot in ihrem Geschäft weiter ausbauen. Neben der Optometrie spielt allerdings auch der Service eine grosse Rolle. So ist die Mehrheit der Optiker davon überzeugt, dass bei der Wahl eines Optikers Freundlichkeit und Beratung eine grössere Rolle spielen, als die technische Ausstattung.

Florencia Figueroa

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