Wer keine Brille mag aber trotz Sehschwäche scharf sehen möchte, greift meist zu Kontaktlinsen. Damit können Kurz- oder Weitsichtigkeit korrigiert werden, ohne ein lästiges Gestell auf der Nase tragen zu müssen. Da die Linsen direkt auf der Augenhornhaut liegen, gibt es einiges zu beachten, um eine Schädigung des Auges zu vermeiden.
Kontaktlinse
Bereits vor rund 125 Jahren erdachten sich Augenärzte das Prinzip der Kontaktlinse. Die Linse von damals schwamm auf einer Zuckerlösung im Auge und liess sich höchstens zwei Stunden am Stück tragen. Weil zudem die Handhabung ziemlich unpraktisch war, interessierte sich keine Firma für die Weiterentwicklung dieser Form der Sehhilfe. Erst Mitte des 20. Jahrhunderts, mit dem Aufkommen spezieller Kunststoffe, stieg das Interesse an Kontaktlinsen auf dem Markt.

Die heutigen Kontaktlinsen gelten als praktisch und unkompliziert, weshalb sie sich mittlerweile grosser Beliebtheit erfreuen. Doch auch wenn sie dank steigender Nachfrage sogar im Internet bestellt werden können, sollte, wer Kontaktlinsen tragen möchte, seine Augen zuerst von einem Spezialisten begutachten lassen. Dieser kann beurteilen, ob jemand überhaupt Linsen als Sehkorrektur benutzen kann. Und wer sich nach dem OK des Spezialisten für das Tragen der Haftgläser entscheidet, sollte sich unbedingt an die grundlegenden Hygieneregeln halten, damit keine Beschwerden entstehen.

Weiche Linsen blockieren das Spülsystem

Kommt es dennoch zu Komplikationen, werden diese aktuellen Studien zufolge fast ausschliesslich von weichen Linsen verursacht. Weiche Linsen sind grösser als harte und sitzen ziemlich fest auf der Hornhaut des Auges. Das führt dazu, dass weniger Tränenflüssigkeit das Auge umspülen kann. Die Tränenflüssigkeit ist für das Auge jedoch essenziell, da sie die Augenhornhaut mit Nährstoffen versorgt, Stoffwechselprodukte abtransportiert und Austrocknung sowie Infektionen des Auges verhindert. Durch eine Linse mit grossem Durchmesser kann dieses empfindliche Spülsystem gestört werden.

Ein weiteres Risiko geht vom grossporigen Material einer weichen Kontaktlinse aus. Wie ein Schwamm saugt sie Flüssigkeit auf, was besonders dann gefährlich werden kann, wenn diese Bakterien oder Keime enthält. Auch die Versprechung der Hersteller, man könne ihre Produkte tagelang ununterbrochen tragen, sollte mit Vorsicht genossen werden. Besser ist es, dem Auge regelmässig eine Kontaktlinsen-Pause zu gönnen, damit es sich optimal regenerieren kann. Wenn man sorgfältig mit den Linsen umgeht und sich an die Trag- und Hygiene-Empfehlungen eines Augenarztes hält, sind weiche Kontaktlinsen aber keinesfalls schädlich.

Die unbeliebten harten Linsen

Bei harten Kontaktlinsen kommt es in der Regel kaum zu Komplikationen. Sie sind kleiner als die weichen Linsen, bedecken daher weniger Hornhaut und rutschen mehr umher. Beides führt dazu, dass die Tränenflüssigkeit freier fliessen kann und das Auge dadurch besser versorgt ist. Jedoch ist die Handhabung etwas anspruchsvoller als bei weichen Linsen, weshalb sie wohl – trotz der gesundheitlichen Vorteile – bei Trägern weniger beliebt sind.

Hygiene ist das A und O

Egal ob hart oder weich, eines gilt für alle Kontaktlinsen: Die Hygiene darf keinesfalls zu kurz kommen. Dazu gehören das gründliche Händewaschen, bevor die Kontaktlinsen angefasst werden sowie die korrekte Reinigung. Zudem müssen die Linsen regelmässig ersetzt werden. Während harte Linsen ein bis mehrere Jahre tragbar sind, müssen weiche Linsen öfter gewechselt werden. Tageslinsen sollten wirklich nur einen Tag, Monatslinsen maximal 30 Tage getragen werden. Werden die Linsen nicht rechtzeitig ausgetauscht, kann dies von mangelndem Komfort bis zu Augenentzündungen führen.

Ob das Tragen von Kontaktlinsen schädlich ist, hängt also zu einem grossen Teil vom Träger selbst ab. Wer sich an die Hygienevorschriften hält und Augen sowie Linsen regelmässig von einem Spezialisten kontrollieren lässt, wird kaum Komplikationen erfahren.

Simone Weber

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