Wie gerne hätten Sie Mamas Mut, Papas Gold-Kehlchen, Omas Weisheit oder Opas Geduld geerbt. Aber nein, es hat nur für seine oder ihre Sehschwäche gereicht!

Sie sind nicht alleine mit diesem „Familienerbstück“, sondern in bester Gesellschaft. Es signifikant wahrscheinlicher, dass die Kinder kurzsichtiger Eltern auch kurzsichtig werden. Dasselbe gilt für Hornhauverkrümmungen. 

Es gibt ganz viele erbliche Sehschwächen. Hier sind einige aufgeführt:

Farbenblindheit

Farbenblindheit, in der Fachsprache Achromatopsie genannt, ist weit verbreitet. Sie tritt aber fast nur bei Männern auf. Gen-Mutationen beeinträchtigen die Netzhautzellen, die für die Farbwahrnehmung verantwortlich sind. Am häufigsten ist die Rot-Grün-Sehschwäche.

Juvenile Retinoschisis 

Diese Krankheit ist selten und führt zur Spaltung der Netzhaut im Sehzentrum. Dies kann zu einer deutlichen Sehschwäche führen.

Morbus Best 

Morbus Best tritt häufig bei Kindern auf. Bei dieser Erkrankung kommt es in der Fovea centralis, dem Punkt des schärfsten Sehens, zu Ablagerungen. Diese können zu Gewebeveränderungen und Beeinträchtigungen der Sehstärke führen. 

Morbus Stargardt 

Im Falle des Morbus Stargardt liegt eine seltene Degeneration der Makula vor. Sie führt zu Ablagerungen in der Netzhaut und somit zur Schädigung der normalen Fotorezeptoren, also der Sinneszellen, die für die Lichtwahrnehmung verantwortlich sind.

Diabetische Retinopathie 

Eine relativ häufige Erkrankung der Netzhaut aufgrund von Diabetes, der wiederum genetische Faktoren hat. Bei der diabetischen Retinopathie kommt es zu Durchblutungsstörungen der kleinsten Blutgefässe der Netzhaut. Es bilden sich Ödeme, also Flüssigkeitseinlagerungen. Die Folge: Sehschwächen.

Retinitis pigmentosa 

Retinitis pigmentosa ist eine degenerative Netzhauterkrankung. Es wird zwischen einer juvenilen und einer adulten Ausprägung unterschieden. Warnsignale sind Nachtblindheit sowie sukzessive eingeschränktes Gesichtsfeld auch schon bei Tag. Spätere Symptome sind Störungen in der Wahrnehmung von Farben bis hin zur Blindheit.

Wann sollten Sie handeln?

Wenn in Ihrer Familie eine der oben genannten Krankheiten bekannt ist, sollten Sie Ihre Kinder untersuchen lassen. Denn je früher die Diagnose vorliegt, desto eher kann etwas dagegen unternommen werden. Falls bei einem Patienten Diabetes mellitus bekannt ist, empfehlen sich regelmässige Augenkontrollen.

Gregor Szyndler

2 Kommentare

  1. Irene Pina

    Mein Schwager hatte lange die Diagnose Morbus Stargardt bis ihm vor Kurzem (bei einer Routineuntersuchung in Griecheland) mitgeteilt wurde, dass er in absehbarer Zeit erblinden wird. Z. Zeit sieht er nur noch 2% , peripherisch und anhand von den oben aufgeführten Krankheitsbilder sieht es nach Retinitis pigmentosa aus. In seiner Familie (2 Jungen und ein Mädchen, alle 3 jetzt über 40 Jahre alt), ist er und seine Schwester an derselben Sehbehinderung erkrankt, der älteste Bruder allerdings (phänotypisch) nicht. Die Eltern auch nicht. Meine Schwester ist kurzsichtig und hat auch Hornhautverkrümmung. Sie bekamen gemeinsam einen Sohn, meinen Neffen, er ist jetzt 8 Jahre alt, hat aber keine Probleme mit dem Sehvermögen. Meine Frage: wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass das Kind auch an der gleichen Sehbehinderung des Vaters erkrannt ist?? oder ist der Kleine nur Träger der Sehkrankheit??? und ist diese Sehbehinderung autosomal oder chromosomal??? ( wie schon erwähnt 2 von 3 Kinder sind daran erkrannt unabhängig vom Geschlecht)….
    Für Ihre Antwort danke ich im voraus

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    • Claudia Wasmer

      Liebe Irene Pina

      Vielen Dank für Ihren ausführlichen Beitrag, den wir gerne beantworten. Allerdings ist es uns aus der Ferne nicht möglich, eine Prognose abzugeben. Wir empfehlen Ihnen, einen Termin bei einem Augenarzt zu vereinbaren. In Rahmen der Untersuchung können dann alle Ihre Fragen seriös beantwortet werden.

      Gerne können Sie diesen Termin natürlich auch in der Vista vereinbaren. Alle Kontaktdaten finden sie hier: http://www.vista.ch

      Herzliche Grüsse
      Ihr Vista Einblick-Team

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