Warum reagiert Opa nicht, wenn ich ihm vom Velo aus zuwinke? Warum muss ich meine Mutter, die immer eine so sichere Autofahrerin war, mittlerweile auf jeden Fussgänger am Zebrastreifen aufmerksam machen? Die Gründe für Sehkraftverlust im Alter sind individuell, doch gibt es einige weit verbreitete, typische Befunde.

Verhärtete Linse

Die Altersweitsicht hängt im Gegensatz zur landläufigen Meinung primär mit der Linse zusammen – nicht mit dem Augenmuskel. Vielmehr wird die Linse mit den Jahren härter und unflexibler, was die Arbeit des Augenmuskels erschwert.
In der Folge kann die Linse nicht mehr so gestaucht werden, dass das Licht am genau richtigen Punkt der Netzhaut ankommt. Die Augen können sich also nicht mehr auf Objekte in unterschiedlichen Distanzen fokussieren. Das Gesehene wird unscharf. Hier schaffen Lese- oder Gleitsichtbrillen Abhilfe.

Wenn der Nebel kommt …

Beim Grauen Star verklumpen Proteine in der Augenlinse, weshalb sich diese dauerhaft eintrübt. Dadurch legt sich ein Nebel übers Gesichtsfeld.

Durch diesen Nebel wird die Sicht zunehmend trübe und farblos. Da der Graue Star keine weiteren Auswirkungen auf die Gesundheit hat, wird er erst behandelt, wenn das subjektive Wohlbefinden stark beeinträchtigt ist. So es mag es zwar schade sein, wenn Sie die Farbe Weiss nur noch als Gelb wahrnehmen oder die Farbe des Himmels nicht mehr erkennen, gefährlich wird es jedoch erst, wenn die Alterserscheinung Sie im Alltag behindert – etwa wenn Sie regelmässig abends Auto fahren aber Ihre Dämmerungssicht durch die Linsentrübung abgenommen hat.

Nährstoffmangel in der Netzhaut

Die verschlechterte Netzhautdurchblutung ist ein weiterer häufiger Grund für die Abnahme der Sehkraft im Alter. So entsteht durch ungenügende Durchblutung ein Nährstoffmangel, der zum Absterben der fürs Dunkelsehen zuständigen Netzhautstäbchen führt.

Schlimmstenfalls lässt das Altersgebrechen nur noch einen Drittel der ursprünglichen Lichtempfindlichkeit zurück.

Was kann ich tun?

Gegen diese Alterserscheinungen gibt es kein Wundermittel. Trotzdem haben sich einige Helferlein bewährt – etwa regelmässige Vitamin-A-Zufuhr und eine gesunde Ernährung. Auch können bestimmte Risikofaktoren gemieden werden: zu grosse Sonnen- oder UV-Belastungen sowie das Rauchen zum Beispiel.

Zu guter Letzt ist es das Beste, wenn Sie sich ab 60 regelmässig vom Augenarzt untersuchen lassen. So erfreuen Sie sich noch lange einer scharfen Sicht – sei es, um Ihre Enkelin auf dem Velo zu erkennen oder um bei Nacht und Nebel sicher nach Hause zu fahren.

Gregor Szyndler

2 Kommentare

  1. Mian

    Interessant. Nachdem ich den Punkt “Risikofaktoren….so wie das Rauchen zum Beispiel.”? Jetzt bin ich skeptisch. Wie stark beeinflusst rauchen die Sehfähigkeit? Muss ich denn sofort zum nächsten Augenartz in der Wiener Neustadt?

    Antworten
    • szynamon

      Guten Tag Mian
      Rauchen ist generell gesundheitsschädigend und kann die Ursache für vielerlei gesundheitlicher Probleme sein – so auch für Erkrankungen des Auges. Eine sofortige Kontrolle beim Augenarzt ist deswegen jedoch nicht vonnöten – ein regelmässiger Check-up genügt, sofern Sie keine Beschwerden haben.
      Viele Grüsse
      Ihr Vista Einblick-Team

      Antworten

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